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Bafta-Filmpreis : Kidman, Day-Lewis und Polanski ausgezeichnet

  • Aktualisiert am

Nicole Kidman - beste Schauspielerin in „The Hours” Bild: AP

Nicole Kidman und Daniel Day-Lewis sind als beste Schauspieler mit dem „British Academy Film Award“ ausgezeichnet worden. Bester Film wurde überraschend „Der Pianist“.

          Nicole Kidman und Daniel Day-Lewis sind am Sonntagabend in London als beste Schauspieler mit dem „British Academy Film Award“ ausgezeichnet worden. Kidman wurde für ihr Rolle als Schriftstellerin Virginia Woolf in „The Hours“ ausgezeichnet, Day-Lewis bekam den Preis für seine Darstellung eines Bandenchefs in dem Historiendrama „Gangs of New York“.

          Der „Bafta“ für den besten Film ging überraschend an „Der Pianist“, dessen Regisseur Roman Polanski auch für die beste Regiearbeit ausgezeichnet wurde. Der „Pianist“ hatte erst am Sonntag den französischen Filmpreis gewonnen.

          Die „Baftas“ gelten als Gradmesser für die Oscarverleihung am 23. März. Alle Gewinner der Hauptpreise in London sind auch für die US-Preise nominiert. Das Staraufgebot am Leicester Square stand dem Oscar nicht nach: Dutzende Hollywood-Stars schritten an ihren Fans vorbei über den roten Teppich ins Odeon-Kino in Londons West End. Manche bekannte Namen gingen auf der Bühne leer aus wie „Chicago“-Star Renée Zellweger, Halle Berry, Salma Hayek, Julianne Moore, Meryl Streep oder Michael Caine. Klassisches Schwarz und Weiß waren die bevorzugten Farben bei den Roben der weiblichen Stars - bevorzugt mit tiefem Ausschnitt.

          Daniel Day-Lewis - beste Hauptrolle in „Gangs of New York”

          Zeta-Jones hochschwanger

          Einen Bafta als bester männlicher Nebendarsteller erhielt Christopher Walken in „Catch Me if You Can“. Einen Bafta für die beste weibliche Nebenrolle erhielt die hochschwangere Catherine Zeta-Jones für „Chicago". Auf die Frage, ob die Aufregung bei ihr vorzeitige Wehen auslösen werde, sagte sie: „Nun, man weiß nie. Wird man mich heute Nacht auf einer Trage herausbringen müssen oder bei den Oscars?“

          Polanskis Preise lassen ihn als einen Favoriten für einen Oscar erscheinen. An der Verleihung in Los Angeles wird er jedoch vermutlich nicht teilnehmen, weil gegen ihn in den USA ein Haftbefehl wegen Sex mit einer Minderjährigen vorliegt. Das Opfer, die damals 13-jährige Samantha Geimer, forderte die Oscar-Jury am Sonntag in der „Los Angeles Times“ dazu auf, den 69-Jährigen nur auf der Grundlage seiner Arbeit zu bewerten. „Womit er sich seinen Lebensunterhalt verdient und wie gut er dabei ist, hat nichts mit mir zu tun oder was er mir angetan hat", schrieb sie. Polanski hatte sich schuldig bekannt, war dann jedoch vor der Festlegung des Strafmaßes 1978 nach Frankreich geflohen und nahm dort die französische Staatsbürgerschaft an.

          „Herr der Ringe“ höchst erfolgreich

          Der erfolgreichste Streifen des Abends war der zweite Teil der „Herr der Ringe“-Saga. Er erhielt drei Baftas für bestes Kostümdesign, beste Spezialeffekte sowie den Publikumspreis. Die Filme mit den meisten Nominierungen - „Chicago“, „The Hours“ und „Gangs“ - blieben hinter den Erwartungen zurück. „The Hours“ bekam neben dem Preis für Kidman gerade mal einen Bafta für die beste Filmmusik von Philip Glass, „Chicago“ erhielt neben der besten Nebenrolle nur einen Preis für den besten Ton.

          Anders als bei den Brit-Awards für Pop-Musiker in der vergangenen Woche blieb das Thema Irak-Krieg außen vor. Nur der spanische Regisseur Pedro Almodovar, der für den besten ausländischen Film ausgezeichnet wurde, erwähnte das Thema. Bester britischer Film wurde ausgerechnet ein nicht-englischsprachiger Streifen: „The Warrior“, der in Hindi-Sprache gedreht wurde.

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