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Montag, 13. Februar 2012
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Ehrung Friedenspreis für Claudio Magris

18.06.2009 ·  Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht in diesem Jahr an Claudio Magris. Der italienische Schriftsteller habe sich wie kaum ein anderer mit den Problemen des Zusammenlebens und Zusammenwirkens verschiedener Kulturen beschäftigt.

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Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht in diesem Jahr an den italienischen Schriftsteller Claudio Magris. Das gab der Börsenverein des Deutschen Buchhandels an diesem Donnerstag zum Auftakt der Buchtage in Berlin bekannt. Wie kaum ein anderer habe sich Magris mit den Problemen des Zusammenlebens und Zusammenwirkens verschiedener Kulturen beschäftigt, begründete der Stiftungsrat seine Wahl.

Der Börsenverein ehre mit Magris einen Literaturwissenschaftler, Essayisten und Romancier, der in zahlreichen Werken von der Vielfalt der Systeme und Sprachen Mitteleuropas, von Eigentümlichkeiten und Gegensätzen erzähle.

„Erzählendes und Reflektierendes, Faktisches und Fiktionales verbindet Claudio Magris in seiner ganz eigenen literarischen Weise und hebt dabei hervor, wie kreativ die Verschiedenheit sein kann, wenn sie denn in ihrer Eigenart geachtet und beachtet wird. Dies führt zu einem Verständnis, das ihn zu einem streitbaren Gegner von Ausgrenzung und kulturellem Dominanzdenken gemacht hat. Claudio Magris tritt für ein Europa ein, das nicht allein unter ökonomischen Gesichtspunkten sein Selbstverständnis erreicht, sondern seine geschichtliche und kulturelle Tradition und Vielfalt bedenkt und darauf beharrt. Es ist das Verständnis eines Humanismus des Einzelnen, der von der mitteleuropäischen Kulturtradition abgeleitet ist und wird dem gerecht, was Claudio Magris 'unser ironisches Gefühl für das Vielfältige' nennt“, führt der Stiftungsrat in seiner Begründung weiter aus.

Der Unerreichbare wurde überrascht

Während sich der Münchner Hanser Verlag hocherfreut über die Auszeichnung seines Autors zeigte, ist Claudio Magris für Glückwünsche nicht erreichbar. Er mache derzeit Urlaub auf einer Insel und habe dort keinen Handy-Empfang, sagte eine Sprecherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels.

In einem im Vorfeld geführten Interview gibt sich Magris von der Auszeichnung völlig überrascht: „Der Friedenspreis ist für mich immer ein bisschen ein Mythos gewesen“, sagte er dem „Börsenblatts des Deutschen Buchhandels“. Ein solch großer Preis zwinge, Bilanz zu ziehen. „Und diese Bilanz zeigt immer ein Defizit, von dem man hofft, dass die anderen es nicht bemerken.“ Eigentlich sei der Preis mit anderen zu teilen. „Was wir erreichen, das verdanken wir nie nur uns selbst, sondern vielen anderen, ohne sie hätten wir Wichtiges nicht gesehen, nicht verstanden, nicht gefühlt“, sagte Magris.

Der Friedenspreis wird zum 60. Mal verliehen

Der seit 1950 vergebene Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ist eine der bedeutendsten Auszeichnungen des Landes. Geehrt wird damit eine Persönlichkeit aus dem In- oder Ausland, die vor allem auf den Gebieten Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen hat. Verliehen wird die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, dem Dachverband der deutschen Buchbranche. Übergabe ist zum Ende der Frankfurter Buchmesse im Oktober traditionell die Paulskirche, wo 1848 die für die demokratische Entwicklung Deutschlands bedeutende Nationalversammlung tagte.

Die Preisträger werden von einem Stiftungsrat mit einfacher Mehrheit gewählt. Der Rat setzt sich aus Mitgliedern des Börsenvereins sowie Persönlichkeiten aus Kultur und Wissenschaft zusammen. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Albert Schweitzer (1951), Hermann Hesse (1955), Astrid Lindgren (1978), Siegfried Lenz (1988) und Vaclav Havel (1989).

Die Preisträger der vergangenen zehn Jahre

1999 Fritz Stern

2000 Assia Djebar

2001 Jürgen Habermas

2002 Chinua Achebe

2003 Susan Sontag

2004 Péter Esterházy (siehe auch: Friedenspreis für Péter Esterházy)

2005 Orhan Pamuk (siehe auch: FAZ.NET-Spezial: Pamuk und der Friedenspreis)

2006 Wolf Lepenies (siehe auch: Wolf Lepenies erhält Friedenspreis des Buchhandels)

2007 Saul Friedländer (sie auch:Friedländer erhält Friedenspreis)

2008 Anselm Kiefer (siehe auch: Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2008 an Anselm Kiefer)

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