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Model Irina Lazareanu im Interview : Ist Kate Moss noch Ihre Freundin, Frau Lazareanu?

  • -Aktualisiert am

Jetzt singt sie auch noch für Chanel - Irina Lazareanu bei einer Modeschau in London Anfang Dezember Bild: REUTERS

Kate Moss hat ihr den Freund ausgespannt. Trotzdem verdankt sie ihr den großen Kick ihrer Model-Karriere. Pete Doherty hat sie dann doch nicht geheiratet. Aber er hat ihr beigebracht, wie man Songs schreibt. Jetzt war sie mit Sean Lennon im Studio. Ein Interview mit Irina Lazareanu.

          Das folgende Gespräch fand in Paris statt. Es wurde aufgezeichnet in der Limousine des Models auf dem Weg zum Hotel, in der Hotelbar und im Zimmer der Agentin. Im Auto sitzen vorne: Fred, der Fahrer, Irina, das Model; hinten: Sally, die Tourmanagerin von Pete Doherty, und ich. Irina trägt flache Räuberstiefel, ein viel zu großes Jackett, darüber eine Herrenweste und drunter einen Nietengürtel. Wir fahren die Champs-Élysées entlang.

          Haben Sie Pete Doherty im Kofferraum versteckt?

          Warum?

          Da schweigt sogar Karl Lagerfeld

          Weil seine Tourmanagerin hier im Auto sitzt.

          Nein, diesmal begleitet Sally mich auf meiner Fashion-Tour. Wir sind gute Freundinnen.

          Ihr Resümee für diese Saison?

          Diese Saison bin ich 68 Shows gelaufen. Letzte Saison waren es 75, vorletzte 84 und 97 in meiner ersten Saison. Das macht insgesamt - keine Ahnung. Morgen gehe ich angeln. Wo sind die Zigaretten?

          Irina dreht die Musik lauter, drückt auf die Rewind-Taste und fängt an, mitzusingen (wir hören zum dritten Mal den Smash-Hit einer britischen Band, die sich Cold War Kids nennt): „Hang Me Up To Dry ... Hello Kate ...“

          Haben Sie gerade von Kate Moss gesungen?

          (Dreht sich um und betrachtet das Aufnahmegerät.) Sie schneiden schon mit?

          Ja, das war doch der Plan!?

          Ach so, ja. Ich habe übrigens das gleiche!

          Aufnahmegerät?

          Ja. Damit nehme ich Songs auf.

          Haben Sie damit auch Ihr Album aufgenommen, das demnächst erscheinen soll?

          Nein, nur meine Skizzen. Das Album ist in New York in dem Studio entstanden, in dem John Lennon „Double Fantasy“ produziert hat. Ich habe es diesen Sommer zusammen mit Sean [Sean Lennon, der Sohn von John Lennon und Yoko Ono, Anm. d. Red.] produziert und sozusagen im Studio gelebt.

          Sie haben dort übernachtet?

          Ja. Manchmal ging das nicht anders, wir wären sonst nicht fertig geworden. Es sollte ja schon vor einem Jahr rauskommen, aber die Aufnahmen wurden immer wieder verschoben. Fashion rocks, verstehen Sie? Ich musste zu viel arbeiten. Für Sean war es allerdings ein bisschen hart, dort zu „leben“, in dem Raum, den sein Vater als Letztes betreten hatte, kurz bevor er erschossen wurde.

          Oh! Wie sind Sie überhaupt auf die Idee gekommen, ein Album aufzunehmen?

          Diese Idee hatte ich schon lange. Als ich Sean getroffen habe, hat es sich endlich ergeben. Angefangen, Musik zu machen, habe ich vor ungefähr elf Jahren.

          Mit Pete Doherty. Wo haben Sie den eigentlich kennengelernt? Sie waren damals vierzehn und besuchten die Royal Academy of Arts, um Ballerina zu werden.

          Das war auf einer Party in East London. Da kam dieser merkwürdige Typ auf mich zu, und das Erste, was er sagte, nachdem er mir seinen Namen verraten hatte, war: Dich werde ich irgendwann heiraten. Na ja, dann waren wir zusammen, haben Musik gemacht, damals mit den Libertines, sind auf Tour gewesen et cetera. Er hat mir beigebracht, wie man Songs schreibt. Er meinte immer: Egal, ob du einen Film machst, ein Buch oder ein Lied schreibst, das Wichtigste ist, dass das, was du sagst, mit deinem Leben zu tun hat oder damit, was um dich herum passiert, und dass du nicht lügst.

          Der Wagen hält vor dem Westminster Hotel. Alle steigen aus. In der Hotelbar wird ein Fußballspiel übertragen, es herrscht Fankurven-Stimmung. Es sind noch genau zwei Plätze frei, direkt unter dem Fernseher.

          Sollen wir das Gespräch vielleicht auf Ihr Zimmer verlegen?

          Ground control, können Sie mich hören?FRAGE: (Es klingelt, Irina schreit ins Telefon.) Ja? Bin hier unten mit Claudia, Klar, ich kann auch hier was essen! (Sie spricht mit ihrer Agentin, der Mann vom Nebentisch mit dem Fernseher:) Go, go, go! (Irina immer noch am Telefon:) Okay! (Zur Agentin:) Hast du Alkohol? Na gut. Dann kommen wir zu dir. Bis gleich! (Legt auf.) Neuer Plan: Wir besorgen ein paar Drinks und nehmen die mit nach oben.

          Wollten Sie nicht auch etwas essen?

          Ja. Wissen Sie, manchmal bin ich überfordert. Wie soll man das denn alles schaffen: trinken, essen, rauchen, Interviews geben, Fashion, Musik, ausgehen und telefonieren? Es gibt leider noch kein Buch, in dem steht, wie man das alles unter einen Hut kriegen soll.

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