09.05.2009 · Das Google Book Settlement ist ein Angriff auf unser Verständnis von Urheberrecht - und völkerrechtlich höchst problematisch. Noch gibt es die Chance, das Abkommen zu stoppen. Dabei ist auch die Politik gefragt.
Von Burkhard HessRichtlinien für Lesermeinungen
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Ist das Autorenprivileg noch zeitgemäß?
Jeder Komponist der mehr als drei Takte Musik generiert und jeder Autor, der einige Zeilen Text schreibt wird durch das Urheberrecht 75 Jahre geschützt. Das machte in Zeiten, in denen das Stechen von Noten oder das Drucken von Büchern erhebliche Kosten verursachte durchaus Sinn. Im digitalen Zeitalter ist das ganze ziemlich sinnlos. Es wäre an der Zeit bei Literatur und Musik ein ähnliches Verfahren wie in der Technik einzuführen. Hat ein Ingenieur eine Idee und will diese schützen muss er ein Patent anmelden, dabei ist eine gewisse Erfindungshöhe nachzuweisen Sowohl bei der Anmeldung des Patents als auch bei Verlängerung des Schutzes sind Gebühren zu bezahlen. Bei Musik und Literatur würde eventuell ein vereinfachtes Verfahren mit einer gebührenpflichtigen Registratur genügen. Damit könnten sich Autoren auch ohne Verlag gegen Urehberrechtsverletzungen wirksam schützen. Die Gebühr würde sicherstellen, dass nicht jede triviale Äusserung eines Kreativen beliebige Aktionen in unserem Rechtssystem auslösen kann.
Seit längerem wird gegen Google Front gemacht. Bei meiner eigenen Büchersuche bin ich allerings nur auf zwei Gruppen Vollansicht- Bücher gestossen: Gruppe A war soweit er mir ersichtlich war, ohnehin von den Autoren frei ins Internet gestellt worden (wird häufig gemacht, da unbekannte Autoren meist sowieso keinen Verlag finde), und Gruppe B waren Werke die soalt sind dass sie gemäss den Bernern Verträgen veröffentlicht werden dürfen, auch im Einklang mit deutschen Recht (Werk ist 75 Jahre nach dem Tod des Autors frei).
Ich zweifele an der jetzigen Stimmungsmache, ebenso wie an der Berechtigung der sogenannten "Heidelberger Erklärung".
Es ist klar, dass traditionelle Verlage ihre Felle davonschwimmen sehen, jahrelang haben sie Bestseller vermarktet, in der Generation "Konsalik-Leser" ging das ja gut. Heute verlangen sowohl Autoren, als auch Kunden auch das E-Book, weil es die Meinungsfreiheit fördert und eine Vielzahl spezieller Titel ermöglicht, vor diesem Hintergrund sehe ich die Stimmungsmache der Verlage.
Ich persönlich konnte keine massiven Raubkopien in der Googlebuchsuche finden.
Soweit Google widerrechtlich massenhaft Bücher deutscher Autoren und Verlage scannnen würde, könnte die Bundesregierung immer noch tätig werde
In der Tat ein substantieller Beitrag
zum Thema US-amerikanischer Rechtsgestaltung und ihrem globalen Anspruch. Mal wieder was gelernt.
Das Abendland wird NICHT untergehen..
So, erstmal tief durchatmen, bevor die Bundesregierung eingeschaltet wird. Der Artikel debatiert viel zu theoretisch eine Katastrophe herbei, die es so nicht geben wird. Praktisch betrachtet, ist es besser seine Buecher auf der von Google bereit gestellten Web-site zu verwalten als auszusteigen. Man kann Google saemtliche Nutzungsmoeglichkeiten nach belieben ein-und ausschalten, und seine Wahl auch immer wieder aendern. Dann bekommen Sie die USD 60 und Google kann trotzdem aktiv nichts mehr mit Ihrem Buch anfangen. Das macht viel mehr Sinn als opting out. Nach opting out muessen Sie weiter vor Gericht und beweisen, dass Google tatsaechlich Urheberrechtverletzungen vorzuwerfen sind - und Google hat im Zweifelsfall tiefere Taschen.
Fuer einen erfolgreichen Bestseller wird es Sinn machen, alles abzuschalten, was Google machen will. Fuer ein vergriffenes Werk (out of print), sollte man sich das nochmal ueberlegen. Google stellt sich einige Verwertungsmodelle vor, die vielleicht ganz interessant sein koennten.
