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Bayreuther Visionen (9) Bayreuth als virtuelle Installation

27.06.2008 ·  Wir haben Protagonisten des Musiklebens gefragt: Was würden Sie in Bayreuth ändern wollen? Der Filmemacher Hans-Jürgen Syberberg würde die Festspiele in eine virtuelle Installation verwandeln.

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(1) Programm und Festspielhaus bleiben unangetastet. Das Haus der Aufführungen bleibt frei von RW-fremden Elementen, technisch oder in Gestalt anderer Komponisten und Texte und Dinge. Es ist der Kern dessen, was aus RW entstand. (2) Ergänzende Aktivitäten sind in Extraräumen mit Installationen vorgesehen und (3) digitale Web-Dokumentationen begleiten die Entstehung der Produktionen in persönlicher Handschrift der Leitung.

(4) Wenn eine künstlerische Leitung RW verpflichtet sein soll, ob Familie oder nicht, muss auch die zentrale Repräsentanz in der Verantwortung gelebt werden, und dann gehört Wahnfried als Urgestein der Idee immer dazu, nicht als Bungalow oder Eigenheim, sondern als Anspruch an deren Bewohner als RW-repräsentativ Leitende der Festspiele , gleich in wessen juristischer Position, RW und sein Bayreuth zu repräsentieren, als Auftrag, wie es kein Museum oder sonstige öffentliche Räume vermögen. Wahnfried wird wieder Wohnhaus mit Repräsentationsauftrag - auch und besonders für den Fall, dass alles ohne Familie Wagner weiterginge. Die Leitung der Festspiele kann delegiert werden auf Zeit, wie die musikalische Verantwortung (ähnlich Tietgen/WW. Frage der Dauer ist Vertragsgegenstand. Das könnte bedeuten, wenn ein Mitglied der Familien oder die Familie in einer Generation oder gewissen Spielzeiten sich von der aktiven Produktion zurückzieht, die öffentlichen Träger aber Wert auf Kontinuität legen, dass der Laden in kontrollierten Hand RW'schen Auftrags weiterläuft.)

(5) Das Ganze, I-IV, wäre zumindest als Projekt einer virtuellen Projektion in verschiedenen Räumen realisierbar, vielleicht als Übungsaufgabe für Kunsthochschulen, Abteilung Film/Medien/Video mit Titel „Unrealisierte Projekte“.

Aber dann mit gutem Lehrer. Und Parsifal als Film/HJS unter Kapitel: Schleef und Lars-von-Trier-Ring im Kapitel III der in Bayreuth unrealisierten Werke RWs dazu.

I. Modell Bayreuth

Das Theater. Historisch und pur.

Publikum. Erweitert nach Wagnerschem Konzept für alle.

Vorplatz:

Tür vorne wieder offen

Restaurant-Kantine für alle, inkl. Mitwirkenden der Auff. und Leitung verpflichtend gemeinsam und praktisch, familiär, demokratisch.

Kiosk zum Verkauf der eigenen Produktionen, auch der Mitwirkenden an den Auff. und deren Empfehlungen. Und von allen RW gewidmeten Produktionen auch außerhalb Bayreuths.

II. Homepage Bayreuth.

Domaine RW, hergestellt, verantwortet, nament. urherbermäßig gezeichnet von der Leitung der Festsp.

III. Aktuelle Räume.

Installationen von speziellen Gästen (Einladungen an Regie u.a.) in Projektionen (Filme von und zu Musiktheater) Projektionen der hist. Aufführungen und Angrenzendes in install. Räumen RW in historischen Zitaten des Films (Coppola etc). Andere Opern als Film, Bergman, Zauberflöte etc. Internet-tägliche Notizen, webcams. Eigenproduktionen unter Bayreuth-Label. Zur Diskussion gestellte Räume (im Wechsel). Modell Inszenierungen z. B. Lars von Trier als Projekt E. Schleef Parsifal-Projekt (Zeichn. inkl. Musik)

IV. Wahnfried rediv. inkl. Winifred-Wagner-Haus zur speziellen Verfügung der Festspielleitung wieder als Sitz und Zentrum aller Aktivitäten Wohnen. privates Büro, Internetstation in alle/aus aller Welt, repräsentative Einladungen.

V. siehe oben.

Das Ganze als virtuelle Installation.

Hans Jürgen Syberberg, geboren 1935, hat sich als Filmemacher immer wieder mit Richard Wagner beschäftigt. Sein fünfstündiger Dokumentarfilm „Winifred Wagner und die Geschichte des Hauses Wahnfried“ aus dem Jahr 1975 ist eine der zentralen Quellen für die Geschichte der Bayreuther Festspiele. Syberberg vertreibt seine Werke auf DVD und hat in seine „Syberberg-Wagner Edition“ außer dem Winifred-Wagner-Film und dem „Parsifal“ von 1982 auch „Wagner Briefe an die Frauen der Nacht“, „Ludwig, Requiem für einen jungfräulichen König“ von 1972 und „Hitler, Ein Film aus Deutschland“ von 1977 aufgenommen. Zu seinen Büchern zählen „Vom Unglück und Glück der Kunst in Deutschland nach dem letzten Kriege“ (1990) und „Der verlorene Auftrag“ (1994).

Quelle: F.A.Z.
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