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„Beutekunst“ Bremer Kunsthalle beschließt Gegengabe

26.03.2003 ·  Trotz des Einspruchs der russischen Justiz erwartet man in Bremen die Rückkehr der Baldin-Sammlung. Es liege nur ein Informationsdefizit vor. Mit Präsident Putin sei hingegen alles abgesprochen. Zum Dank will Bremen der Eremitage zwanzig Kunstwerke schenken.

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Trotz des Einspruchs der russischen Justiz erwartet man in Bremen die Rückkehr der Baldin-Sammlung. Es liege nur ein Informationsdefizit vor. Mit Präsident Wladimir Putin sei hingegen alles abgesprochen. Zum Dank will Bremen der Eremitage in Sankt Petersburg zwanzig Kunstwerke schenken.

„Wir haben beschlossen, eine große Geste einer Schenkung zu machen“, sagte der Direktor der Kunsthalle, Prof. Wulf Herzogenrath, am Mittwoch. Eine Mitgliederversammlung des Kunstvereins habe dies am Dienstagabend einstimmig bei zwei Enthaltungen angenommen. Es sei die „bestmögliche Lösung“, die bereits vor „vielen Monaten mit dem Direktor der Eremitage besprochen worden ist“, sagte Herzogenrath. Er geht davon aus, dass die Rückgabe der 364 Zeichnungen, Aquarelle und Bilder und die anschließende Schenkung bis zur 300-Jahr-Feier von St. Petersburg im Mai vollzogen ist.

Ausstellung der Baldin-Sammlung in Moskau

Unterdessen wurde in Moskau offiziell bestätigt, dass die ursprünglich für diesen Samstag zur Rückkehr nach Bremen vorgesehene Baldin-Kunstsammlung auf Anordnung des russischen Kulturministeriums jetzt erstmals in einem Moskauer Museum gezeigt wird. „Wir werden Teile oder vielleicht sogar die gesamte Sammlung ab dem 29. März für zwei Wochen ausstellen“, sagte der Direktor des Schtschussew- Architekturmuseums, David Sarkisjan.

Die russische Justiz hatte in der Vorwoche die bislang wichtigste Rückgabe von so genannter Beutekunst an Deutschland wegen angeblicher Rechtsverstöße vorerst verboten. Nach Widerständen von kommunistischen Abgeordneten in der Duma hatte die Generalstaatsanwaltschaft in Moskau die Rückgabe gestoppt. Es liege von deutscher Seite kein Beweis über den Anspruch auf die Kunstwerke vor.

Machtfrage oder Informationsfrage?

Demgegenüber meinte Herzogenrath, dass die Rechtslage klar und „der politische Wille“ zur Rückgabe vorhanden sei. Es sei auch alles mit Präsident Wladimir Putin abgesprochen. Trotz des Einspruchs der russischen Justiz erwartet auch der Bremer Beutekunst-Experte Prof. Wolfgang Eichwede eine Rückgabe.

Während die Auseinandersetzung der Duma mit dem russischen Kulturminister Michail Schwydkoi „primär eine Machtfrage“ sei, beruhe das Veto des Generalstaatsanwaltes gegen die Rückgabe-Absicht des Ministers „primär auf einer Informationsfrage“. Dies betonte der Direktor der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen am Mittwoch.

Die russische Justiz müsse nun „mit weiteren Unterlagen versorgt werden, die lückenlos das Bremer Eigentum und die Rechtmäßigkeit der Ansichten des Kulturministers dokumentieren“, sagte Eichwede: „Und das machen wir derzeit.“

Nach seiner Einschätzung kämpfe der russische Kulturminister in dieser Sache „sehr überzeugend“. Minister Schwydkoi sei „fest überzeugt, dass die Sammlung mit russischen Recht nach Bremen zurückgegeben werden kann und soll“.

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