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Berlin Flierl will Neuordnung der Hauptstadt-Kultur - Weniger Orchester

13.08.2004 ·  Weniger Orchester, Bibliotheken und Museen unter einem Dach: Der Berliner Kultursenator Thomas Flierl (PDS) hat eine Neuordnung des öffentlichen Kulturangebots der Hauptstadt gefordert.

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Berlins Kultursenator Thomas Flierl (PDS) hat eine Neuordnung des öffentlichen Kulturangebots der Hauptstadt gefordert. Angesichts des Schuldenberges sei ein neues Konzept notwendig, erklärte Flierl am Freitag bei der Vorstellung eines Entwurfes für eine „Agenda 21“ der Hauptstadt-Kultur. Denkbar sei, die Zahl der Orchester zu verringern. Die Theater müßten ihre Arbeit stärker auf Wirtschaftlichkeit und öffentliche Resonanz ausrichten. Flierl wird den Bericht jetzt dem Abgeordnetenhaus vorlegen.

Durch das „Metropolen-Fieber“ der 90er Jahre seien „gigantische Schulden“ angehäuft worden, sagte Flierl. „Im Rausch des euphorischen Aufbruchs“ habe sich die Stadt zu einem Kulturmagneten entwickelt, aber „maßlos über ihre Verhältnisse gelebt“. Dabei seien städtische Kultureinrichtungen wie öffentliche Bibliotheken oder Landesmuseen vernachlässigt worden. Bereits heute erhalte Berlin vom Bund jährlich 400 Millionen Euro für die Kultur. Dies seien mehr als die im Landeshaushalt vorgesehenen 370 Millionen Euro für die laufende Kulturausgaben. Bei dieser Entwicklung werde allmählich die Kulturhoheit des Landes ausgehöhlt.

Flierl sprach sich für eine Reform der Orchesterlandschaft aus. „Die Frage ist, ob Berlin sieben Orchester benötigt“, sagte der PDS-Politiker. Bei der aktuellen Publikumsentwicklung zeichne sich langfristig ein Überangebot an Konzerten ab. Neben den Berliner Philharmonikern gebe es nur noch Platz für zwei weitere hochkarätige Klangkörper. Flierl regte zudem die Gründung einer Stiftung Berliner Landesmuseen sowie die Zusammenführung aller öffentlichen Bibliotheken unter ein Dach an.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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