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Berlusconis Comeback Bunga. Papa. Ciao.

 ·  Kein Papst, keine Regierung, dafür ein Berlusconi: Italien wählt ein neues Parlament. Die halbe Welt hat Angst vor einem Comeback des Medienmoguls. Und die Italiener?

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© REUTERS Vergrößern In der Satire-Show „Gli Sgommati“ sind die Politiker Puppen und werden von Schauspielern bedient. In der Realität sind die Politiker Schauspieler, die versuchen, die Wähler wie Puppen zu bedienen

„Silvio, nimm dir am Papst ein Beispiel.“ Die Häme gegen den italienischen Politpapst Berlusconi ließ nach dem angekündigten Abtreten des echten Pontifex nicht lange auf sich warten. Die italienische Komikerin Luciana Littizzetto verwandelte beim Schlagerfestival von San Remo den Schock im katholischen Italien, das sein kirchliches Oberhaupt gern auch in der Politik verortet, sogleich in eine Aufmunterung: Möge der allpräsente Gerarch Berlusconi es dem so viel uneitleren Staatsmann Ratzinger doch gleichtun. Möge Silvio sich ebenfalls den Gesetzen des Alters beugen und aus dem Rampenlicht verziehen.

Doch darauf können Berlusconis zahlreiche Gegner lange warten. Im Gegenteil: Silvio ist im Wahlkampf, der nun mit dem Tauziehen des Prä-Konklave zusammenfällt, präsenter denn alle seine Rivalen zusammen. Für viele Bürger Italiens bedeutet die Zähigkeit der längst weltweiten und unterhaltsam-anrüchigen Polit-Ikone des Landes einen Albtraum, der einfach nicht aufhört.

Berlusconi kommt laizistischer daher als seine linkeren Gegner

In Italiens Innenpolitik hat sich - anders als alle italienischen Päpste - weder der Kardinal Joseph Ratzinger noch der Papst Benedikt XVI. sonderlich eingemischt. Die Zeiten, da an der Kurie massiv die Innenpolitik der benachbarten Institutionen der Republik Italien betrieben wurde und sich manche Ministerpräsidenten im Gegengeschäft für Wählerstimmen ihre Instruktionen im Vatikan abholten, sind vorbei, seit 1992 die „Democrazia Cristiana“ in einem gewaltigen Korruptionsskandal kollabierte. Kein noch so ehrgeiziger italienischer Kardinal kann seither in katholischen Kernfragen wie Abtreibung, Scheidung, homosexuellen Partnerschaften mehr auf einen katholischen Block bauen.

Wie in anderen modernen Demokratien sind die Gläubigen inzwischen in allen Lagern von links bis rechts zu finden. Zwei Pontifikate eines polnischen und eines deutschen Kirchenoberhauptes haben zudem den Schwerpunkt der päpstlichen Mission von Rom und Italien massiv zur Weltkirche, vorzugsweise in den Wachstumsmärkten Südamerika und Afrika, verschoben. Die Kommentare italienischer Politiker beim angekündigten Abtreten Benedikts gingen denn auch über routinierte Würdigungen nicht hinaus. Mit dem distanzierten Deutschen hatten ohnehin keine echten emotionalen Bande mehr bestanden. Am ehesten zeigte sich noch Interims-Premier Mario Monti, dem eine große Nähe zum Reformkatholizismus aus der Schmiede des jüngst verstorbenen Kardinals Martini nachgesagt wird, von der historischen Geste betroffen.

Doch der immer heftigere Wahlkampf wird von keinem moraltheologischen Thema und von keinem Blick auf den verwaisten Vatikan entschieden. Silvio Berlusconi, der in seinem Villenpark von Arcore an einem synkretistisch-heidnischen Mausoleum für sich selbst baut, hat sich nie explizit auf die katholische Kirche gestützt, hat alle persönlichen Demutsgesten im Kielwasser der Christdemokratie vermieden und sich nur pragmatisch mit denjenigen ethischen Forderungen der Kirche - Gentechnikverbot, keine gleichgeschlechtlichen Partnerschaften - arrangiert, die ihn persönlich keine Opfer kosteten. Ansonsten kommt der Rechte Berlusconi dezidiert laizistischer daher als linkere Gegner wie Monti, Prodi, Casini oder gar die von ihm gern verhöhnte katholische Aktivistin Rosy Bindi.

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