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Samstag, 18. Februar 2012
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Maigret-Marathon 38 Maigret und die Bohnenstange

03.01.2009 ·  75 Maigret-Romane hat Georges Simenon geschrieben. Jetzt erscheinen sie in revidierter Übersetzung auf deutsch, chronologisch geordnet, ein Roman pro Woche. Maigret-Novize Tilman Spreckelsen liest mit.

Von Tilman Spreckelsen
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75 Maigret-Romane hat Georges Simenon geschrieben. Jetzt erscheinen sie in revidierter Übersetzung auf deutsch, chronologisch geordnet, ein Roman pro Woche. Maigret-Novize Tilman Spreckelsen liest mit. (Siehe auch: Warum ich jede Woche einen Maigret-Roman lesen werde)

Ein freundlicher Leser gratulierte zum Halbmarathon, ein anderer zum Bergfest - herzlichen Dank! Tatsächlich steht dieser 38. Band genau in der Mitte der Maigretsaga. Eine Zwischenbilanz sollten wir uns aber schenken, zumal „Maigret und die Bohnenstange“ sicher nicht zu den allerstärksten Büchern gehört, die ich in den letzten 37 Wochen gelesen habe. Soviel vielleicht doch: Fatal ist diesmal, dass Simenon aus einer burlesken Szene heraus Komik entwickeln will und man diese Absicht merkt - früher hatte er eine leichtere Hand für derlei.

Die Handlung in einem Satz: Ein Einbrecher entdeckt eine Leiche neben dem Safe, doch als Maigret später das betreffende Haus aufsucht, scheint dort nie ein Verbrechen stattgefunden zu haben.

Spielt in: Paris, vor allem im Vorort Neuilly.

Neues über Maigret: Als junger Polizist machte er nicht unbedingt die beste Figur.

Und Frau Maigret? Sie weiß leider, dass sie „niemals mit ihrem Mann rechnen kann“.

Konsum geistiger Getränke: Pernod, Calvados, Bier, Weißwein, Cognac.

Manieren und Takt

Der Zufall spielt für Maigrets Untersuchung eine unerwartet große Rolle. Hätte einer der von Maigret Befragten im entscheidenden Moment nicht noch einmal im Kontorbuch geblättert, dann wäre die Sache anders ausgegangen, teilt uns Simenon ausdrücklich mit; und obwohl man weiß, dass die Aufklärung eines Verbrechens in diesem Kosmos beileibe nicht auch dessen Ahndung bedeutet, schon gar nicht dessen juristische Aufarbeitung, nimmt man diese Wendung doch mit einer gewissen Dankbarkeit hin. Dafür ist der Bösewicht dieses Buches einfach zu unangenehm, er ist am Ende jeder Würde, vor allem der angemaßten Würde, entkleidet, und dass Manieren mitunter das komplette Gegenteil von Takt bedeuten, zeigt sich hier sehr schön. Maigret sei ein Proletarier durch und durch, heißt es in einem früheren Fall, und hier ahnt man, warum er auch nach vielen Jahren des gesellschaftlichen Aufstiegs so unerschütterlich dabei bleibt.

Lieblingssatz: „Ohne sich um den Stenographen zu kümmern, der ihm zusah, nahm Maigret einen riesigen Schluck direkt aus der Flasche, wischte sich den Mund ab, ging auf den Korridor hinaus und machte mit einer entschlossenen Bewegung die Tür zum Wartezimmer auf.“

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