25.07.2006 · In Jean-Pierre Ponnelles „Tristan“ 1981 gelang eine bildmächtige Gratwanderung zwischen halbrealistischer Märchenperspektive und abstrakt-symbolischer Tiefendeutung. Wagners „Handlung“ entfaltete sich als Naturmythos, dessen szenische Chiffre ein Baum darstellte.
In Jean-Pierre Ponnelles „Tristan“ 1981 gelang eine bildmächtige Gratwanderung zwischen halbrealistischer Märchenperspektive und abstrakt-symbolischer Tiefendeutung. Wagners „Handlung“ entfaltete sich als Naturmythos, dessen szenische Chiffre ein Baum darstellte. Als sich aufreckender Stamm bildete er im ersten Akt den Schiffsbug.
Den Mittelakt beherrschte eine blühende Trauerweide, von der im Schlußakt nur noch eine Baumruine mit gespaltenem Stamm übrigblieb. Daniel Barenboim debütierte als Dirigent in Bayreuth mit einer lyrischen, kammermusikalischen Interpretation, die manch einem nicht dramatisch genug klang. Rene Kollo war ein umjubelter Tristan.