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Auszeichnung Turner-Preis für britische Gegenwartskunst an Keith Tyson

09.12.2002 ·  Mit dem 33-jährigen Keith Tyson hat erstmals seit Jahren wieder ein Maler die bedeutendste Auszeichnung britischer Gegenwartskunst erhalten.

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Der diesjährige Turner-Preis für britische Gegenwartskunst ist am Sonntagabend in London an den Künstler Keith Tyson (33) verliehen worden. Der mit umgerechnet 32.000 Euro dotierte - und häufig umstrittene - Preis gilt als die renommierteste britische Auszeichnung für Gegenwartskunst. Er wurde Tyson in der Kunsthalle Tate Modern von Daniel Libeskind, Architekt des Jüdischen Museums in Berlin, überreicht.

Tyson, dessen Werke stark von Elementen aus Wissenschaft, Philosophie und Science-Fiction geprägt sind, ist seit Jahren der erste Maler, der den Preis erhält. In den letzten Jahren hatten Konzeptkünstler im Vordergrund gestanden.

„Ohne Kunst keine Zukunft“

Die Jury wertete Tysons Schaffen als „poetisch, logisch, humorvoll und fantastisch“. Er erhielt den Preis für zwei identische Gemälde, die sich nur durch die auf ihnen niedergekritzelten Worte unterscheiden und eine überdimensionale schwarze summende Säule, in der sich Computer befinden. Tyson ist vor allem dafür bekannt, dass er Computer mit Daten füttert, die diese willkürlich zu neuen Begriffen zusammensetzen. So entstand zum Beispiel ein in Blei gegossenes Menü einer Schnellrestaurant-Kette.

Für den Preis waren vier junge britische Künstler in die Endausscheidung gekommen. Ihre Beiträge waren zuvor vom britischen Kunstminister Kim Howells als „kalter, mechanischer, konzeptioneller Mist“ verurteilt worden.

Libeskind sagte bei der Verleihung, Kunst ohne Kontroverse könne es nicht geben. „Die Kunst ist wie ein Wecker, der uns aufrüttelt. Ohne Kunst gibt es keine Zukunft.“

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