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Autoren Ehrentag des Unkrauts - Luigi Malerba wird 75

 ·  Mit Umberto Eco gehört Luigi Malerba zu den in Deutschland meistgelesenen italienischen Autoren. An diesem Montag wird der Meister der Satire 75 Jahre alt.

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In seinen Romanen und Erzählungen hat sich der italienische Schriftsteller Luigi Malerba stets mit den Realitätserfahrungen des modernen Menschen befasst, denen er durch satirische und teils groteske Darstellungsformen einen Sinn zu geben sucht. „Literatur ging schon immer Hand in Hand mit dem Fortschritt, und jede literarische Arbeit beinhaltet unausweichlich die Zeichen der Zeit, in der sie geschrieben wurde“, hat der Autor einmal gesagt.

Malerba gehört in Deutschland zusammen mit Umberto Eco zu den meistgelesenen italienischen Autoren. An diesem Montag wird der für seinen beißenden Humor bekannte Schriftsteller 75 Jahre alt.

Unkraut

Eigentlich heißt der im norditalienischen Parma geborene Autor Luigi Bonardi. Er wählte jedoch Malerba, was Unkraut heißt, als Künstlernamen und wird dem in seinem Schaffen durchaus gerecht, denn er ist hartnäckig, störend, ja teilweise lästig, wenn er sich zum Zeitgeschehen in seiner Heimat äußert. In einem Interview erklärte er einmal: „Äußerst konsequent hat man versucht, die Italiener im Zustand der Ignoranz zu halten, weil sich Ignoranz ja so leicht manipulieren lässt.“ Im Alter von 23 Jahren siedelte Malerba 1950 nach dem Abschluss seines Jura-Studiums von Parma nach Rom über. Von 1956 an leitete er fast zehn Jahre die Musikzeitschrift „Discoteca“.

Seine literarische Karriere startete er als Autor neorealistischer Drehbücher und Erzählungen. Berühmtheit erlangte er mit dem 1963 erschienenen Erzählband „Die Entdeckung des Alphabets“. Schon in diesem Werk wird Malerbas Verbundenheit zur ländlichen Umgebung Parmas deutlich, aber auch seine tiefgründige Infragestellung der sprachlichen Kommunikation.

Schweigen

So lässt der Autor in dem Buch einen Bauern das Lesen und Schreiben lernen, kommt aber gleichzeitig zu der Erkenntnis, dass Worte nicht ausreichen, um die Realität zu erfassen. Nur das „Schweigen ist vollkommen“, heißt es etwa auch in dem Roman „Die Schlange“ (1966). Der Autor war auch Mitglied der „Gruppe 63“, einer avantgardistischen Vereinigung junger Schriftsteller, die den Neorealismus zu überwinden suchte.

Zu den bekanntesten Werken Malerbas gehören die Romane „Das griechische Feuer“ (1990), „Die fliegenden Steine“ (1992) und „Die nackten Masken“ (1995). Aber auch mit intelligenten Jugendbüchern hat sich der Autor einen Namen gemacht. So lässt er in „Der gestiefelte Pinocchio“ Collodis Figur aus dem 36. Kapitel des Kinder-Klassikers fliehen. Fortan versucht Pinocchio, sich in Märchen wie Dornröschen oder Rotkäppchen zu mogeln - ohne Erfolg. Schließlich versucht die langnasige Holzpuppe beim gestiefelten Kater ihr Glück.

Heimkehr

Der 1997 erschienene humorvolle Roman „König Ohneschuh“ erzählt von der Heimkehr eines müden Odysseus nach Ithaka. Das Buch, in dem der antike Heros als Bettler verkleidet heimkehrt und von seiner Frau Penelope nicht wiedererkannt wird, ist vor allem ein „Wechselspiel aus Liebe, List und Täuschung“. Malerba hat schon immer versucht, seine Leser in die Irre zu führen.

Vielen Lesern ist der Erzähler sicher als Autor des Buches „Die nachdenklichen Hühner“ (1980) in Erinnerung. In winzigen Geschichten von nur wenigen Zeilen beschreibt Malerba darin mal witzig, mal grotesk das Treiben auf einem Hühnerhof - mit sehr menschlichen Zügen. Da gibt es beispielsweise das Huhn, das Mitglied der Mafia werden wollte, aber von allen Mafiosi weit und breit abgelehnt wurde, „weil es keine Mafia gibt“.

Als das Tier zu seinen Mithühnern zurückkehrt, erklärt es lauthals, die Mafia existiere nicht. „Da dachten alle Hühner, er sei ein Mitglied der Mafia geworden und fürchteten sich vor ihm.“ Malerba schließt auch diese Fabel mit jenem beißenden Humor, den er virtuos als Verkünder kleiner und großer Wahrheiten einzusetzen weiß. Heute lebt der Erzähler teils in Rom, teils in der umbrischen Campagna bei Orvieto.

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