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Fritz J. Raddatz zum Achtzigsten Gelangweilt haben wir uns nie

 ·  Lange Jahre herrschte Schweigen zwischen Fritz J. Raddatz und Marcel-Reich-Ranicki. Doch zum achtzigsten Geburtstag des Jüngeren darf einiges nicht ungesagt bleiben.

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Ich habe viele Jahre lang Artikel von Ihnen und auch über Sie, mein lieber Fritz J. Raddatz, aufmerksam gelesen. Ich habe viel von Ihnen, dem Jüngeren, gelernt. Ob Sie es glauben oder nicht: Ich blieb Ihnen auf meine Art dankbar, sehr dankbar.

Aber irgendwann hat mich eine Äußerung von Ihnen über mich vor zehn oder gar zwanzig Jahren verletzt. Ich zog es vor, von da an schweigsam zu bleiben, bis heute. So soll es sein: Ich werde schweigsam und dankbar sein. So soll es sein.

Wirklich? Nein, es soll noch etwas gesagt werden. Wann immer ich über Raddatz sprach und Raddatz über mich, da wussten wir: Gelangweilt haben wir uns nie. Und wie war es mit unseren Lesern? Haben sie sich, um Gottes Willen, je gelangweilt? Hierüber besser kein Wort.

Nur eines: Der Bessere von uns beiden war immer der Andere. Ich meine das ernst. Ich gratuliere Ihnen herzlichst! Ihr Kollege und Freund

Marcel Reich-Ranicki

Lesen Sie hier den Geburtstagsartikel von Volker Weidermann: Fritz J. Raddatz' 80. Geburtstag: Härchen in der Nase, Gartenzwerge im Sinn

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Jahrgang 1920, ehemaliger Leiter des Literaturteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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