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Auszeichnung Friedenspreis für Wolf Lepenies

12.06.2006 ·  Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht in diesem Jahr an den deutschen Soziologen und früheren Rektor des Wissenschaftskollegs zu Berlin, Wolf Lepenies. Der Preis wird im Oktober in Frankfurt verliehen.

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Der Essayist und Soziologe Wolf Lepenies erhält den diesjährigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Der 65jährige frühere Rektor des Berliner Wissenschaftskollegs habe in seinen Werken belegt, „daß zwischen Verhalten und Wissen, zwischen Moral und Wissenschaft ein unauflöslicher Zusammenhang besteht“, heißt es in der Begründung des Stiftungsrats am Montag.

Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wird seit 1950 vergeben. Der renommierte Kulturpreis wird zum Abschluß der Frankfurter Buchmesse am 8. Oktober in der Paulskirche überreicht.

In den 15 Jahren seines Rektorats habe Lepenies das Berliner Wissenschaftskolleg „zu dem vielleicht anregendsten und freiesten Ort Europas“ gemacht. „An die Stelle des Drohbildes vom 'Zusammenprall der Kulturen' hat er das Hoffnungsbild kultureller Lerngemeinschaften gesetzt und solche Gemeinschaften in seinem Umkreis beispielhaft begründet“, heißt es in der Begründung der Jury weiter.

Der am 11. Januar 1941 im ostpreußischen Deuthen (Allenstein) geborene Lepenies schloß sein Studium der Soziologie 1967 in Münster ab. 1971 habilitierte er an der FU Berlin, an der er bis 2006 als Professor lehrte. Nach Auslandsaufenthalten wurde Lepenies 1986 Rektor des Wissenschaftskollegs zu Berlin. In seiner Amtszeit bis 2001 initiierte er schon 1994 ein breit angelegtes Forschungsprogramm zum Islam und intensivierte den wissenschaftlichen und kulturellen Austausch vor allem mit den osteuropäischen Nachbarn.

Mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels hat der in Frankfurt ansässige Börsenverein seit 1950 mehr als 50 Schriftsteller, Philosophen, Wissenschaftler und Politiker ausgezeichnet. Zu den Geehrten gehören Albert Schweitzer (1951), Hermann Hesse (1955), Carl Friedrich von Weizsäcker (1963), Astrid Lindgren (1978), Yehudi Menuhin (1979) und Vaclav Havel (1989). Nachfolgend die Liste der Preisträger der vergangenen zehn Jahre:

1996 - Mario Vargas Llosa, peruanischer Schriftsteller

1997 - Yasar Kemal, türkischer Schriftsteller

1998 - Martin Walser, deutscher Schriftsteller

1999 - Fritz Stern, amerikanischer Historiker

2000 - Assia Djebar, algerische Schriftstellerin und Historikerin

2001 - Jürgen Habermas, deutscher Soziologe und Philosoph

2002 - Chinua Achebe, nigerianischer Schriftsteller

2003 - Susan Sontag, amerikanische Schriftstellerin

2004 - Péter Esterházy, ungarischer Schriftsteller

2005 - Orhan Pamuk, türkischer Schriftsteller

2006 - Wolf Lepenies, deutsche Soziologe und früherer Rektor des Wissenschaftskollegs zu Berlin

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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