Der einzige Knackpunkt ist das Kartellrecht. Denn Google bekommt eine ausserordentlich starke Stellung ueber "orphan works", dh deren Schoepfer/Rechteinhaber nicht mehr aufzufinden sind - denn die werden sich nicht melden.
Zivilisationsgewinn gegen Pfründesicherung
Geflissentlich ignorieren Zeitungs- und Buchverlage den Zivilisationsgewinn durch Google-Books. Der US-Konzern rettet als einziger "tote", nicht mehr auf dem Markt erhältliche Bücher (sog. "orphans" - z. B. Werke aus dem 17. Jahrhundert) vor dem Vergessen & Verschwinden. Neue, vermarktbare Bücher werden nicht angetastet. In der viel breiteren amerikanischen Diskussion verweisen viele darauf, dass jeder ein solches Projekt anstoßen und durchführen kann. So retten sie die Zeitungs- und Buchverlage nicht! Neue Konzepte, Versuch & Irrtum und Wagnis sind gefragt (siehe NYTimes, Devices à la Kindle usw.). Kein juristisches Rechtegerangel ersetzt Unternehmermut und Investitionen. Sollte Google-Books ein den Markt gefährdendes Monopol erreichen, kann es mit wirksamen Antitrust-Maßnahmen begrenzt werden. Wer in seine alte Welt zurück will, sollte Name Server Nr. 1 in Washington abschalten oder chinesische Kontrollverhältnisse einführen. Wer will das?
...die Amis mache es unter sich aus, was den Rest der Welt beglückt. Und weil bei uns denen keiner die Zähne zeigt können sie das auch. Oder hat irgendwann schon ein europäischer Staat eine amerikanische Firma gezwungen, Kundelisten rauszugeben, ansonsten schliessen oder in Konkurs getrieben...Nee, machen wir nicht, machen nur die mit uns, UBS etc.
Google wird auf dieser Schiene das neue Microsoft: ein Gigant, der jede Konkurrenz im Keime erstickt, nicht weil er so gut ist, sondern weil man nicht den Anfängen gewehrt hat und ahnungslose Akkolyten mit leutem Geschrei diese Quelle des Fortschritts verteidigen.
Bitte mal genau lesen: jeder Autor bekommt Euro 60 für sein Werk. Hallo! Wo sind wir denn? Geistiges Eigentum kann auch Broterwerb sein, zumindest aber ist es so sehr Eigentum wie physisches Eigentum. Wer von freiem Herunterladen spricht sollte sich mal überlegen wie er reagieren würde, wenn ein Bezirksgericht in New York entscheiden würde, dass aufgrund von "amicus dei" und "vox bovi" und was auch immer sein Gehalt gestrichen würde, und das auf einam Rechtskraft hätte.
Mal sehen was die Anwälte der Autorin von Harry Potter dazu sagen. Aber die wirds wie üblich nicht erwischen, da gibts sicher ein gentleman's agreement.
@H.Mitzsch: Im Prinzip stimme ich Ihnen auf diesem speziellem Feld zu
Um Google oder anderen searchengines, die unkontrolliert und ohne ausdrückliche Genehmigung Daten über das Verhalten der user im Internet sammeln, mache ich aus Prinzip einen großen Bogen, auch wenn es schier unmöglich erscheint, den "google.clicks" auf den meisten Webseiten zu entkommen. Allerdings hat die klassische Publikation in Buchform den Nachteil, daß es wesentlich zeitaufwendiger ist, gezielt Abschnitte zu finden oder Zusammenhänge in Verbindung mit Veröffentlichungen der selben Materie zu knüpfen. Das selbe gilt auch für eingescannte Publikation bei google o.ä., die nichts anderes sind, als eine Ansammlung von bitmaps und sich daher kaum von der alten photocopy unterscheiden. Erst wenn eine spezielle software oder ein user den Text in den bitmaps in eine editierbare Form bringt, kommen die Vorteile der digitalen Veröffentlichungen zum Tragen. Dann allerdings ist sie der klassischen Form in punkto effektiver Nutzung weit überlegen. Vor 30 Jahren benötigte ich z.B. mehrere Monate, mit Hilfe von Handbüchern und Fachliteratur eine neue Programmierspreche zu erlernen, heutzutage ist es dank der vorhandenen digitalen Resourcen in knapp einer Woche zu schaffen.
