http://www.faz.net/-gqz-88r5v

Wegen Eröffnungsredner Rushdie : Iran sagt Teilnahme an Frankfurter Buchmesse ab

  • Aktualisiert am

Mit seinem neuen Buch auf Reisen: Salman Rushdie am Dienstag in Madrid Bild: AFP

Iran macht seine Drohung wahr: Weil die Buchmesse Salman Rushdie empfängt, sagt das islamische Land seine Teilnahme ab. Rushdie wird als „gewichtige Stimme in der weltweiten Diskussion über Meinungsfreiheit“ eine Rede zur Eröffnung halten.

          Iran hat seine geplante Teilnahme an der Frankfurter Buchmesse wegen der Anwesenheit des britischen Schriftstellers Salman Rushdie abgesagt. Rushdie sei wegen seiner „Islam-beleidigenden Bücher“ in der islamischen Welt verhasst, teilte das Kultusministerium in einer von iranischen Medien an diesem Donnerstag veröffentlichten Presseerklärung mit. Auch sein neues Buch richte sich indirekt gegen religiöse Werte und Überzeugungen, so das Kultusministerium.

          Rushdie ist als Eröffnungsredner bei der Auftakt-Pressekonferenz der Buchmesse am 13. Oktober angekündigt. Der indisch-britische Autor war 1989 mit einer „Fatwa“ belegt worden. Radikale Muslime hatten seinen Roman „Die satanischen Verse“ als gotteslästerlich empfunden und ein Todesurteil über ihn verhängt. Erst der reformorientierte Präsident Mohammed Chatami sorgte für Entspannung in der Angelegenheit. Er sagte, laut Islam stehe auf Gotteslästerung zwar die Todesstrafe, aber der Iran werde diese Fatwa nicht ausführen.

          „Seine Biographie und sein literarisches Werk verleihen ihm eine gewichtige Stimme in der weltweiten Diskussion über Meinungsfreiheit im Publizieren“, hatte Buchmessen-Direktor Juergen Boos die Einladung an Rushdie begründet. Meinungsfreiheit ist eines der Schwerpunktthemen der diesjährigen Buchmesse.

          Auch in seinem neuen Buch „Zwei Jahre, acht Monate und achtundzwanzig Nächte“ befasst sich Rushdie mit religiösem Fanatismus und der Frage, was Geschichtenerzählen dagegen ausrichten kann.

          Quelle: dpa

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Jamaika-Koalition : Der Grünstreifen am Horizont

          Vor vier Jahren haben die Grünen ihre Chance auf eine Beteiligung an der Regierung vertan. Diesmal wollen sie ernsthaft verhandeln. Das geht nur, wenn die Parteilinken mitmachen. Doch, sind die dazu bereit?
          Die britische Regierungschefin Theresa May und der EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker bei ihrem Treffen in Brüssel.

          Treffen von May und Juncker : Jetzt aber flott!

          Das Stocken der Brexit-Verhandlungen sorgte zuletzt für viel Kritik. Nun machen Jean-Claude Juncker und Theresa May Dampf. Bis Dezember soll ein Plan für die Scheidung stehen.
          Jordi Ciuxart, Vorsitzender des katalanischen Kulturvereins Omnium Cultural, und ANC-Chef Jordi Sànchez vor dem Gerichtstermin in Madrid.

          Krise in Katalonien : Führende katalanische Separatisten inhaftiert

          Die spanische Staatsanwaltschaft hat zwei katalanische Separatistenführer festnehmen lassen. Auch gegen Polizeichef Josep Lluís Trapero wurde Untersuchungshaft beantragt, er kam gegen Kaution jedoch vorerst frei.
          „Es war eine Landtagswahl“: Merkel am Montag in Berlin

          Nach der Niedersachsen-Wahl : Runter vom Baum und Schwamm drüber

          Die Parteien, die eine schwarz-gelb-grüne Bundesregierung bilden wollen, haben bei der Niedersachsen-Wahl alle verloren. Angeblich schadet das nichts. Denn nach der Wahl ist vor der Sondierung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.