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Stars in der Küche : Eis, Eis, Bowie

An der Waffel: Das „Blackstar“-Eis von „Cuore di Vetro“ in Berlin. Bild: dpa

Bismarck-Hering, Mozart-Kugeln, Helene-Chips und Bowie-Eis: Warum sollte man Prominente essen? Und wie hat der Sandwich noch mal das Sandwich erfunden?

          Am Donnerstag habe ich David Bowie gegessen. Er schmeckte ganz anders, als ich es erwartet hatte – also nicht nach Echse, und das, wo David Bowie doch so ein Chamäleon gewesen sein soll, das kann man ja immer wieder lesen. Deswegen wollte ich ihn erst wieder zurückgehen lassen, aber er war eben auch kalt und hatte einen an der Waffel, was dann wiederum passte, also aß ich ihn auf. Und als ich fertig war, hätte ich gern noch eine Portion bekommen.

          Tobias Rüther

          Redakteur im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Das Eis hieß „White Duke“, so wie eine der vielen Figuren, die David Bowie sich im Laufe seiner großen Karriere ausgedacht hatte: sizilianische Mandel, auf die Pfirsichmarmelade geträufelt ist. Und man kriegt dieses Bowie-Eis in einem preisgekrönten kleinen Laden in Berlin namens „Cuore di Vetro“, der in der Max-Beer-Straße liegt und von Bowie-Fans betrieben wird. Sie haben ihm zu Ehren sogar noch eine zweite Sorte geschaffen, „Blackstar“, wie Bowies allerletzte Platte von 2016, aus Walnuss und dunkler Schokolade. Aber „Black Star“ war am Donnerstag leider aus.

          Eine Kugel Bowie kostet 1,60 Euro. Und erst dachte ich, es sei Marille, was sie sprenkelte und krönte und was Bowies irgendwie mitteleuropäischen Thin White Duke von damals, Mitte der siebziger Jahre, auch gut zu Gesicht gestanden hätte, so etwas K.-u.-k.-Mäßiges halt, aristokratischer Schmäh auf nobler Blässe. Aber es war eben Pfirsichmarmelade. Und es war herrlich, weil sie die weiche, süße Kälte vom Mandeleis noch einmal weicher und süßer machte.

          David Bowie hat sich nach einem Messer benannt. Eigentlich hieß er Jones. Im Grunde stand seine Karriere damit unter dem Stern der Küche. Zudem war Bowie bekennender Milchtrinker, weswegen das mit dem Eis schon ganz richtig so ist.

          Und Bowie ist zwar immer ein Pionier gewesen, aber nicht die erste Figur der Weltgeschichte, die man essen kann: Da gibt es zum Beispiel noch den Bismarck-Hering, die Mozart-Kugel und den Helmut Kohl.

          Vermutlich hat das weltgeschichtlich beim Earl of Sandwich angefangen, der Mitte des 18. Jahrhunderts das Sandwich erfunden hatte und der, wie uns aus einer Geschichte von Woody Allen überliefert ist, erst damit experimentierte, eine Scheibe Brot zwischen zwei Schichten Mayonnaise zu legen, bevor er den Dreh raushatte. Ob der Earl damals vielleicht gedacht hat, wenn ich schon so heiße, sollte ich das Sandwich auch erfinden, ist allerdings nicht überliefert.

          Helene Fischer gibt es übrigens bald auch als Chips. Mir fällt deswegen keine Pointe mehr ein.

          Quelle: F.A.S.

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