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Interview mit Neil Gershenfeld 3D-Drucker sind erst der Anfang

 ·  Die nächste industrielle Revolution ist bereits im Gange: In zwanzig Jahren könnte jeder Haushalt eine computergesteuerte Fertigungsmaschine für Alltagsgegenstände besitzen. Die möglichen Folgen zeichnen sich schon jetzt ab.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (30)
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Michael Ditsch

Realitätsprobleme eines Professors im Elfenbeinturm

Ein Plastik-Eßbesteck herstellen was es im 1-EUR-Kaufhaus gibt ? Eine AK-47 herstellen, die es für unter 40 Dollar auf dem Schwarzmarkt gibt ? Ein(e) ganztagsberufstätige(r) Alleinerziehende(r) hat also dann das Fertigungs- und Qualitäts-Know-How für Kunstoff, Holz, Metall, Siebdruck und das Maschinchen steht dann irgendwo in der Küche oder im Wohnzimmer ? Alleine das Putzen des Druckers nach jedem Materialwechsel düfte unglaublich Zeit in Anspruch nehmen.

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Wolfram Winkler

Was aber ist das, "Zukunft"...?

Ginge es nach den "Zukunfts-Prognostikern" (Herman Kahn und Konsorten), dann würde ich heute in einem Luft-Fahrzeug herumfliegen, das keine Abgase produziert, weil es auf Magnetfeldern bewegt wird.

Warum ist das nicht so...?
Wo sind die Prognosen denn geblieben...?

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Karl Hammer

Alles recht nebulös.

Um was geht es denn jetzt genau? Um den Modelldruck in Kunststoff? Um CNC-Fräsmaschinen für jedermann? Oder um den Druck von Atomschichten?
Grobe Drucker im Makrobereich auf Kunstharz Basis werden wohl kaum wirklich brauchbare Werkstücke fertigen können. Für Fräsmaschinen sind immer noch erhebliche technische Fertigkeiten (Entwurf, Zusammenbau) nötig und Drucker auf atomarer Ebene, die tatsächlich Atomschicht über Atomschicht auftragen und dabei verschiedenste Materialien verwenden können, dürften selbst in Forschungslabors noch nicht realisierbar sein.

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K. Peter Luecke

Da bin ich skeptischer !

3D-Drucker stellen irgendwelche kleinen Figürchen oder Formen her. Der Geräte-Aufwand dafür ist noch überschaubar. Aber um etwa Möbel oder gar technisch aufwändigere Objekte mit komplexer Mechanik herzustellen, braucht man doch schon so eine Art Industrieroboter. Die gibt es ja heute schon. Die Sägen, Bohren, Fräsen, Hobel und Lackieren. Für diese Arbeiten ist eine bestimmte Größe einfach notwendig! Mag sein, dass die Bedienbarkeit und Nutzbarkeit über standardisierte Software und Interfaces sehr viel einfacher wird. Aber die Geräte als solche bleiben. Die stellt man sich nicht ins Wohn- oder Arbeitszimmer, vom selbst anzuliefernden Material mal ganz abgesehen. Und Lackieren bleibt Lackieren, und beim Hobeln fallen Späne ... Für Unternehmen mag das lohnen. Für den "Killer-Markt" Privathaushalte ist es untauglich. Im engen Japan z.B. mit seinen überteueren Wohnmieten, wo ein großer Teil der Leute in engen Schubladen wohnt, passen die Zukunftsdrucker noch nicht mal ins Wohnzimmer ...

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Peter Müller

Der Mann ist ein Theoretiker

Die Automatisierung stößt an ihre natürlichen Grenzen, wo ihr Einsatz und Betrieb kostspieliger wird als die einfache nichtautomatisierte Lösung. Der hat noch nie eine Maschine justiert. Bei den ganzen Roboter Promotion Youtubeclips sehen sie immer einen hochnervösen Techniker im Hintergrund stehen, der mit zittert, ob seine wochenlange Feinjustage die 5 Minuten Demo überlebt. Ich halte Leute, die derartig blauäugig daher reden für Industirelobbyisten oder vollkommen ahnungslos. Von wem wird sein Institut finanziert, vielleicht von 3D-Druckerherstellern?

