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Die Oscar-Moderatorin im Interview : Planen Sie eine Revolution, Frau DeGeneres?

  • -Aktualisiert am

Das Paar des Oscar-Abends Bild: REUTERS/Andrew Eccles/ABC/Handout

Am Sonntag wird Ellen DeGeneres eine Show moderieren - und eine Milliarde Menschen werden ihr dabei zuschauen. Die Präsentatorin der Oscar-Gala spricht über den Druck, ihre Lieblingsfilme und ihre Hoffnung, dass jemand ausrutscht.

          Nachdem Amerikas beliebteste Komikerin Ellen DeGeneres schon mehrfach durch die Golden Globes und die Emmy Awards führte, wird sie morgen die Oscar-Verleihung moderieren. Ganz in ihrem Element, auf der Bühne des „Second Floor Theatre“ im Gebäude des Senders ABC im kalifornischen Burbank, erscheint Ellen DeGeneres zum Gespräch. Sie trägt einen dunklen Hosenanzug und gibt sich ein wenig schüchtern.

          Frau DeGeneres, Sie werden an diesem Sonntag erstmals die Oscar-Verleihung moderieren. Planen Sie eine Revolution?

          Nun, ich bin neu und revolutionär. Ich werde das Material von Chris Rock benutzen und einiges von Whoopi Goldberg, außerdem habe ich alte Aufzeichnungen durchkämmt. Ich gehe davon aus, dass sich keiner mehr so genau erinnert - je älter die Scherze, desto besser meine Chancen. Ich habe ein paar tolle Witze über Ben Hur auf Lager.

          Vor den Oscars: „Ich spüre den Druck deutlich”

          Wie man hört, träumen Sie schon lange von den Oscars ...

          Ja. Natürlich. Jedes Jahr dachte ich: Dieses Mal rufen sie mich an. Bestimmt. Und als es dann endlich passierte, war ich überglücklich.

          Dominiert derzeit noch Ihre ungeheure Freude, oder spüren Sie schon den Druck?

          Nun, da ich soeben verraten habe, dass dies ein großer Traum von mir ist - ja, ich spüre den Druck deutlich. Jeder kennt dieses Gefühl, aber mir ist auch klar, dass dies nicht meine Nacht ist, sondern die der möglichen Preisträger. Sie sind nominiert, sie sind nervös, und sie hören vermutlich nicht einmal, was ich zu sagen habe.

          Dafür werden Ihnen Hunderte Millionen Fernsehzuschauer genau zuhören.

          Ja, eine Milliarde Menschen werden die Veranstaltung weltweit verfolgen und gespannt darauf warten, dass wir endlich zu den besten Schauspielern und dem besten Film kommen.

          Wie bereiten Sie sich vor? Bitten Sie andere Moderatoren um Tipps?

          Nein, was ich tue, hat nichts mit dem zu tun, was andere vor mir gemacht haben. Ich möchte so weit wie möglich von eventuellen Vergleichen fernbleiben. Ich hatte vor, eine Sing- und Tanznummer aufzuführen, aber das hat ja Billy Crystal schon vor mir gemacht. Übrigens ist alles, was bisher gemacht wurde, eigentlich meine Idee gewesen. Sie haben es mir geklaut.

          Sie werden nicht tanzen?

          Ich werde nicht tanzen.

          Oder singen?

          Auch das nicht. Ich werde nicht einmal sprechen. In diesem Jahr ist alles Pantomime. Und ich sitze in einer Kiste.

          Sicher sind Sie schon von zahlreichen Designern kontaktiert worden, oder?

          Ja, und wissen Sie, die Leute sind vor allem daran interessiert, was ich trage, und nicht so sehr daran, wie ich die Sendung moderiere. Wenn ich ein Kleid tragen würde, wäre es eigentlich egal, was ich sage. Aber ich glaube nicht, dass ich ein Kleid anziehen werde.

          Man wird sicherlich versuchen, Sie zu überreden.

          O ja, alle haben mich schon mit diesem Kleid genervt. Aber es steht wirklich außer Frage. Es geht nicht um eine Rebellion oder so etwas, ich fühle mich einfach in einem Kleid sehr unwohl.

          Wie lange ist es her, dass Sie eines getragen haben?

          Ich hatte neulich einen Rock und ein Bauernhemd an für einen Undercover-Sketch in New York. Aber viele haben mich trotzdem erkannt. Ich trug sogar eine Perücke und schob ächzend ein Sofa über den Bürgersteig, um zu testen, wie viele Leute wohl einer Frau, die ein Sofa über den Bürgersteig zerrt, helfen würden. Es waren natürlich zum Großteil Frauen. Also: Ich ziehe Kleider an, wenn es unbedingt sein muss, aber ich fühle mich wie eine andere Person und weiß nicht, warum das so ist.

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