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Google und das Urheberrecht Alles hängt jetzt von Europa ab

 ·  In Amerika wächst der Widerstand gegen den Angriff des Internetkonzerns Google auf das Urheberrecht. Michael W. Perry ist einer der amerikanischen Kläger. Er erklärt, warum Europa in diesem Konflikt nicht klein beigeben darf.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (15)

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Volker Bellendorf

Content einfach "grabschen"

Google ist doch nicht ernsthaft zu bremsen. Mit YASNI habe ich ebenfalls ähnliches erlebt, auch hier wandert der sog. "Content", also das was MEINE Webseite und MEIN Angebot ausmacht plötzlich von A nach B und man meint, das wäre alles richtig so. Content ist grundsätzlich FREI, die Google & CO Dinger vergessen nur den eigentlichen Sinn von FREI. Der bezog sich mal auf FREI in EINE Richtung und nicht FREI in Sachen nehmen ( klauen ) und dann als Wettbewerber aufzutreten. Das Internet wird an dem Punkt immer Perverser und sogrgt so richtig dufte für Unmut bei jedem Author, sei es in Papier oder digitaler Form.
Google ist vom reinen Suchfenster schon lange zu einer Krake mit vielen Armen mutiert und da gehört auch ganz klar ein juristischer Riegel vorgeschoben. Ebenfalls Streetview. Noch so ne Abart von Einbruchshilfe. Ich will das nicht und kann mich nicht wehren dass die bei mir über`n Zaun knipsen ??

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Andrés Ehmann
Andrés Ehmann (Serdna) - 06.05.2009 12:27 Uhr

weitgehend unerheblich ob google scannt oder nicht

Für die geplagten Verlage, die im Moment vom Internet subventioniert werden, denn auf die CD / DVD wird überwiegend Material aus dem Internet gebrannt, die Zwangsabgabe, die auf diesen lastet, weil vermutet wird, dass es geschützte Inhalte sind, ist falsch und wird immer fälscher. Gleiches für die Zwangsabgabe auf Drucker, Scanner etc. Das ist aber auch nicht das Problem der Verlage. Brockhaus hat nicht pleite gemacht, weil die Inhalte kopiert wurden, sondern weil sie komplett neu erschaffen wurden. Gleiche Liga für alle Art von Wissen, sukkzessive je nach Affinität, zuerst EDV nahe Themen, dann Themen, wo die Internettechnologien überlegen sind (Sprachen) etc. Das Wissen wird langfristig komplett neu ins Internet eingespeist. Frei und kostenlos. Das ist die ganz große Chance für die Gesellschaft und übrigens auch für Schulen, Sparpotential im Jahr allein für Bücher im Bereich Sprachen etliche 100 Millionen Euro bei deutlich höherer Qualität. Im übrigen: Wir bieten Inhalte kostenlos im Netz an und verkaufen DIESELBEN Inhalte als BUCH und leben dabei prächtig. Die ganze Diskussion ist also eine Dinosaurier Diskussion von Leuten, die nicht ganz mitgekommen sind. Lustig, so was zu lesen, wirtschaftlich irrelevant.

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Filip Stankovic

Google - All you can read

Da kann man einfach nur noch mit dem Kopf schütteln. Die monetäre Elite macht was sie will. Reg dich doch nicht so auf, hast doch nur Jahre an dem Buch geschrieben.
Vielleicht sollten die Internetfahnder Google mal genauer unter die Lupe nehmen. Das kommt mir alles sehr dubios vor. Zur Sache: Was meinen Sie was passiert, wenn jeder freien Zugang zu allen Büchern hat. Schauen Sie sich mal die Einbrüche in der Musikindustrie an. Denen weine ich keine Träne nach, aber bei Literatur sieht das schön ganz anders aus. Ich sehe das wirklich ganz nüchtern: Jemand schreibt an Buch und lässt mich an seine wertvollen Gedanken teilhaben. Dafür zahle ich gerne Geld.
Die Buchhändler zittern wahrscheinlich bereits.

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Alex Merck
Alex Merck (AlexM3) - 05.05.2009 19:08 Uhr

Menschenrechte, Herr Hertrich?

Wie bitte, es ist ein Menschenrecht, jegliche kreative Arbeit konsumieren und jede Erfindung nutzen zu können, für die andere (oft lang ausgebildete Spezialisten) lange gearbeitet haben??? Es ist bestimmt auch ein Menschenrecht, jedes Fussballspiel kostenlos zu sehen etc. - na dann will ich meine Nahrungsmittel kostenlos, Internet-Zugang kostenlos etc.. Zumindest ersteres wäre ja wohl eher ein Menschenrecht. Oh ich habe vergessen, der Menschrechtsinhaber hat ja vorher Geld für einen Computer oder einen Consumer-Electronics - Gegenstand (Kindle , Reader etc.) und für seine Internet-Verbindung (die ja bekantlich auch ein Menschrecht ist und desshalb kostenlos sein sollte, hacken wir uns also beim zahlenden Nachbarn ins WLAN ein) ausgegeben, was ihn natürlich zu allem berechtigt. Klingt nach "Heise / ct" Gläubigen. Nur weil man mit moderner Technik umgehen kann bzw. ein paar Zeilen Code schreiben kann, braucht man scheinbar sonst kein Denkvermögen mehr zu haben?