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Dieter Weber

"Visionäre"

Man darf auch nicht vergessen, dass Neil Gershenfeld Professor am MIT ist (übrigens nur mit einen Bachelor-Abschluss in Physik) und durch die regelmäßige Verkündung solcher Zukunftsvisionen seinen Job und seine Forschungsmittel neu legitimieren muss. Der ungeschlagene Meister in der Prophezeiung bahnbrechender Fortschritte, die dann doch nie kamen, war ja KI-Pionier Marvin Minsky.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.03.2013 20:51 Uhr
Dieter Weber

Sie haben Recht

Mein Fehler.

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Ingo Holzinger

Nicht ganz richtig

Neil Gershenfeld hat ein Ph.D. in Applied Physics von der Cornell Universitaet.

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Gerhard Dünnhaupt

Theoretisch mag alles machbar sein ....

... aber in den meisten Fällen dürfte der Aufwand den Nutzen übersteigen. Die mit Millionen finanzierten Forscher der MIT-Denkfabrik können sich zwar theoretisch vorstellen, dass eine so kostspielige Maschine ein Streichholz oder einen Löffel produziert, doch wo läge der Nutzen? In der Praxis muss sich dieser Prozess also auf schwer zu fertigende Objekte beschränken. Dennoch bleibt es ein enormer technischer Durchbruch.

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Robert Frerichs

Prognosen sind schwierig...

Ich vermute, dass sich durchaus eine solche Industrie etablieren könnte. Dass Normalverbraucher Zuhause massenhaft digitale Fertigung nutzen, wage ich zu bezweifeln. Die Masse führt ein Konsumentendasein, aus Desinteresse, Zeitmangel, fehlender Qualifikation. Technologie ändert das nicht.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.03.2013 14:09 Uhr
Dieter Weber

Prognosen sind schwierig...

...insbesondere, wenn sie die Zukunft betreffen.

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Reinhold Lakotta

Sicherlich kann man...

...mit einem 3D-Drucker Gegenstände herstellen, bei denen die Materialdicke schichtweise aufgebaut wird und das Material sich dann wenigstens selbst trägt, also klebt. Alle anderen Gegenstände, die auf Festigkeit des Werkstoffes angewiesen sind, die erst teilweise durch komplizierte Werkstoffverfahren erreicht wird, wird der 3D-Drucker nicht können.
Ein simples Beispiel, schmieden eines Metallwerkstoffes aus mehreren Schichten, Veränderung des Gefüges usw..

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.03.2013 15:32 Uhr
Karl Hammer

theoretisch

wäre ein Drucker denkbar, der ein Werkstück Atomschicht für Atomschicht aus beliebigen Materialien aufbaut. Die Manipulation einzelner Atome ist ja bereits möglich.
Das ist allerdings noch sehr ferne Zukunftsmusik.

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Dieter Weber

Die Revolution wird abgeblasen

Da hier das Posten von Links nicht möglich ist bitte mal googeln nach

"Die Revolution wird abgeblasen Handelsblatt"

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Hans Zahn

Sie haben recht

Das Interview ist lebendiges Beispiel dafür, was passiert wenn in einer Gesellschaft dem technischen und naturwissenschaftlichen Wissen (neudeutsch: MINT) zu wenig Stellenwert beigemessen wird. Der Interviewer ist ganz offensichtlich kein Techniker. Ich als Dipl-Ingenieur war nicht in der Lage mir ein Bild davon zu machen, worum es in dem Interview überhaupt geht. Wie meine Vorposter schon angemerkt haben, erst geht es um 3D Druck im Schichtenverfahren, dann spricht der Interviewpartner plötzlich von einer Zerspannmaschine, welche er im Koffer mit sich herumträgt? Lost in Translation?

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.03.2013 20:54 Uhr
Dieter Weber

Man könnte auch sagen:

Wenn DAS Gehalt stimmt, ist DER Gehalt nebensächlich.

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Karl Hammer

Sie müssen eben einen Bachelor/Master machen

wahlweise in Politikwissenschaften oder Selbstdarstellung. Die neue Zeit ist nichts mehr für den deutschen Dipl.Ing, der es immer ganz genau nimmt. Die Neuzeit ist unscharf, aber dafür stimmt das Gehalt.

