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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Zum Auftakt der Buchmesse Macht unsere Bücher schöner!

 ·  Es steht gut um die gesellschaftliche Rolle der Literatur, doch schlecht ums Buchgeschäft: Das Buch hat sich vom Leitmedium zum Liebhaberobjekt gewandelt.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (11)

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Dietmar Schmitt

Ein staatlich gestützter Markt verschläft die Zukunft.

25 % Umsatz gehen den Buchhandlungen durch den Online-Buchhändler Amazon verloren, in den USA betrug der e-Book-Markt 2011 15,5 % (vs. 1 % hier), im 1. Quartal 2012 bereits ca. 20 % (2 %). Man hat Entwicklungen verschlafen, und verschläft sie weiter.

Bei den Großverlagen überwiegt die Angst von imaginär verlorenen Umsätzen (Raubmordkopien, News-Aggregatoren, Google Books) gegenüber realen Umsatzverlusten. Starr und ohne Fantasie kann man sich auf einem sich ändernden Markt nicht behaupten. Ich erinnere daran, dass Amazon 1994 allein von Jeff Bezos gegründet wurde.

Neulich in der Buchhandlung:
Tucholsky? Hamwa nich.
Buchgeschenk: Vorhanden Band 5 der Reihe abc, Band 3 der Reihe xyz, Band 1 zum Einstieg? Hamwa nich.
Ein Buch war nicht lesbar, weil willkürlich Kapitel gestrichen waren.
Denkfehlerbuch war logisch eine Katastrophe.
Finale einer Bestsellerreihe falsch übersetzt, bereits nach einem Jahr nicht mehr lieferbar.

Die Probleme sind hausgemacht und werden weiter wachsen.

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Harry Wessling

Meine Erfahrung als Autor

Schöner? Ich habe mal hier ausführlich berichtet darüber, wie ich die Buchmesse erlebe oder besser, das elektronische Buch. Tausende von Lesern habe ich im iBook-Store gewonnen und das gedruckte Buch liegt wie Blei in den Regalen bei amazon. Eine spannende Erfahrung. Auch für Verleger interessant zu lesen.

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Reinhard Lauterbach

Fürchte Amazon...

... auch wenn es umsonst liefert. Denn spätestens wenn der traditionelle Buchhandel erledigt ist, werden die Herrschaften sich die Versandkosten erstatten lassen, und dann wird das große Heulen und Zähneklappern losgehen.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 10.10.2012 12:05 Uhr
Dietmar Schmitt

Das nächste Amazon ist einen Mausklick entfernt.

Wenn Amazon mangels Konkurrenz teuer wird, wird sich Konkurrenz entwickeln. Im Internet ist das nächste Angebot immer nur einen Mausklick entfernt, und gute Angebote sprechen sich schnell herum. Da reicht es nicht aus, die Konkurrenz für viel Geld aufzukaufen.

Das weiß (hoffentlich auch) Amazon.

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Jakob Schultz

Ein Wunder!

Ist es nicht so, dass das Medium Buch an sich nicht mehr zeitgemäß ist oder anders gesagt: die heutige Zeit nicht mehr buchgemäß?

Während das Buch bzw. allgemeiner: das gedruckte Wort im zeitlichen Kontext isoliert ist und folglich schnell an Aktualität verliert - damit ist nicht ausgeschlossen, dass es aus welchen Gründen auch immer wieder an Brisanz gewinnen kann -, sind andere Medien wie das Fernsehen und das Internet besser an Wandel (im Allgemeinen) angepasst.

Wer ein Buch liest, hält die Zeit für sich zunächst einmal an. Zugleich läuft man Gefahr nicht mehr up-to-date zu sein. Wandel verpassen. In Zeiten von Twitter, Facebook und sich rasant entwickelnden Finanzmärkten wundere ich mich über die Verwunderung.

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Thomas Kobler

Die Zukunft des "Buchhandels" läge...

...möglicherweise im Einordnen, Aufbewahren und Sortieren von Literatur, Musik und Film. Einordnen im Sinne von vorstellen und besprechen von Neuheiten und Trends. Aufbewahren in der digitalen Cloud, die das heimische Büchergestell mit seinem eh beschränkten Platzangebot datensicher ersetzt, so dass auch ein privater Festplatten-Kollaps keinen Schaden anrichtet. Sortieren im Sinne von Anlegen von privaten Bibliotheken, die sicherstellen, dass Kunden das Essentielle in ihren definierten Interessensgebieten auch wirklich haben oder wenigstens wissen, dass es ihnen noch fehlt.