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Hans-Werner Bender
Hans-Werner Bender (DRHWB) - 05.05.2009 17:59 Uhr

Google hat sich Book-Scanning-Technik patentieren lassen, Herr Hertrich.

Meldung von Heise-online vom heutigen Tag. Selbst Urheberrechte beanspruchen und schützen lassen, aber die von Dritten missachten. --- Ihre Einstellung zu Patentrechten mag in bestimmten Kreisen populär sein, sie ist aber falsch. Natürlich ist ein Patent hinderlich, besonders für Nachahmer. Das ist für kostenintensive forschende und entwickelnde Firmen überlebenswichtig. Am Beispiel der Pharmazie. Die Entwicklung moderner Medikamente kann mehrere hundert Millionen bis zu einigen Milliarden Euro kosten. Glauben Sie denn, diese Medikamente würden ohne Patentrechte entwickelt werden, entwickelt werden können? Dann gäbe es nicht einmal Aspirin. --- Oder weshalb entwickeln diejenigen, die Patente für überflüssig halten, keine Medikamente und stellen diese der Allgemeinheit zur Verfügung. Es gibt großen Bedarf an Medikamenten für seltene Erkrankungen, auch in den Entwicklungsländern. Also los geht`s, keine Hemmungen, keine Ausreden, keine großen Sprüche. Zeigen dass es geht.

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Paul Rabe

Google per einstweiliger Verfügung stilllegen -> siehe Wikipedia Sperrung

Google geht in Deutschland ein Risiko ein. Wenn ein Autor seine Rechte verletzt sieht sind amerikanische Zivilrechtsprozesse vollkommen irrelevant. Im Zweifel wird dann Google per einstweiliger Verfügung von deutschen Providern gesperrt bis gerichtlich geklärt ist ob Google Rechte verletzt. Natürlich wird Google dann sofort das entsprechende Buch löschen, aber schon ein einziger Tag Ausfall hätte für Google hohe Kosten zur Folge. Das dies passieren kann hat man an der deutschen Seite von Wikipedia gesehen, welche auch von Gerichten erstmal stillgelegt wurde.

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Björn Hussels

genau

so wollte Perry den Meinungsaustausch anstoßen; nur bedauerlicherweise nimmt man ihn hier, in der "stillen Ecke" der Lesermeinungen kaum wahr.

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Jürgen Herberger

@ hertrich

Frage: und wer, wenn sich damit kein oder nur noch sehr wenig Geld verdienen lässt, macht sich ihrer Meinung nach dann noch die Mühe, hochwertige, vor allem kreative Inhalte für die Allgemeinheit zu produzieren ?

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Bert Greve

Urheberrecht schadet nur? @Hertrich

Und wovon soll ich als Autor dann leben? Damit "hochwertige Inhalte" der Menschheit zugänglich gemacht werden können, müssen sie erstmal produziert werden. Und wer sollte daran noch Interesse haben, wenn alles kostenlos ist. Diese Gratis-Mentalität was geistige Produkte angeht ärgert mich. Niemand würde auf die Idee kommen, ein Handwerker sollte seine Arbeit kostenlos zur Verfügung stellen.

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St. Koch
St. Koch (Pensacola) - 05.05.2009 16:00 Uhr

Abschalten !

Google benimmt sich schon seit einiger Zeit übergriffig und agressiv, gegenüber den Rechten des Einzelnen insbesondere Urheberrechten. Mit der imaginären "Macht der Masse" scheint Google sich über geltendes Recht hinwegsetzen zu wollen. Auch wenn Google eines der größten Internet-Unternehmen ist kann es sein Angebot doch nicht dadurch erweitern in dem es anderen ihr geistiges Eigentum stiehlt. Wenn Google dies dennoch tut, macht sich jeder, der noch Google-Dienste nutzt mit gemeinen Dieben gleich, denn er partizipiert von deren Straftaten. Man sollte Google wegen seiner Machtgeilheit einfach mal eine Zeit abschalten um den Verantwortlichen bei Google wieder klar zu machen, das es auch ohne Google Internet gegeben hat, geben kann und geben wird. Einfach weil Google nicht das Internet ist, war oder je repräsentiert hat.

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Christian Mertens

@vorredner

Die Idee, das Urheber- und Patentrecht abzuschaffen, ist grundsätzlich nett. Problematisch wird es nur für diejenigen, die durch Ideen leben. Warum sollte sich ein Autor die Mühe machen, ein Buch zu schreiben, wenn er kein Geld damit verdient. Oder, noch einen Schritt weiter: Welcher Autor hat die Zeit, sich mit dem Schreiben von Büchern zu beschäftigen, wenn er "nebenher" Geld verdienen muss? Und wieso sollte ein Pharmaunternehmen - oder ein Autounternehmen - viel Geld in ein Projekt stecken, wenn es ihnen genau 0,0 Euro an Gewinn verspricht.
Und wieso ein solcher Vergleich "gültig" ist? Ganz einfach: eine solcher Vergleich verbietet es jedem, mit dem "gleichen Fall" ein amerikanisches Gericht anzurufen. Der Vergleich gilt also nicht für jeden, der nicht widerspricht. Wer nicht widerspricht, kann sich nur nicht mehr an das zuständige Gericht wenden und daher keinen Schadensersatz verlangen.