Ich kann nicht sehen das Google damit irgendwem schadet. YouTube hat gezeigt das ein online verfuegbares Produkt deshalb noch lange nicht vor dem Marketingtot steht. Ganz im Gegenteil, vielleicht sollte man von diesem Beispiel lernen und gesetzlich von Google Abgaben fuer jeden Abruf eines Buches nehmen.
Zudem bin ich mir sicher das sich das Onlinebuch nicht zu 100% auf dem Markt breitmachen wird. Wer schonmal ein Buch im Internet gelesen hat, wird festgestellt haben das einem da nach 50 Seiten die Augen wehtun. Lieber kaufe ich mir da fuer 5 Euro ein EBook, das ich auf meinem Lichtfreien Reader lesen kann. Fakt ist auch das die Autorenwelt noch viele andere, ungenutzte Bereiche zur Verfuegung hat um Kapital aus ihren Werken zu schlagen. Es stehen noch viele Wege offen.
Ich wundere mich wirklich über diesen Artikel, aus mehreren Gründen.
1. Soweit ich das sehe, geht es hier um eine Amerikanisches Gerichtsurteil, zu einem Abkommen das Google mit Amerkianischen Autoren und Verlagen hat. Und egal wie schlau oder nicht schlaue wir die Amerikanische Entscheidung finden: Es ist immernoch Amerikas eigene Sache zu entscheiden, was es mit seinen Büchern macht oder nicht. Die Deutschen Verlage werden ihre eigene Einigung mit Google finden oder nicht finden, aber wie man das in Amerika geregelt hat, geht uns an sich nix an.
2. "Völkerrechtlich höchst problematisch" heißt es da im Teaser dieses Artikels - man korregiere mich bitte, aber ich habe Literatur bisher für einen Wirtschaftszweig
gehalten, der in jedem Staat bestimmten Gesetzen unterliegt. Wo genau liegt da der Völkerrechtliche Aspekt?
3. Hat sich einer der Autoren hier mal Google Books angesehen. Da gibt es zwar eine Menge vollständige Bücher zu finden, aber die sind meist ein wenig alt. Von neuen gibts meist nur Leseproben. Von daher ist das ganze hier viel Lärm um nichts....
Die Bundesregierung sollte lieber deutsches Recht anwenden
Als amicus curiae in den USA soll sie auftreten, statt google in Deutschland wegen Urheberrechtsverletzung in das Loch zu schmeissen. Was ist das denn fuer eine krause Juristerei? Trick 17 mit Selbstueberlistung?
Hier schreiben einige völlig ohne (Sach-)Verstand und abstaktes Denkvermögen.
Wie kann man nur Musikindustrie mit Buchindustrie vergleichen?
Die Musik, um die es geht, bekommt man auf hunderten, wenn nicht tausenden von Radiosendern täglich rund um die Uhr in bester Qualität frei Haus geliefert. Ob ich diese Songs legal dort aufzeichne oder angeblich illegal fileshare ist völlig irrelevant.
Zeigen Sie mir mal die 100 Sender oder vergleichbares, die jeden Tag rund um die Uhr Bücher an den Mann bringen ...
Na? Dämmert's
Genau ... man kann diese beiden Branchen überhaupt nicht in einen Topf werfen.
Daß die Welt nicht mehr so ist wie vor 30 Jahren, sollte sich in der Zwischenzeit herumgesprochen haben. Jeder muß sich anpassen wenn er überleben will. Auch Buchautoren, Zeitungsleute, und alle anderen.
Laßt zu, daß jeden Tag 1000 Gesetze gemacht werden - eines schwachsinniger als das andere - und ihr habt jeden Tag 1000e Verbrecher mehr, weil sich keiner mehr an die Befolgung dieses Schwachsinns gebunden fühlt.
Jeder Eingriff des Stattes ist ein Eingriff zu viel ... Auch das werden alle noch lernen müssen ... es geht auch ohne die Regierungen, wie wir sie heute kennen ... auch die Gesetzesmacher hat die Neuzeit überholt ...
Gottseidank wehren sich zumindest teilweise die deutschen Verlage (zB einer aus München) für Ihre Authoren gegen die Enteignung. Einer aus Bonn scheint das Problem eher zu verschlafen oder agiert heimlich.
