Home
http://www.faz.net/-hok-771g5
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Nach Berlinale-Auszeichnung Iran nennt Panahis Film „illegal“

Auf der Berlinale wurde der iranische Film „Geschlossener Vorhang“ mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet. Jetzt hat das Kultusministerium in Teheran die Produktion und Aufführung von Jafar Panahis Film als Straftat bezeichnet.

© dpa Vergrößern Verfolgter Regisseur: Jafar Panahi

Nach der Auszeichnung seines Films „Geschlossener Vorhang“ bei der Berlinale droht dem iranischen Filmemacher Jafar Panahi zu Hause Ärger. Nach Angaben Teheraner Medien hat das iranische Kultusministerium die Produktion des Films als „illegal“ bezeichnet und auch wegen der Aufführung und der Auszeichnung Protest eingelegt. Damit könnte es zu einem juristischen Nachspiel für Panahi kommen.

„Im Iran müssen Filme mit Erlaubnis gedreht und auch mit Erlaubnis ins Ausland geschickt werden, daher ist die Produktion und Aufführung dieses Films illegal und dementsprechend eine Straftat“, sagte Vize-Kultusminister Dschawad Schamaghdari. Bis jetzt habe man „Geduld“ gezeigt, so der Vizeminister. „Aber nicht wir, sondern die Polizei ist für sowas zuständig“, sagte Schamaghdari ohne weitere Erläuterungen.

Panahi hatte am Sonntag zusammen mit seinem Ko-Regisseur Kamboziya Partovi den Silbernen Bären für das beste Drehbuch erhalten. Den Preis in Berlin nahm Partovi entgegen, da Panahi das Land nicht verlassen darf. Wegen seiner Kritik an der iranischen Regierung wurde Panahi im Dezember 2010 zu sechs Jahren Haft und einem 20-jährigen Berufs- und Ausreiseverbot verurteilt. Panahi steht seitdem unter Hausarrest. Trotz Hausarrest und Berufsverbot drehte er heimlich den Film „Geschlossener Vorhang“ am Kaspischen Meer im Nordiran.

Mehr zum Thema

Quelle: dpa

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Netanjahus Rede im Kongress Atomare Bewaffnung Irans so gut wie garantiert

Israels Ministerpräsident Netanjahu hat in seiner Rede vor dem amerikanischen Kongress vor der atomaren Bewaffnung Irans gewarnt. Das angestrebte Abkommen über das iranische Atomprogramm werde Teheran nicht von der Entwicklung von Atomwaffen abhalten, sagte Netanjahu. Obama reagierte kühl. Mehr Von Andreas Ross, Washington

03.03.2015, 19:22 Uhr | Politik
Berlinale Goldener Bär für Jafar Panahi

Der iranische Regisseur darf in seinem Land eigentlich gar keine Filme machen - Für "Taxi" hat er jetzt den Preis für den besten Film der Berlinale 2015 gewonnen. Mehr

15.02.2015, 08:11 Uhr | Feuilleton
Nach der Netanjahu-Rede Schulterzucken in Washington und Teheran 

Die Vereinigten Staaten und Iran reagieren betont gelassen auf die Netanjahu-Rede vor dem Kongress. Die Unterhändler der Atomverhandlungen in Montreux haben die Rede offenbar längst eingepreist. Mehr Von Stephan Löwenstein, Wien

04.03.2015, 12:42 Uhr | Politik
Trotz Ausreiseverbot Iranischer Regisseur schmuggelt Film zur Berlinale

Der preisgekrönte iranische Regisseur Jafar Panahi hat trotz 20-jährigem Berufs- und Ausreiseverbot seinen jüngsten Film Taxi nach Berlin geschmuggelt. In diesem spielt er selbst einen Taxifahrer in Teheran, der sich mit seinen Fahrgästen unterhält. Mehr

09.02.2015, 12:07 Uhr | Feuilleton
Netanjahu in Amerika Missverständnisse einer starken Freundschaft

Die jüdische Lobbyorganisation Aipac steht vor ihrer größten Zerreißprobe. Benjamin Netanjahus Auftritt entzweit Washington. Der israelische Ministerpräsident beschwichtigt seine Klientel. Mehr Von Andreas Ross, Washington

02.03.2015, 18:29 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 19.02.2013, 09:21 Uhr

Helikopterkinder

Von Sandra Kegel

Knatternde Rotorenblätter, aufheulende Martinshörner, durchdringende Megaphon-Durchsagen: Wenn Hessens Abiturprüfungen auf die EZB-Eröffnung treffen. Mehr 8