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Anette Wörner
Anette Wörner (Brel1) - 05.05.2009 15:57 Uhr

Wenn Diebstahl legitim wird...

Werde ich mich künftig auf die unwürdige Google-Praxis berufen können und straffrei bleiben, wenn auch ich Urheberrechte verletze oder Diebstahl begehe? Wo legen wir künftig das Maß an? Wie wollen wir dem Diebstahl künftig juristisch begegnen, wenn wir uns durch Google an den Rechtsbruch gewöhnen? Wollen wir hochrechnen, was geschieht, wenn das google-Modell: - auf illegalem Wege Fakten schaffen und sich hinterher freiklagen - Schule macht? Lieber nicht!
Und was ist nationales Recht noch wert, wenn es die Rechte seiner Bürger nicht schützen kann? Eine solide und gewachsene rechtliche Situation ist gefährdet durch die Perversionen einen größenwahnsinnigen Konzerns, der Wissensmonopolist werden will, und dem dabei die grenzenlose Bequemlichkeit einer stumpfen Öffentlichkeit in die Hände spielt. Wer je mit google zu tun hatte, kennt die undurchsichtigen und unehrlichen Geschäftspraktiken des Konzerns; der Laden ist zu groß und zu autonom von geltendem Recht; er kann schon jetzt machen, was er will.

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Peter Zentner

Gedanken zu Ende denken

"Gesetze, die ärmeren Leuten Kulturgüter vorenthalten und damit anderen ermöglichen, sich daran zu bereichern, verstoßen in meinen Augen gegen die Menschenrechte", schreibt Herr Hertrich. Absurde Standpunkte dieser Art haben wir in der Google-Diskussion zuhauf genießen dürfen; es ist eine Denkweise, die sogar auf der Schmalspurbahn für geistige Kleinrentner zu halben Preisen reisen darf. — Fragen an Herrn Hertrich:
(1) Welcher Computerbesitzer mit Internetzugang ist denn arm? (2) Müssten, wenn's nach Ihnen ginge, nicht auch auch Opernhäuser, Konzertsäle, Theater, Kinos, Kunstausstellungen und Museen gratis sein? (3) Möchten Sie Ihren geliebten iPod 1:1 nachbauen und weltweit vermarkten, ohne dass Patentrecht und Markenschutz Sie daran hindern? (4) Gehört zu Ihrer Version der Menschenrechte auch das tägliche Gratisbrötchen beim Bäcker? — Fällt, wie Sie es dumpf herbeisehnen, das Urheber- und das Patentrecht, so fällt auch jede Kultur- und Industrienation. Es ist meist erhellend, kleine Gedanken zu Ende zu denken und dabei ihre großen Konsequenzen zu entdecken — ehe man sie in die Welt pustet.

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Jochen Mues

Rätselhaft

Dass der Angriff von Google auf das Urheberrecht eine Linie überschreitet, die nicht überschritten werden darf, ist selbstredend. Auch erklärt der Autor verständlich, dass und warum ein Urteil in einem per Massenklage angestrengten Verfahren für alle Betroffenen bindend ist. Was mir aber immer noch rätselhaft ist: ein aussergerichtlicher Vergleich ist doch im Grunde nichts anderes als ein privatrechtlicher Vertrag zwischen zwei Parteien, bei dem das Gericht als Notar fungiert. Diese beiden Parteien können untereinander natürlich alles Mögliche vereinbaren. Aber wie ist es möglich, dass diese beiden Parteien – ohne gerichtliches Urtei!l – unter sich eine Vereinbarung treffen und festlegen können, dass diese, falls ihr nicht ausdrücklich innerhalb einer bestimmten Frist widersprochen wird, für alle Autoren der Welt gilt?

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Ingo Hertrich

Urheberrecht und Patentrecht schaden eigentlich nur

Von mir aus könnten Urheberrecht und Patentrecht vollständig abgeschafft werden. Man muss sich nur fragen, wer am meisten von diesem Rechten profitiert. Das sind nämlich nicht kleine Autoren, sondern der Hauptteil geht an grosse Medienkonzerne und ganz wenige Prominente, die oft nur zufällig Glück gehabt haben bei der Vermarktung ihrer Ideen. Unsere geistigen Kulturschätze und Erfindungen sind Menschheitsgut und sollten für alle kostenlos zur Verfügung stehen. Auch wenn Google hier vielleicht irgendwelche schiefen Tricks anwendet, so ist es doch immer für die Gesamtbevölkerung begrüssenswert, wenn hochwertige Inhalte frei verfügbar gemacht werden. Gesetze, die ärmeren Leuten Kulturgüter vorenthalten und damit anderen ermöglichen sich daran zu bereichern, verstossen in meinen Augen gegen die Menschenrechte.

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