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Auszeichnungen : Pulitzer-Preis für Schriftsteller Eugenides

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Don Bartletti (LA Times) gewann mit seiner Fotoreportage über junge Mittelamerikaner Bild: AP

Der in Berlin lebende amerikanische Schriftsteller Jeffrey Eugenides hat für seine Familiensaga „Middlesex“ einen Pulitzer-Preis gewonnen. „Washington Post“ und „Los Angeles Times“ bekamen je drei Preise.

          Der in Berlin lebende amerikanische Schriftsteller Jeffrey Eugenides hat für seine Familiensaga „Middlesex“ einen der diesjährigen Pulitzer-Preise gewonnen.

          Der Roman schildert den Werdegang einer griechischen Immigrantenfamilie in Detroit über drei Generationen. Sein erster Roman, „Die Selbstmord-Schwestern“, war bereits ein internationaler Bestseller und von Sofia Coppola unter dem Originaltitel „The Virgin Suicides“ verfilmt worden.

          Der Fotograf Don Bartletti von der „Los Angeles Times“ erhielt einen Preis für seine Fotoreportage über einen Jungen aus Honduras, der in die Vereinigten Staaten reist, um seine Mutter zu finden (siehe unsere Fotostrecke).

          Reise ins Ungewisse (Don Bartletti, „LA Times”)

          Die Gewinner der insgesamt 21 Pulitzer-Preise wurden am Montag bei einer Feierstunde an der Columbia-Universität in New York bekannt gegeben. 14 Auszeichnungen gingen an Journalisten, Fotografen oder Medien und weitere sieben an Schriftsteller, Dichter sowie Musiker.

          Anna in den Tropen

          Der Pulitzer-Preis für Biografien wurde Robert Caro für „Master of the Senat“, den dritten Band seines biografischen Werkes über den Präsidenten Lyndon B. Johnson, zugesprochen. Caro hatte 1975 mit der Biografie „The Power Broker: Robert Moses and the Fall of New York“ seinen ersten Pulitzer-Preis gewonnen. Der Drama-Preis ging an den gebürtigen Kubaner Nilo Cruz für sein Bühnenstück „Anna in the Tropics“. Cruz gilt als politischer Provokateur. Er arbeitet als Dozent an der Yale-Universität und schreibt derzeit an einer Fortsetzung des preisgekrönten Dramas.

          Den Pulitzer-Preis für Geschichte erhält Rick Atkinson, ehemals bei der „Washington Post“, für sein Werk „An Army at Dawn: The War in North Africa, 1942-1943“. In der Kategorie Sachbuch gewann Samantha Power für ihren Titel „A Problem from Hell: America and the Age of Genocide“, in dem die Autorin die Verantwortung der USA hinterfragt, Völkermorde in anderen Ländern zu verhindern.

          Gedichte zum 11. September

          Paul Muldoon gewann für seine Gedichtsammlung „Moy Sand and Gravel“ den Pulitzer-Preis für Poesie, und der Komponist John Adams wurde mit dem Musikpreis für sein Werk „On the Transmigration of Souls“ belohnt. Es lässt die Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001 zu Wort kommen und war im Herbst vergangenen Jahres von den New Yorker Philharmonikern uraufgeführt worden.

          Der Pulitzer-Preis für den Dienst an der Öffentlichkeit wurde dem „Boston Globe“ zuerkannt - in Anerkennung seiner „mutigen und umfangreichen Berichterstattung über sexuelle Vergehen von Priestern der römisch-katholischen Kirche“. Es ist bereits der 16. Pulitzer für die Bostoner Tageszeitung und der 3. in der Kategorie „Dienst an der Öffentlichkeit“.

          Drei Preise nach Washington

          Die „Washington Post“ wurde mit drei Preisen bedacht - für eine Serie über Mexikos Strafrecht, für die politischen Kommentare ihres Kolumnisten Colbert King und ihre Filmkritiken. Die „Los Angeles Times“ verdiente sich ebenfalls drei der höchsten amerikanischen Medienpreise, darunter für Bartlettis Feature über einen Jungen in Honduras auf der Suche nach seiner Mutter in den Vereinigten Staaten. Sie setzte sich in den Kategorien „Nationale Reportage“, „Magazin“ und „Foto-Magazin“ durch.

          Die begehrte Auszeichnung für den „Dienst an der Öffentlichkeit“ erhielt der „Boston Globe“. Er wurde für seine „mutige und vollständige“ Berichterstattung über den Pädophilie-Skandal in der katholischen Kirche geehrt. Ungewöhnlich verhalten dagegen wurde in diesem Jahr die Leistung der „New York Times“ bewertet, die im vergangenen Jahr für ihre Berichterstattung über den 11. September gleich sieben Preise abgeräumt hatte. Das Blatt erhielt nun einen Pulitzer-Preis in der Kategorie „Investigation“. Ihr Reporter Clifford Levy hatte über die unmenschlichen Lebensbedingungen in bestimmten Heimen für geistig Behinderte recherchiert.

          Das „Wall Street Journal“ gewann einen Preis für ihre Hintergrundberichterstattung über mehrere Geschäftsskandale in den Vereinigten Staaten. Darüber hinaus wurden die „Chicago Tribune“ für ihre Kommentare gegen die Todesstrafe und mehrere kleine Zeitungen wie „The Sun“ in Baltimore und „Seattle-Post-Intelligencer“ ausgezeichnet. Jeder Preisträger erhält einen Geldpreis über 7500 Dollar oder - im Fall des „Boston Globe“ - eine Goldmedaille.

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