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Sonntag, 12. Februar 2012
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Buchpreis-Entscheidung Ein Betriebspreis

13.10.2009 ·  Herta Müller oder nicht Herta Müller? Die Buchpreis-Jury hat aus der Defensive, in der sie sich offensichtlich sah, nicht herausgefunden. Um den Preis groß zu machen, hat sie die kleinere Lösung gewählt.

Von Felicitas von Lovenberg
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In zweifelhaften Fällen sollte man sich bekanntlich für das Richtige entscheiden. Seit fünf Jahren versucht das allherbstlich auch der Deutsche Buchpreis, dessen Reiz nicht zuletzt in der Zweifelhaftigkeit des kühnen Unterfangens besteht, den einen besten Roman des Jahres aufspüren zu wollen. Diesmal schien dieses Werk allerdings bereits gefunden, bevor die Jury überhaupt zu ihrer letzten Entscheidungsrunde zusammenkam.

Nun hat keiner, der etwas Wichtiges zu entscheiden hat, es gern, wenn seinem Machtwort vorgegriffen wird, schon gar nicht ein Kritiker – eine Spezies, die sich grundsätzlich von niemandem dreinreden lässt, ob von schwedischen Akademien, anderen Kritikern oder dem Publikum. In der Jury des Deutschen Buchpreises sitzen gleich sieben namhafte Kritiker, die noch dazu jährlich wechseln, also nur eine Gelegenheit haben, sich für das Richtige zu entscheiden. Zwar hatte Herta Müllers überragendes Werk „Atemschaukel“ auch vor der Nobelpreiskunde schon als Favorit gegolten. Seit Donnerstag aber lautete die Frage dann nicht mehr: Wer bekommt den Deutschen Buchpreis? Sie lautete: Herta Müller oder nicht Herta Müller?

Was war da geheuchelt?

Dass der Druck auf die Jury, nach dem Preis der Preise erst recht Unabhängigkeit, Originalität und Eigenständigkeit zu beweisen, stieg, ließ sich auch an dem seltsamen Verhalten einer Jurorin beobachten, die wüste Beschimpfungen gegen „Atemschaukel“ vom Stapel gelassen hatte, dann aber in die Mikrofone von ihrer nachdrücklichen Bewunderung für die Nobelpreisträgerin sprach. Die Frage, was da nun geheuchelt war, die Kritik oder das Lob, will man lieber nicht beantwortet sehen. Die Buchpreis-Jury hat aus der Defensive, in der sie sich offensichtlich sah, nicht herausgefunden. Um den Preis groß zu machen, hat sie die kleinere Lösung gewählt.

Es gibt wohl niemanden, der Kathrin Schmidt die Auszeichnung für ihren mutigen, mit dem Preis der SWR-Bestenliste geehrten Roman nicht von Herzen gönnt – am allerwenigsten übrigens Herta Müller selbst, die ihrer von der Entscheidung sichtlich überrumpelten Kollegin im Saal begeistert applaudierte. Dennoch: Souverän sieht diese Buchpreisentscheidung nicht aus. Nicht nur ins Ausland, dessen Aufmerksamkeit für die deutsche Literatur die Auszeichnung erklärtermaßen wecken will, wird das Bild eines literarischen Provinzialismus vermittelt. Der Buchpreis ist zum Trostpreis geworden.

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Eingeführte

Von Gerhard Stadelmaier

Nachhilfe zuerst: Die „Einführung“ nämlich ist republikweit an allen Theatern das meistgespielte Stück. Es dauert ungefähr eine halbe Stunde. Mehr