25.05.2004 · Die bisherige Intendantin der Kieler Oper, Kirsten Harms, wird künftig die Deutsche Oper in Berlin leiten. Als erstes muß sie einen Nachfolger für den zurückgetretenen Generalmusikdirektor Christian Thielemann finden.
Gute Nachricht aus den Niederungen des Berliner Opernstiftungsverteilungskampfs: Nach langwährender Vakanz ist der Intendantensessel an der Deutschen Oper Berlin wieder besetzt. Bereits mit Beginn der nächsten Spielzeit soll Kirsten Harms, derzeit freischaffende Regisseurin, die Geschicke des Hauses zum Besseren wenden.
Harms, Jahrgang 1956, wird überdies als Mitglied in den Stiftungsvorstand einziehen. Sie hatte von 1995 bis 2003 als Intendantin der Kieler Oper sowohl Geschick im Umgang mit sparsamen Stadtvätern als auch Ehrgeiz in der Spielplangestaltung bewiesen. Zu den Höhepunkten ihrer Kieler Amtszeit gehörte eine Trias seltener Schreker-Opern sowie eine ebenfalls von ihr selbst inszenierte „Ring“-Inszenierung.
Die Deutsche Oper hat mit ihr wieder einen kreativen Künstler-Intendanten an der Spitze gewonnen, der das Haus auch künstlerisch wieder in Fahrt bringen könnte. Der Vertrag, den Harms gestern in Berlin unterzeichnete, läuft bis 2011. Es ist damit zu rechnen, daß diese Personalentscheidung nun auch die zügige Neubesetzung der vakanten Stelle des Generalmusikdirektors nach sich zieht. Im Gespräch für das von Christian Thielemann letzte Woche verlassene Pult ist unter anderem der Dirigent Marc Albrecht.