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Veröffentlicht: 15.05.2014, 18:19 Uhr

Online-Buchmarkt Amazon blockiert Buchverlage in Europa

In Amerika drückt der Online-Versandhändler Buchverlagen massive Preisnachlässe auf. Wer nicht pariert, dessen Bücher werden später ausgeliefert. Die F.A.Z. hat herausgefunden, dass Amazon das in Europa und Deutschland ganz genauso macht

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© REUTERS „Amazon . . . and you’re done“: Der Slogan klingt in den Ohren von Verlegern vermutlich zurecht etwas bedrohlich.

Nach den Berichten über einen amerikanischen Konflikt zwischen dem Internet-Versandhändler Amazon und dem Buchkonzern Hachette ist nun bekanntgeworden, dass es in Deutschland einen vergleichbaren Fall gibt, in dem Amazon gleichfalls eine Verkaufsbehinderung der Bücher eines Verlagskonzerns als Druckmittel gegen diesen einsetzt.

Amazon will Rabatte von bis zu fünfzig Prozent

Andreas Platthaus Folgen:

Wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ an diesem Freitag berichtet, fordert Amazon von dem schwedischen Verlagskonzern Bonnier, zu dem bekannte deutsche Verlage wie Ullstein, Piper, Berlin und Carlsen gehören, höhere Rabatte bei der Belieferung mit E-Books. Um Druck auf Bonnier auszuüben, werden seit Anfang Mai zahlreiche Titel von dem Konzern angehörenden Verlagen nur mit langen Lieferfristen verkauft, obwohl die jeweiligen Titel problemlos vorrätig wären.

Amazon bestätigte auf eine Anfrage von Bonnier, dass diese Verzögerungen in Zusammenhang mit den laufenden Verhandlungen stehen, so die Ullstein-Verlegerin Siv Bublitz gegenüber der F.A.Z. Die bislang üblichen Rabatte von dreißig Prozent für E-Books will der Internethandelskonzern auf vierzig bis fünfzig Prozent erhöht sehen.

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Darin sehen Branchenkenner den Versuch, sich selbst die marktbeherrschende Stellung am E-Book-Markt zu sichern, auf dem Amazon auch als Verleger aktiv ist. Andere deutsche Verlage sind nach einer F.A.Z.-Umfrage bislang nicht mit solchen Forderungen konfrontiert worden.

Glosse

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Von Jan Brachmann

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