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Lesezeit sparen : Let IT read

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Autos und Bücher, eine geheime Verwandtschaft: Beide bestehen zum größten Teil aus Luft. Und wer rettet das überforderte Publikum? Bingo: die Presse Bild: Reuters

Die Essenz des Herbstes: Microsofts „Autozusammenfassungen“ einiger Spitzentitel der Saison ersparen Lebenszeit und eröffnen neue Perspektiven. Was die Technik aus den Werken von Mosebach, Hettche, Pauls, Gstrein und anderen macht.

          Haste mal’n Algorithmus? Wer noch selbst liest, ist selbst schuld. Schließlich hat Microsoft seinem Textverarbeitungsprogramm „Word“ die Funktion „Autozusammenfassung“ beigefügt: Während wir uns also einen schönen Tag machen, liest der Computer für uns die dicksten Wälzer und spuckt eine Kurzversion aus, die alles enthält, was man wissen muss.

          Wir veröffentlichen die Autozusammenfassungen einiger Spitzentitel dieses Herbstes. Wieder hat sich der Softwaregigant selbst übertroffen. Sogar klammheimliche Details der Romane kommen zur Geltung, alle wichtigen Handlungsverläufe sind abgebildet, ja, vieles offenbart sich weit besser als im länglichen Original: der avantgardistische Ausdruck bei Alan Pauls, der Dadaismus Thomas Hettches, die Onkelhaftigkeit Andreas Maiers, der Dagmartakt Norbert Gstreins, die Poe-Fixierung Philipp Meyers, die Klebrigkeit bei Martin Mosebach, das Gutmenschentum bei Christa Wolf, die verbuddelten Geheimnisse von Ingo Schulze, Douglas Couplands Zackbummpoetik oder Fritz J. Raddatz’ zittrige Lebensbalance zwischen altem Grass und jungen Hüpfern. (oju)

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          Martin Mosebach: „Was davor geschah“, digital gestaucht by Microsoft

          Salam nickte erfahren. Hans-Jörg war in anderer Lage. Vater. Rosemarie neigte ihren Kopf zu Bernward und flüsterte: „Arme Silvi.“ Hans-Jörg schloß die Augen, eine Geste der Nachdenklichkeit. Hier sollten Hans-Jörg und Silvi wohnen. Hans-Jörg war entrüstet. Hans-Jörg fühlte sich klebrig und unsauber. Das dachte Hans-Jörg tatsächlich. Hans-Jörg sah auf seinen Teller. Hans-Jörg war geradezu entrüstet. Ein kleines. Jetzt verstand Hans-Jörg diesen Mann. Hans-Jörg empfand aber keinerlei Empörung über Salam. Abends erschien Hans-Jörg in zerstreuter Stimmung. Ein alter Mann näherte sich. „Freilich“, dachte Joseph Salam.
          Rezension: Martin Mosebachs „Was davor geschah“

          Andreas Maier: „Das Zimmer“, digital gestaucht by Microsoft

          Heute wäre mein Onkel überfordert. Mein Onkel dachte immer in Superlativen. Mein Onkel fuhr immer dieselbe Strecke. Mein Onkel stand. Mein Onkel. Mein Onkel, der Geborgene. Nicht einmal das gab mein Onkel her. Vielleicht das Optimum für meinen Onkel. Mein Onkel kommt in die Wetterau zurück. Onkel J. in seinem Zimmer. Ein Haus der Onkel-J.-Superlative. Mein Onkel fährt zum Frauenwald. Mein Onkel fährt an den Rand und bleibt dort stehen. Mein Onkel steigt aus. I, sagt mein Onkel (ei). Amerikaner mochte mein Onkel nicht. Mein Onkel tritt ins Gasthaus ein.
          Rezension: Andreas Maiers „Das Zimmer“

          Norbert Gstrein: „Die ganze Wahrheit“, digital gestaucht by Microsoft

          Ich hatte noch kein Wort mit Dagmar gewechselt, hatte noch. Falkner bat. „Die Bücher.“ Ich wartete, dass Dagmar etwas sagte, aber sie schwieg. „Dagmar, es reicht.“ Dass Heinrich Glück am Ende allein ins Dorf fuhr, hatte seine Richtigkeit. Vielleicht tat ich Dagmar ja unrecht. „Ich fürchte, ich verstehe Sie nicht, Frau Glück.“ „Wilfredo, du Guter.“ „Ach, Dagmar.“ „Du Guter, Wilfredo, du Guter, Guter, Guter.“ „Ja, Dagmar.“ „Ja, Dagmar, ja.“ Mir fiel nichts Besseres ein, als meine Hände. Ich erzählte auf jeden Fall, dass Dagmar sich vergeblich um ein Ehrengrab für Heinrich Glück auf dem Zentralfriedhof bemüht hatte.
          Rezension: Norbert Gstreins „Die ganze Wahrheit“

          Douglas Coupland: „Generation A“, digital gestaucht by Microsoft

          Nun, Zack. Hi Zack. „Sam?“ „Zack.“ „Sam?“ „Zack.“ Zack, Sam, Harj und Diana. Zack, Sam, Harj und Diana. „Warum Geschichten?“, fragte Julien. „Warum Geschichten?“, fragte Julien. Solon. Solon. Leb wohl, Fleischklops! „Das fette Leben. Das fette Leben. Harjs Geschichte. Harjs Geschichte.“ SERGE Die ganze Geschichte.
          Der neue Coupland: Zurück aus der Zukunft

          Philipp Meyer: „Rost“, digital gestaucht by Microsoft

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