09.10.2009 · Hermann Hesse kostet mit brüchiger Stimme jeden Buchstaben aus, Gottfried Benn rezitiert ohne rhetorische Pausen, ohne Eitelkeit und erstaunlich frei von Pose. Erste Folge unserer F.A.Z.-Hörprobe aus der „Bibliothek der Poeten“.
Über hundert der wichtigsten deutschen Dichterinnen und Dichter aus den letzten hundert Jahren werden in der Edition „Lyrikstimmen“ in Originalaufnahmen zusammengeführt und von ihren Verfassern, je nach Temperament, vorgetragen, abgelesen, aufgesagt, hingesemmelt und geschrien. Für die F.A.Z.-Hörprobe haben wir einige kuriose Beispiele ausgewählt.
Hermann Hesses berühmtes Gedicht „Nebel“ entstand 1944, im siebenundsechzigsten Lebensjahr des Schriftstellers. Wenn er es langsam liest, mit brüchiger Stimme jeden Buchstaben auskostend, vernimmt man heute unwillkürlich auch die Schrecken jener Zeit in seinem Vortrag.
Benn: rasch und entschlossen
Wie man sich als Stimme auf dem direkten Weg durchs Ohr ins Gedächtnis der Leser zu bannen vermag, machte kaum einer so glänzend vor wie Gottfried Benn, dessen Gedichtlesungen in den sechziger Jahren, zum Teil mit Jazzmusik begleitet, Kultstatus hatten.
Hermann Hesse kostet mit brüchiger Stimme jeden Buchstaben aus, Gottfried Benn rezitiert ohne rhetorische Pausen, ohne Eitelkeit und erstaunlich frei von Pose. Erste Folge unserer F.A.Z.-Hörprobe aus der „Bibliothek der Poeten“.
Benn liest rasch, entschlossen, ohne rhetorische Pausen, ohne Eitelkeit und erstaunlich frei von Pose. Manchmal wünscht man fast, er ließe dem Hörer mehr Zeit, den Versen nachzulauschen. Aber hören Sie selbst.