10.07.2006 · Während der Fußball-Weltmeisterschaft wurden nicht alle Besucher mit Fairneß und Gastfreundschaft behandelt. Die Situation in der Bruno-Abschußgemeinde droht jetzt zu eskalieren. Braucht Schliersee bald Blauhelme? Eine Ortsbegehung.
Von Hannes HintermeierRichtlinien für Lesermeinungen
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Den Bären zu erlegen, ist sicherlich ein fragwürdiges Unterfangen. Viel fragwürdiger aber ist das bemerkenswert hohe Maß an Aufmerksamkeit, das die Gesellschaft diesem Vorfall schenkt. Anläßlich eines tödlich verlaufenden Sexualdelikts an einem Kind habe ich jedenfalls einen solchen langanhaltenden Aufschrei der Gesellschaft noch nicht vernehmen können. Ein trauriger Spiegel der Gesellschaft oder die Frage, was alltäglich ist und was nicht? Ein trauriger Spiegel der Gesellschaft. Feststeht, daß der Bär sich mit seiner mangelden Scheu gegenüber Menschen sehr ungewöhnlich verhalten hat. Den Empörten wären sicherlich die Teddybärengefühle vergangen, wenn der Bär ein Kind von der Spielplatzschaukel gerissen hätte. Auch dies ist ja nicht alltäglich. Dann wären die sogenannten Verantwortlichen angeklagt und bedroht worden, weil sie ja nicht rechtzeitig reagiert hätten. So kann sich das Blatt wenden.
Daniel Haller, Hemsbach
Diese "Scheinheiligkeit", dieses makabre Selbstmitleid nach einer so typischen, hirnlosen Aktion, ist beachtlich.
Aufrichtige Anteilnahme aus dem Land von Brunos Häschern
Bravo Herr Hintermeier,
endlich sagt hier einer was viele nach dieser "Pressekonferenz" in Schliersee denken - Lügen - Ungereimtheiten - bayrisches Gemauschel um Fehler zu vertuschen. Selbst aus ultra-konservativen Kreisen kamen viele kritische Kommentare (z.B. Prinz Luitpold von Bayern u.v.a.) Mir war klar, daß hier die Kleinen die Rechnung für ein paar "Großkopferte" zahlen werden. Deshalb hatte ich gleich in einer Mail an die Verantwortlichen - Landrat und Minister - gefordert:
- verstecken Sie sich nicht hinter vorgeschobenen Morddrohungen harmloser Tierschutzaktivisten
- vertuschen Sie nichts - wir haben ein Recht auf wahrheitsgetreue Information
- stellen Sie Verantwortliche und Täter an den Pranger und lassen Sie diese "über die Klinge springen" um weiteren Schaden für die Region zu verhindern.
Leider ohne Erfolg. Es ist den Verantwortlichen offensichtlich nicht mal peinlich, sich christlich sozial zu nennen und dabei das 5. Gebot so konsequent zu ignorieren.
Karin Gräfin von Kageneck
Grünwald