Ob ein Eingreifen der Bundesregierung erforderlich ist oder rechtliche Mittel ausreichen, können wohl nur die Anwälte beurteilen.
Und wenn ja sollte es doch möglich sein, einem nicht wirtschaftsfernen Wirtschaftsminister klar zu machen, dass seine Unterstützung gefragt ist.
Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben (sagte jemand, der bewies, dass er über dem Gestzt steht). Und da alle unsere Verlage unflexibel und konservierend sind, die staatlichen, von uns bezahlten Bibliotheken ebenso keinen Handlungsbedarf sahen trotz vielfacher Aufforderungen und Hinweise, ist es so, wie es ist. - Ich freue mich auf den freien Zugriffdurch unkomplizierten Zugang!
Die bücherschreibenden "Professoren", deren Leserkreis ohnehin sehr gering ist, wie sie sagen, erhalten ein Salär vom Staat. Die Ergebnisse, die sie veröffentlichen, sind u.U. von Mitgliedern des Lehrkörpers und der Lehranstalt erarbeitet oder zusammengetragen. Die Professoren sind an Veröffentlichungen auch wegen der eigenen Reputation interessiert, sozusagen ihr Nachlass in der Wissenschaft. Das geistige Eigentum ist schon als ziemlich relativ anzusehen. Eine größere Platform erhöht u.U. die Zugriffe. Oder auch nicht ;-)).
Es wird Zeit... an den Mehrwert für die Menschheit zu denken
Die überkommenen Geschäftsmodelle der Verlage und Plattenlabel beruhen einzig und allein auf dem Manko der alten Technik, dass verlustfreie Kopien nur mit hohem Aufwand möglich waren. Mit der digitalen Technik wird alles anders: Ob es eine Kopie eines Buches oder eines Musikstücks gibt oder eine Million Kopien, der Herstellungspreis ist heute prinzipiell derselbe, nämlich null.
Gleichzeitig ergeben sich völlig neue Methoden der Wissensgewinnung: Das Wissen vieler Menschen kann aggregiert werden (z.B. Wikipedia). Eine Anwendung von Volltext-Suchalgorithmen gleichzeitig auf alle Bücher der Welt wird die Forschung revolutionieren. Ein echter Synergieeffekt stellt sich aber nur ein, wenn (fast) alle Bücher online sind. Jeder Mensch kann künftig kostenlos Bücher veröffentlichen, trotzdem wird es demokratische Bewertungs- und Qualitätssicherungs-Mechanismen geben, die die Spreu noch besser vom Weizen trennen als Verlagslektoren dies jemals konnten.
Alles zusammen ergibt einen Mehrwert für die Menschheit, der jedes Vorstellungsvermögen übersteigt. Diesen Mehrwert durch kleinkarierte Urheberrechtsstreitigkeiten zu verzögern (denn aufzuhalten ist er eh nicht), ist ein Verbrechen an der Menschheit.
Kritiker vernachlässigen oft die Tatsache, dass das bloße Einscannen und die Einbindung in die globale Suche ein Buch noch nicht downloadbar machen. Selbst wenn ein Buch downloadbar ist, wird vernachlässigt, dass dies die Nachfrage nach Papierexemplaren eher anheizen als behindern wird. Die Verlage werden noch lange Papierbücher verkaufen können, denn in der Benutzungsfreundlichkeit bleiben sie unübertroffen. Für alte und neue Bücher wird zusätzliche Nachfrage generiert, wenn sie als Suchergebnisse erscheinen.
Meine Vorkommentatoren kann ich nicht verstehen, sie wissen scheinbar nicht, was geistiges Eigentum bedeutet.
Bei der Kirtik an google book geht es bestimmt nicht um Bücher von Leuten wie Dieter B. oder ähnlichen Stars. Diese Bücher, werden durch das Selbstdarstellungsbedürfnis ihrer Autoren auch in Zukunft geschrieben werden. Nein, google book stellt auch Fachliteratur zur Verfügung. Diese Gattung von Büchern hat einen kleinen Lesekreis. Manchmal richtig klein. Die Auflagen sind gering, die Kosten hoch. Kein Professor wird in Zukunft ein Buch schreiben, wenn er dafür keine Aufwandsentschädigung bekommt, weil das Buch nicht verkauft, sondern hoch- und rutnergeladen wird. Das ist ein Verlust für die Gesellschaft und der große Gegensatz zur Musikindustrie!
