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Berlin „Topographie“-Bau: Alles auf Anfang?

20.04.2004 ·  Seit Jahren ist der Bau des Berliner Dokumentationszentrums „Topographie des Terrors“ über den Gestapo-Kellern gestoppt. Jetzt überlegt die Bundesregierung, „alles nochmal von vorne zu beginnen“.

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Vier Jahre nach dem Baustopp für das Dokumentationszentrum „Topographie des Terrors“ auf dem Gelände der einstigen Gestapo-Zentrale in Berlin schließt die Bundesregierung einen völligen Neubeginn des Projekts nicht mehr aus.

„Es ist ein Punkt erreicht, bei dem man jetzt entscheiden muß - entweder Berlin beginnt zu bauen, oder man kommt zu der Überzeugung, alles nochmal von vorne zu beginnen“, sagte Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) am Montag abend in der ARD-Sendung „Monitor“.

Der Bund stelle seit Jahren die Hälfte der Baukosten bereit. „Das Geld liegt brach und wird nicht abgerufen“, kritisierte Weiss. Die Gesamtkosten werden derzeit mit 38 Millionen Euro beziffert. Das architektonisch ambitionierte Projekt nach den Entwürfen des Schweizers Peter Zumthor war ursprünglich auf 18 Millionen Euro veranschlagt worden. Die Grundsteinlegung fand 1995 statt. Wegen immenser Kostenüberschreitungen und technischer Probleme mit der aufwendigen Stabbau-Konstruktion wurden die Arbeiten im März 2000 eingestellt. Zumthor überarbeitete seinen Entwurf, um Kosten einzusparen.

Nur drei Türme

Bis heute stehen auf dem Gelände nur drei Treppentürme. Der wissenschaftliche Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Reinhard Rürup, hatte bereits Ende März aus Protest gegen die bestenfalls lauwarme Unterstützung der Politik für das Projekt seinen Rücktritt erklärt. Elf Jahre nach der Wettbewerbsentscheidung seien weder Zumthor noch Berlins Bauverwaltung in der Lage gewesen, einen verläßlichen Termin für die Übergabe des Gebäudes zu nennen. In der „Monitor“-Sendung betonte Rürup die Notwendigkeit, neben dem Holocaust-Mahnmal zur Erinnerung an die Opfer des NS-Regimes auch ein Dokumentationszentrum zu errichten, das das Verhalten der Täter reflektiert und eine Gesellschaft, in der es zum Holocaust kommen konnte.

Der designierte Berliner SPD-Landesvorsitzende Michael Müller stellte unterdessen den Zumthor-Entwurf infrage. „Es ist unerträglich, daß dort auf der Baustelle seit drei, vier Jahren nichts passiert“, sagte Müller der „Berliner Zeitung“ vom Dienstag. Die Stiftung „Topographie des Terrors“ brauche dringend ein Gebäude, „das muß aber nicht zwingend ein Entwurf des Architekten Peter Zumthor sein“.

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