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Bankkunde : EC-Ärger

  • -Aktualisiert am

Der Umgang mit dem Geldinstitut kann einen schon frustrieren. Bild: dpa

Irgendwo in diesem Gespräch hat sich eine Sachebene versteckt. Man findet sie nur nicht so leicht, wenn einem das Gegenüber Betrug unterstellt.

          Ich möge doch bitte auf die Sachebene zurückkehren, sagt der Mann von der Bank. Der hat gut reden. Denn mit der Sachebene ist das so eine Sache – wo fängt sie an, wo hört sie auf? Geht sie nicht stets auch in die persönliche Ebene über? Sind „Sachen“ nicht Phänomene auf einer zwischenmenschlichen Ebene, ist nicht jedes Ding, über das man spricht, eine Brücke zwischen zwei Personen, auch wenn die eine Person nur ihren Job als Sachbearbeiter macht, derweil die andere Person, rein aus Privatvergnügen, herauszufinden versucht, wie sie ihr Geld wiederbekommt, welches sie in treuer Obhut der Bank glaubte?

          Für derlei Erwägungen hat der Mann von der bankinternen Betrugsbearbeitung keinen Sinn. Auch die grundlegende Sachebene, auf der das Gespräch zu beginnen wäre, juckt ihn wenig: Die Bank, bei der man eine neue EC-Karte beantragt hat, müsste ja dafür Sorge tragen, dass diese nicht in fremde Hände gerät. So ist es aber geschehen. Und so ist es auch öfter passiert, wie man als Kriminalgerichtsbesucher weiß.

          Sachebene, sehr gut!

          Denn die Bank, die auf meinem Geld sitzt, verschickt die EC-Karten per Post, und sie verschickt die PIN-Nummer per Post. Beim ersten Gespräch mit der Bank am Morgen habe ich gefragt, ob man denn nun die nächste Karte auf einem anderen, sicheren Wege bekommen könne, etwa durch Abholung in der Filiale. Doch zu Hause sitzen sollst du und hoffen, dass schon irgendwie alles gutgeht. Danke, Bank!

          Eine sehr persönliche Ebene erreicht der Vorgang dann, nachdem die neue EC-Karte sich erstmals in den Kontoauszügen meldet: Irgendjemand ist irgendwo an einen Automaten gegangen und hat mein Geld abgehoben. Mit äußerster Sachlichkeit nehme ich das zur Kenntnis und melde es meiner Filiale. Bald kommt auch der Anruf vom Betrugssachbearbeiter in der Zentrale in Mönchengladbach.

          Und binnen weniger Minuten, in denen ich mich immer schlechter fühle, wird klar, wer für ihn die Hauptverdächtigen sind: Nachdem seine Bank mein Geld weggegeben hat, verdächtigt er reihum meine dreizehnjährige Tochter, meine Frau und schließlich mich selbst. Eindringlich teilt er mir mit, dass er nun eine Betrugsanzeige erstatten werde. Ob mir klar sei, fragt er, was passiere, wenn auf dem Überwachungsvideo dann mein Kind zu sehen sei, meine Frau oder ich? Ja. Und daraufhin bekommt er von mir eine Antwort. Danach bittet er, auf die Sachebene zurückzukommen. So, und da wäre ich wieder. Ganz kühl. Kein Gefühl. Sachebene, sehr gut! Dann wird mein Geld ja sicher morgen früh rückerstattet sein, und ich kann wieder arbeiten, statt mich zu ärgern.

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