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Festival-Programm komplett : Vier deutsche Filme im Berlinale-Wettbewerb

  • Aktualisiert am

Ein Mann, ein Bär: Festivaldirektor Dieter Kosslick stellt das Programm der 68. Biennale vor. Bild: AFP

Neunzehn Produktionen konkurrieren im Wettbewerb der Berlinale, darunter vier deutsche Filme. Als letzten Wettbewerbsbeitrag nominierte die Berlinale einen Spielfilm über das Attentat von Utøya.

          Das Programm der 68. Berlinale steht. Neunzehn Filme bewerben sich vom 15. Februar an um die begehrten Auszeichnungen, den goldenen und die silbernen Bären, darunter vier deutsche. Zu den prominenten Gästen gehören Tilda Swinton, Isabelle Huppert, Robert Pattinson und Joaquin Phoenix. Der goldene Ehrenbär geht in diesem Jahr an den amerikanischen Schauspieler Willem Dafoe („The Hunter“) für sein Lebenswerk.

          „Der diesjährige Berlinale-Wettbewerb spiegelt die Welt so, wie sie ist“, sagte Festivaldirektor Dieter Kosslick an diesem Dienstag bei der Vorstellung des Programms. „Und die Welt ist komplex, vielschichtig, aber auch spannend.“

          Als letzten Wettbewerbsfilm gab Kosslick das norwegische Attentatsdrama „Utøya 22. Juli“ von Erik Poppe bekannt. 2011 waren auf der gleichnamigen Insel durch den Rechtsextremisten Anders Breivik 77 Menschen ums Leben gekommen.

          Zu den vier deutschen Bärenkandidaten gehört der Flüchtlingsfilm „Transit“ von Christian Petzold mit Franz Rogowski und Paula Beer. Nach dem autobiografischen Roman von Anna Seghers geht es um Exilschriftsteller während der NS-Zeit.

          Andrea Berntzen in Erik Poppes „Utøya 22. Juli“
          Andrea Berntzen in Erik Poppes „Utøya 22. Juli“ : Bild: Agnete Brun

          Regisseur Thomas Stuber erzählt in dem Liebesdrama „In den Gängen“ von einer Beziehung zwischen zwei Menschen, die auf der Verliererseite stehen. Hauptdarsteller sind Franz Rogowski und Sandra Hüller.

          Marie Bäumer in Emily Atefs „3 Tage in Quiberon“
          Marie Bäumer in Emily Atefs „3 Tage in Quiberon“ : Bild: Rohfilm Factory / Prokino / Peter Hartwig

          In dem Porträt „3 Tage in Quiberon“ zeichnet Filmemacherin Emily Atef das Lebensdrama von Romy Schneider nach - mit Marie Bäumer, Birgit Minichmayr und Charly Hübner ebenfalls hochkarätig besetzt. Vierter deutscher Kandidat ist das Familiendrama „Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot“ von Philip Gröning mit Josef Mattes und Julia Zange.

          Josef Mattes und Julia Zange in „Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot“ von Philip Gröning
          Josef Mattes und Julia Zange in „Mein Bruder heißt Robert und ist ein Idiot“ von Philip Gröning : Bild: Philip Gröning

          Eröffnet werden die 68. Internationalen Filmfestspiele Berlin am Donnerstag in einer Woche mit Wes Andersons Animationsfilm „Isle of Dogs“. Der amerikanische Regisseur Gus Van Sant („Milk“) ist mit seinem neuen Film „Don’t Worry, He Won’t Get Far on Foot“ dabei, in dem Joaquin Phoenix an der Seite von Jonah Hill, Jack Black und Udo Kier zu sehen ist.

          Szene aus Wes Andersons „Isle of Dogs“
          Szene aus Wes Andersons „Isle of Dogs“ : Bild: Twentieth Century Fox

          Als Weltpremiere wird im offiziellen Wettbewerb auch Benoit Jacquots „Eva“ mit Frankreichs Schauspiel-Diva Huppert in der Titelrolle gezeigt. In der Berlinale-Special-Reihe ist „Das schweigende Klassenzimmer“ zu sehen, der neue Film von Lars Kraume („Der Staat gegen Fritz Bauer“). In dem auf Tatsachen beruhenden Drama aus dem Kalten Krieg spielen unter anderem Leonard Scheicher, Florian Lukas und Burghart Klaußner.

          Im Wettbewerbsprogramm laufen außerdem „Dovlatov“ des russischen Regisseurs Alexey German Jr. („Under Electric Clouds“) und „Meine Tochter“ („Figlia mia“) der Italienerin Laura Bispuri („Sworn Virgin“). Die polnische Filmemacherin Malgorzata Szumowska („Body“) schickt ihren neuen Film „Twarz“ („Mug“) ins Rennen. Im vergangenen Jahr hatte die ungarische Liebesgeschichte „On Body and Soul“ von Regisseurin Ildikó Enyedi den Goldenen Bären gewonnen.

          Insgesamt sind bei dem weltgrößten Publikumsfestival für den Film bis zum 25. Februar fast 400 Titel zu sehen. Eine wichtige Rolle wird nach dem Willen der Veranstalter auch die #MeToo-Debatte um Missbrauch in der Filmbranche spielen. Es gibt mehrere Veranstaltungen dazu. Zudem werden unter dem Titel „Nein zu Diskriminierung“ kostenlos und anonym Beratungsangebote an Betroffene vermittelt.

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