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Bella Italia 2: Die Tortellini Liebesverknotungen in Vallegio

 ·  Einen Deutschen in Italien erkennt man sofort. Er beginnt nicht mit den Antipasti, sondern gleich mit der Pizza. Im Erfindungsort der Tortelli bleiben deutsche Essgewohnheiten ungestraft.

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Rainer Scheerer

Es gibt nicht die italienische Küche

Ich stimme Herrn Schlüter-Padberg in allen Punkten zu und ergänze nur: Die Stärke Italiens sind ja gerade die Regionalküchen. Don Alphonso scheint unter Italien die Gegend um den Gardasee zu verstehen. Was ist mit der Emilia-rOmagne, deren Küche so sehr an bayerische erinnert - Innereien, Schweinernes usw.
In Restaurants, z.B. einer Kleinstadt in Latium, die von der normalen Mittelklasse frequentiert werden (Lehrer, Bankangestellte) sieht man kaum jemand alle Gänge essen.
Ferner hat die "italienische Küche" in Mittelitalien eine Schwachstelle in dem miserablen, ungesalzenen Brot. Ein pfiffiger Italiener ging dagegen an, indem er das Brot in Olivenöl tauchte und dann Salz daraufstreute. Ich selbst bestelle immer Fagiolini, dann kommt Olivenöl zu diesem zweck auf den Tisch, und meine Begleiter kommen auch in dessen Genuß.
Herr Meyer sollte sich den Original-Artusi kaufen, gibt's bei "I Libri del Gulliver". Da gehen inem die Augen auf, wie erstaunlich mitteleuropäisch diese Küche wirkt.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 25.04.2012 09:48 Uhr
sven ahlborn
sven ahlborn (gourmeur) - 25.04.2012 09:48 Uhr

genau!

sehr zu empfehlen ist auch der slow food (schon wieder !) - führer:

osterie d'italia aus dem hallwag verlag. dort sind meist kleine, unscheinbare restaurants aufgeführt in denen ehrlich, regional und saisonal gekocht wird ...

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Michael Schlüter-Padberg

Einen Deutschen in Italien erkennt man sofort daran,

dass er Valläätscho sul Mintscho mit starkem -tsch spuckt.

Im übrigen sind in Italien die Antipasti, die Primi und die Dolci ziemlich unwiderstehlich, während die Secondi fast immer, ob Fleisch oder Fisch, fast totgebraten oder trockengekocht sind. Ich führe das zurück auf erstens die erst in den letzten Jahrzehnten perfektionierte Kühlkette (ich erinnere mich sehr gut, dass in Florenz noch Anfang der achtziger Jahre im Sommer kein Schweinefleisch verkauft wurde) und zweitens auf die Tatsache, dass die grosse Mehrheit der Italiener sich bis weit ins letzte Jahrhundert hinein vielleicht drei- viermal im Jahr Fleisch leisten konnte.
Dass man sich durch ein ganzes Menu fressen musste, ist auch schon seit einiger Zeit vorbei. Der Padrone oder auch die Mamma sind glücklich, wenn man die Speisekarte beiseite legt und fragt, was es denn heute Besonderes gebe. Man wird dann den Stolz des Hauses bekommen, eventuell ein "mosaico di verdura" aus sechs bis zehn kleinen, herrlichen Gemüsen......

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sven ahlborn
sven ahlborn (gourmeur) - 23.04.2012 17:14 Uhr

Slow Food

Das Mahl HAT eine Bedeutung, werter Herr Meyer, jenseits der Nahrungsaufnahme: Essen ist ein politischer Akt. Und, Essen ist Genuss, oder sollte es zumindest sein. Was bei DIESEN Tortellini fast sicher scheint.

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