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Dienstagabend beim Berlin Verlag : Wie gutaussehend die Verleger in Brasilien sind!

Das A und O im Messegedränge: sich intelligent einkeilen lassen Bild: Frank Röth

Jonathan Littell fehlte wenig überraschend, Ingo Schulze zeigte sich mit brasilianischem Verleger, und für Inge Feltrinelli teilte sich die Menge. Im Gedränge beim traditionellen Buchmessenempfang des Berlin Verlags half ansonsten strategisches Drängeln.

          Spätestens gegen halb elf kann man sich beim traditionellen Dienstagabend-Empfang des Berlin Verlags nicht mehr bewegen. Man steckt fest und hat einfach Glück, wenn zufällig gerade jemand sehr Nettes das Wort an einen richtet, mit dem man notgedrungen auf Tuchfühlung gehen muss. Am ersten Abend kommen immer alle – nur Jonathan Littell, Autor der „Wohlgesinnten“, bleibt der Buchmesse fern und hält sich lieber in Spanien oder an irgendeinem anderen Ort in der Welt auf.

          Julia  Encke

          Redakteurin im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Nächste Woche erscheint sein „Georgisches Tagebuch“, der Reisebericht, den Littell im August aus Georgien, Südossetien und Abchasien für die französische Zeitung „Le Monde“ verfasst und den er für die deutsche Übersetzung jetzt noch erweitert hat (siehe auch Wohlgesinnt im Kaukasus: Littell besucht Georgien). Am Freitag werden die ersten Exemplare am Stand des Berlin Verlags zu haben sein.

          Die Menge spaltet sich für Feltrinelli

          Aus frisurtechnischen Gründen übersieht man im Gewühl natürlich Ingo Schulze nicht. Mit mit seinem Roman „Adam und Evelyn“ war er gerade für den Buchpreis nominiert und ist heute zusammen mit seinem Verleger aus Brasilien gekommen, Cassiano Elek Machado vom Cosacnaify Verlag, der stolz erzählt, dass sie jetzt endlich die erste Übersetzung von „Anna Karenina“ vom Russischen (statt wie früher aus dem Französischen) ins Portugiesische verlegt hätten. Wie jung und gutaussehend die Verleger in Brasilien sind!

          Ingo Schulze (Mitte) mit Verlagsleiterin Elisabeth Ruge und seinem spanischen Verleger Cassiano Elek Machado

          Da spaltet sich die Menge, und Inge Feltrinelli, die große italienische Verlegerin, rauscht flamboyant herein, um sich von allen Seiten herzlichst begrüßen zu lassen. Ian McEwan ist es offenbar entschieden zu voll, er ist schon wieder zur Tür hinaus, und die Spur der amerikanischen Verlegerlegende Sonny Mehta, Chef von Alfred A. Knopf, verliert sich in der Menge.

          In der Schweiz, wo es keine Buchpreisbindung mehr gibt, liege seit heute eine neue Gesetzesvorlage vor, sagt in ihrer Ansprache Elisabeth Ruge, Chefin des Berlin Verlags. Vielleicht sei doch noch Hoffnung, dass die Preisbindung erhalten bleibe. Ein Autorenverlag wie der ihre sei auf die unabhängigen kleinen Buchhandlungen angewiesen, die ohne den festen Preis nicht überleben können. Die Menge dankt es ihr mit liebevoll-zustimmenden Zurufen. Dann läuft auf Bildschirmen die Übertragung des Booker-Preises. Aber man sieht nichts. Und braucht wieder Luft.

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