Es wird allerdings höchste Zeit, dass die Regierungen eingreifen. Falls Googles Chuzpe Erfolg hat, wird der Konzern sich mit diesem unglaublichen Coup zum Weltmonopolisten für Literatur machen. Jeder andere Verlag, auch die z.Z. noch großen, wird von den Krümeln leben, die von Googles Tisch fallen. Schlucken die Gesetzgeber - eigentlich muss man "Gesetzgeber" schreiben - diesen weltweiten einmaligen Beutezug, sind als nächstes Musik und Filme fällig. (@musiker123: Da winken Ihnen noch mal 30 Euro für Ihre Rechte! ) Ein weiteres preiswertes class action-Verfahren und wir brauchen in ein paar Jahren auch keine Musikhändler, TV-Sender oder Rundfunkanstalten mehr; everything on demand online bei Google abrufbar. Schöne neue Welt: 90% der heute in der Kulturproduktion oder Verteilung Tätigen können sich dann neue Berufe suchen, 10% verstecken sich in peripheren Nischen. Googles Wahlspruch 'no evil' könnte dann in der neuen Weltkultur vervollständigt werden mit 'no evil that we did not accomplish'. Wer ein solches Monopol auf Medienprodukte als 'innovatives Geschäftsmodell' verteidigt, ist für mich schlicht naiv.
Es wird allerdings höchste Zeit, dass die Regierungen eingreifen. Falls Googles Chuzpe Erfolg hat, wird der Konzern sich mit diesem unglaublichen Coup zum Weltmonopolisten für Literatur machen. Jeder andere Verlag, auch die z.Z. noch großen, wird von den Krümeln leben, die von Googles Tisch fallen. Schlucken die Gesetzgeber - eigentlich muss man "Gesetzgeber" schreiben - diesen weltweiten einmaligen Beutezug, sind als nächstes Musik und Filme fällig. (@musiker123: Da winken Ihnen noch mal 30 Euro für Ihre Rechte! ) Ein weiteres preiswertes class action-Verfahren und wir brauchen in ein paar Jahren auch keine Musikhändler, TV-Sender oder Rundfunkanstalten mehr; everything on demand online bei Google abrufbar. Schöne neue Welt: 90% der heute in der Kulturproduktion oder Verteilung Tätigen können sich dann neue Berufe suchen, 10% verstecken sich in peripheren Nischen. Googles Wahlspruch 'no evil' könnte dann in der neuen Weltkultur vervollständigt werden mit 'no evil that we did not accomplish'. Wer ein solches Monopol auf Medienprodukte als 'innovatives Geschäftsmodell' verteidigt, ist für mich ein Googlefascho.
Ein weiterer Fall, in dem die Bundesregierung ihren Aufgaben nicht nachkommt
Es wird so sein wie in vielen anderen Fällen: Kredit Karten ausserhalb der Bankenaufsicht, Auswirkungen der Patentierung von Genomen, gentechnisch verändertes Saatgut....
Wieder einmal wird versäumt, ganz offensichtlich kommerzielle Interessen, die auch hier hinter dem Bemühen von Google stehen, zugunsten einer minimalen Sorgfalt in die Schranken zu weisen. Es wird so getan, als sei profundes Fachwissen erforderlich, wie so oft würde der gesunde Menschenverstand reichen. Die einzigen signifikanten Profiteure sind hier die beteiligten Anwälte und Google, die Autoren (es wird nicht einmal der Versuch gemacht, diese angemessen zu repräsentieren) sollen mit einem Hungerlohn abgespeist werden, und mit voller Absicht wird versucht, hier eine juristische Tatsache zu schaffen, die es nur noich Google erlauben würde, im Internet Profite zu machen.
Während es richtig ist, dass die Autoren für die Vermarktung ihrer Werke verantwortlich sind, so ist der juristische Raum, in dem dies statt findet, immer noch in der Verantwortung der Politik.
Viel Hoffnung bleibt allerdings nicht in Zeiten, in denen die deutsche politische Kaste die schlechteste Lösung präferiert bzw. sich, falls eine solche nicht zur Hand, einfach eine ausdenkt.