Der Medienhändler von morgen wird idealerweise eine Mischung aus Reich-Ranicki und TV-Shopping Channel-Verkäufer sein, der bloggt, twittert und auf youtube rumfuhrwerkt. Mit dem Lesegerät den Bar-Code streifen, Schmöcker eintüten und Kasse machen - die Zeiten sind bald vorbei.

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Lutz von Peter

Ach ja...

Ein schönes Buch mit Farbschnitt, Lesebändchen, hartem Deckel, womöglich (purer Luxus) ein Leineneinband mit (jetzt wird es dekandent!) geprägtem Titel auf Deckel und Rücken.... Das sind Bücher. Und das alles für einen Roman oder etwas ähnlich Leichtes. So schön können Bücher sein. Lesen ist Genuss.
Daneben können natürlich E-books existieren für diejenigen, die Bücher wie Klopapier bewerten: Einmalverwendung, im Moment selber angenehm, danach schnell vergessen.

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Robert Stulier

Mein Lieber (Herr Platthaus),

haben Sie mal versucht, einem Verlag ein schön gestaltetes Buch, das komplett fertig für den Druck aufbereitet ist, zu verkaufen? Ich meine wirklich schön mit Leineneinband, geprägtem Buchdeckel und Raum für ein eingeleimtes Titelfoto, Volumenpapier, tollem Layout, neuen Illustrationen und bekanntem Text mit schöner Typographie. Eine Geschichte über den Tod eines Kindes und dessen Weg in den Himmel.
Autorenrechte geklärt, Übersetzungsrechte geklärt und meine Arbeit von A–Z als Almosen angeboten: der Verlag, der bereit war, es zu veröffentlichen, hat aus dem schönen Buch eine Broschüre gemacht, gegen die jeder Autoprospekt von MB, BMW oder Landrover ein Schmuckstück ist! Titelmotiv vergewaltigt, Schrifttype jenseits von gut und böse, viel zu großes Format etc.
VK 3,90 €. Dafür kann man kein schönes Büchlein herstellen, was dem Thema angemessen wäre.

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Renate Simon
Renate Simon (-simon-) - 09.10.2012 14:10 Uhr

Man kann Bücher "schöner" machen

Ich freue mich über jedes neue Buch, das ein Kapitelband hat. Wie habe ich das vermisst, nicht, dass es mir an Lesezeichen mangelt. Zum Beispiel "Der König der Krankheiten" hat gleich zwei Bänder, sehr praktisch, wenn man in dem sehr gut geschriebenen Bericht über Krebsforschung hin und her blättern möchte.

Der neue Irving hat natürlich wieder kein Kapitelband, geschadet hätte es ihm sicher nicht.

Das meistens fehlende Kapitelband wird mich nicht hindern, auch weiterhin Bücher in normaler Form zu kaufen. Allein das Gefühl, ein neues Buch in Händen zu halten, kann mir ein Pad in welcher Form auch immer, nicht bieten. Vom Wiederverkaufswert des Buches mal ganz abgesehen.

Und es gibt auch heute noch gute Bücher, Landgericht gehört z.B. dazu. Die Atemschaukel von Hertha Müller gehört dazu. Man muss sich halt im Buchmarkt umsehen und man wird das gute Buch finden.

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Harry Pastorius
Harry Pastorius (ookk) - 09.10.2012 13:41 Uhr

Bessere Zeiten?

Besser waren die Zeiten gewiss nicht. Aber vielleicht waren die Buecher genau deshalb (!) besser.

Und ich meine: insbes. stilistisch besser. Heute findet man ja kaum mehr als aengstlichen Sprachstildurchschnitt, nix mehr mit echtem Esprit.

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Schöner ? Schönheit des Buches, schön und gut- macht unsere Bücher BESSER !


Ich lese am liebsten ältere Bücher, vom Erscheinungsdatum, weil oft in richtiger Rechtschreibung, alle rauchen ohne Terror, Migration kein Thema, Femiquote kein Thema- einfach gute Bücher aus einer besseren Zeit.

Nenne Sie es Eskapismus . Nennen Sie mich alt. Ich weiß, was mir gefällt .

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Jahrgang 1966, Redakteur im Feuilleton, zuständig für „Bilder und Zeiten“.

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