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Auszeichnung Wolfgang Hilbig nimmt Georg-Büchner-Preis entgegen

26.10.2002 ·  Er habe einer Macht getrotzt, „indem er ihre Abgründe ausleuchtete“, begründete die Jury ihre Entscheidung für den 61 Jahre alten Autor.

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Der Schriftsteller Wolfgang Hilbig hat am Samstagnachmittag in Darmstadt den Georg-Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung erhalten. Er habe sich in seiner Dichtung behauptet und einer Macht getrotzt, „indem er ihre Abgründe ausleuchtete“, begründete die Jury der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung ihre Entscheidung für den 61 Jahre alten Autoren aus der ehemaligen DDR.

Wie seinerzeit Büchner habe auch Hilbig eine Gesellschaft miterlebt, in der Deutungsmuster vorgegeben waren, sagte Bundespräsident Johannes Rau bei der Preisverleihung. Eine freie Gesellschaft komme aber ohne eine Literatur als „Ebene der Selbstverständigung“ nicht aus, fügte der Bundespräsident hinzu. Der Georg-Büchner-Preis ist die wohl angesehenste deutsche Literaturehrung und mit 40.000 Euro dotiert.

"Unerhörte Sprache"

Hilbigs Schriftstellerkollege Georg Klein verglich in seiner Laudatio den literarischen Stil des Preisträgers mit den „Wogen“ einer „unerhörten Sprache“. In seinen Werken biete Hilbig Texte auf, die den Lesern „das Rare gemein“ machten.

Hilbig wurde 1941 in Meuselwitz bei Leipzig geboren, siedelte 1985 in die Bundesrepublik über und lebt heute in Berlin. In der DDR arbeitete der gelernte Dreher als Heizer und Monteur. 1988 veröffentlichte er seinen ersten Gedichtband „abwesenheit“ beim S. Fischer Verlag in der BRD. Zuletzt erschienen sein Roman „Das Provisorium“ und der Gedichtband „Bilder vom Erzählen“.

Weitere Preise

Die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung verlieh am Samstag in Darmstadt außerdem den diesjährigen Sigmund-Freud-Preis an den Berliner Religionswissenschaftler Klaus Heinrich. Den ebenfalls vergebenen Johann-Heinrich-Merck-Preis konnte der Stuttgarter Literaturkritiker Volker Klotz entgegen nehmen.

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