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Michael Ludwig
Michael Ludwig (milu71) - 03.03.2013 12:48 Uhr

Naive Vision

Die Anwendungen eines solchen Heimdruckers werden doch arg begrenzt sein. Man kann sich selber LEGO-Steinchen drucken, toll. Oder anderen billigen Plastikkram. Sicher auch ein paar nützliche Dinge. Aber eben alles aus dem einen Material, mit dem der Drucker umgehen kann. Plastik wie aus dem China-Laden.

Und was für Probleme ein solcher Drucker im realen Betrieb erst haben wird! Man wird sich den guten alten Papierstau zurückwünschen.

Spaß wird diese Druckerei auch nicht machen. Manche Menschen basteln und werkeln ja gerne. Mit Holz und Metall statt mit schnödem Plastik.

Waffen und Bomben am Heimdrucker zu erzeugen … das wird es in absehbarer Zeit nicht geben.

Eine super Sache natürlich für die Präzisionsfertigung daheim oder im Kleingewerbe. Da wird es bestimmt jede Menge Anwendungen geben.

Revolution? Glaube ich nicht.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.03.2013 17:28 Uhr
Tobias Opitz
Tobias Opitz (Lord_MD) - 03.03.2013 17:28 Uhr

Keine Vision

"Waffen und Bomben am Heimdrucker zu erzeugen … das wird es in absehbarer Zeit nicht geben."

Da muss ich Sie enttäuschen - es ist bereits geschehen (Stichwort: Defense Distributed)

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Jochen F. Uebel

Die Verrückten

Willkommen!

Willkommen in der Welt der Verrückten. Sie lieben den Einheitswerkstoff, aus dem nun all ihre Gegenstände beschaffen sein werden.
Kein lebendiges, atmendes, arbeitendes Holz - und auch kein glänzender Edelstahl mehr.
Den zeitlosen Tisch des Schreiners können meine Urenkel eines Tages im Regen verrotten lassen. Er tut niemandem weh. Aber 3D-Kunststoff?
Die Luxus-Ausführungen der 3D-Drucker werden uns mit künstlichen Geruchsstoffen beglücken – wie Holz wirklich riecht, werden wir vergessen.
Nein. Diese Entwicklung wirft keine "ontologische Fragen" auf (Neil Gershenfeld). In dieser Entwicklung stecken nur finale Antworten:
Es gibt offenbar Menschen, die wollen noch ein weiteres Stück entfremdet, verindustrialisiert, vermarktet, verdigitalisiert und kunststoffverwurstet werden.
In weiteren 20 Jahren werden sich die gleichen Leute dann mit ihrer Prognose präsentieren, dass in soundsovielen Jahrzehnten nun auch der Mensch nachgebaut werden kann.

Was hilft?

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Dieter Drabiniok
Dieter Drabiniok (Didra) - 03.03.2013 12:35 Uhr

Einstein hatte berechtigte Zweifel

Schon interessant, dass dem Forscher eine Drohne als erstes Beispiel für die "Replikatoren" einfällt. Da ist jemand an militärischen Forschungsgeldern für eine friedlichere Welt interessiert. Und wenn sich jeder seine Waffe drucken kann (vom pubertierendem "Schulversager" bis zum fanatischen Fundamentalisten aller Art und Coleur), was ja von nichts und niemandem verhindert werden kann, braucht man auch keine Waffengesetze und keinen "Krieg gegen den Terror" mehr. Der Terror kann dann von jedermann/-frau je nach Befindlichkeit in die Nachbarschaft getragen werden.

Wenn die Dummheit der Menschheit nachlassen sollte, dann drucken wir noch ein paar Forschungseinrichtungen aus.

Wenn die Ressourcen knapp werden, dann drucken wir die fehlenden Atome aus; oder besser noch, gleich einen ganzen, prall mit Ressourcen gefüllten Planeten.

Einstein: "Es gibt nur zwei Dinge die unendlich sind; das Weltall und die Dummheit des Menschen. Beim erstem, bin ich mir aber nicht ganz sicher."

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rene dustmann
rene dustmann (reduma) - 03.03.2013 12:28 Uhr

widersprüchlich: Schicht aufbauen versus Zerspanung

was bitte hat die Herstellung eines Holzgegenstandes (Tisch!) per Zerspanung und, last not least, der notwendigen Oberflächenbearbeitung mit dem per 3D-Drucker Schicht für Schicht aufgebauten 3D-Objekt zu tun?

