15.02.2003 · Der Goldene Bär der 53. Berlinale geht an das Flüchtlingsdrama „In This World“ (Auf der Welt) des britischen Regisseurs Michael Winterbottom. Das gab Jury-Präsident Atom Egoyan am Samstag in Berlin bekannt.
Der Goldene Bär der 53. Berlinale geht an das Flüchtlingsdrama „In This World“ (Auf der Welt) des britischen Regisseurs Michael Winterbottom. Das gab Jury-Präsident Atom Egoyan am Samstag in Berlin bekannt.
Mit dem Silbernen Bären wird überraschenderweise der amerikanische Film „Adaption“ von Spike Jonze prämiert. Einen Silbernen Bären als beste Darstellerinnen erhalten Nicole Kidman, Meryl Streep und Julianne Moore für ihre Leistung in Stephen Daldrys Film „The Hours“. Bester Hauptdarsteller wurde Sam Rockwell für seine Rolle in George Clooneys Regiedebüt „Confessions of a Dangerous Mind“. Mit dem Regiepreis wird der Franzose Patrice Chéreau für sein Psychodrama „Son Frère“ (Sein Bruder) ausgezeichnet.
Einen Silberner Bären für die künstlerische Leistung bekommt zudem der chinesische Regisseur Li Yang für seinen Film „Blinder Schacht“. Die einzige Auszeichnung für einen deutschen Film ist der „Blaue Engel“ für Wolfgang Beckers „Good Bye, Lenin!“.
Dokumentarisch wahrhaftig
Regisseur Michael Winterbottom schildert in seinem Film ein Migrationsschicksal, das stellvertretend für die Leiden tausender Kriegsflüchtlinge steht. Die Berlinale-Bären werden am Abend in Berlin verliehen. Neben dem Goldenen Bären erhält Winterbottoms Film auch den Friedensfilmpreis und den Preis der Ökumenischen Kirchenjury.
„Winterbottom hat ein afghanisches Flüchtlingsschicksal zwischen Peshawar und London auf dokumentarisch wahrhaftige Weise nacherzählt. Ein beeindruckender Film, der die Möglichkeiten der Digitalvideotechnik optimal nutzt“, urteilte Andreas Kilb, der Filmkritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, über „In this World“.
Sein Kollege von der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, Peter Körte, lobte das Werk ebenfalls: „Michael Winterbottoms fast dokumentarisch wirkender Film über zwei afghanische Flüchtlinge hat eine Moral, ohne zu moralisieren, und er findet im Digitalvideo-Format eine angemessene Bildsprache, ohne zu ästhetisieren. So reich kann das 'arme' Kino sein.“