So nüchtern klingt das Ende einer einunddreißigjährigen Verlagsgeschichte: Am Donnerstag hat der Vorstand der Eichborn AG beim Amtsgericht Frankfurt am Main wegen drohender Zahlungsunfähigkeit einen Insolvenzantrag gestellt. Der Schritt war notwendig geworden, da die Gesellschaft die erforderliche Sanierung nicht aus eigener Kraft finanzieren könne und Versuche, eine Finanzierung von außen zu erlangen, nicht erfolgreich gewesen seien, teilte der Verlag in einer Erklärung mit.
Mitte der Woche war bekanntgeworden, dass der für den 1. Juli geplante Umzug des Frankfurter Verlags nach Berlin geplatzt war (Abbau statt Aufbau: der Eichborn Verlag steht vor dem Ende). Das 1981 von Vito von Eichborn gegründete Haus war mit dem Berliner Aufbau-Verlag zunächst eine Vertriebskooperation eingegangen, Anfang 2011 verkündeten beide Häuser eine Fusion in Berlin. Aufbau-Eigentümer Matthias Koch hatte im Zuge des Bündnisses fünfundsiebzig Prozent der Eichborn-Aktien von dem Unternehmer Ludwig Fresenius erworben. Über Eichborns Zukunft wird von jetzt an nicht mehr in Berlin entschieden, sondern in Frankfurt – durch den vorläufigen Insolvenzverwalter Holger Lessing.
In einer ersten Mitarbeiterversammlung sagte der Jurist gestern zu, den Geschäftsbetrieb mit dem Ziel einer übertragenden Sanierung aufrechtzuerhalten. Vorstand, Betriebsrat und Mitarbeiter erklärten ihre Unterstützung, da sie davon überzeugt seien, dass der Verlag nach erfolgter Sanierung gute Chancen auf dem Markt habe. Die Hoffnung stirbt immer zuletzt.