Wer je mit diesen "altertümlichen" Vielachsengesteuerten Produktionsrobotern der heutigen Zeit, den täglichen Problemen mit den Werkzeugen (Verschleiss, Spanleistung versus Qualität usw.), dem Programmieraufwand in Abhängigkeit zum inhomogenen "Natur"-Werkstoff wie Holz und vielen weiteren Problemen konfrontiert war kratzt sich am Kopf und fragt, wovon der Mann da redet...

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Günter Busse

Wäre ja schön, wenn ein digitales Fertigungsgerät („digital fabricator")

auch einen Roboter für die Haus- und Gartenarbeit herstellen kann.
Das wird doch sicher möglich sein.
Und diesem Roboter kann man doch sicher den Befehl geben, noch viele andere Roboter
herzustellen....Die total menschenähnlich sind.
Oder geht das jetzt schon? Also bei manchen meiner Nachbarn habe ich manchmal das
Gefühl, als ob....
Schönen Sonntag noch.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 03.03.2013 13:10 Uhr
patrick hermsdorf

"Gefühl, als ob...."



Da liegen Sie wohl gar nicht so falsch:
Der Artikel spricht von "digitaler Intelligenz", dem verkrampft-dualistischen Prinzip der modernen Dialektik, die ausschließlich Extreme zulässt und diese grundsätzlich als Gegensätze betrachtet.

Insofern haben wir schon das Zeitalter des Posthumanismus schon erreicht.

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Florian Guthoff
Florian Guthoff (Bl0b) - 03.03.2013 11:43 Uhr

Tolle Aussichten

Die Technologie steckt wie im Artikel schon beschrieben noch in den Kinderschuhen wie damals Großrechner vor PCs. Aber wenn man die Entwicklung verfolgt sieht man dass die 3D Drucker immer besser, schneller und günstiger werden. Mit Nanoscribe (deutsche Firma) kann man jetzt sogar Dinge im μ-Meter Bereich innerhalb kürzester Zeit mit Laser-Lithographie drucken.
Wie im PC Bereich wird auch bei 3D Drucker immer mehr möglich werden. Andere Materialien, feinere und komplexere Strukturen usw.
Bis wir vielleicht dann irgendwann in Zusammenspiel mit wesentlich schnelleren Computern soweit sind Atome zu "drucken" bzw. zu manipulieren. Und damit einen Replikator wie in Star Trek haben.

Die Entwicklung ist einfach fantastisch.
Für Fertigungs Unternehmen wird es aber weiterhin Platz bei den großen Maßstäben wie Häuser, Flugzeuge usw. drucken geben.

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patrick hermsdorf

Der bloße Glaube versetzt Berge,...



Das gibt es schon seit Jahrzehnten: Heißt CNC-Maschine.
Mit dem tragbaren "3-D-Drucker PopFab" kann man sicher wunderschöne Plastiktische für die Puppenstube "drucken" – vielleicht auch größere aufblasbare Holztische.

Aber warum nicht gleich zaubern?!

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Claus  Kral

Unaufhaltsam

Diese Technik wird nicht aufzuhalten sein, und sich auch durchsetzen. Sie wird die Welt fundamental veraendern - Waffen kann sich jeder Haushalt dann selbst herstellen, und der Rohstoffhandel wird die Welt noch mehr dominieren. Deutschland sollte sich darauf vorbereiten- die Laender, die hier technisch fuehrend sein werden, werden den Welthandel dominieren.

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gisbert heimes

Die Evolution steht nicht still

Zu technischem Fortschritt und naturwissenschaftlicher Erkenntnis hat sich schon die Bewußtseinsforschung gesellt. Was jetzt, in der finalen Globalisierung, an Menschheit noch zusammenwächst, wird sich vermutlich wieder diversifizieren. Die Abspaltungen sind in materieller Hinsicht längst im Gange. Das Lamento der Sozialromantiker wird bald perdu sein. Es wird noch ein paar Gedichte geben. Zukunft passiert immer schneller. Und sie ist offener denn je.

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03.03.2013, 09:50 Uhr

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