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Auszeichnung Friedenspreis für Péter Esterházy

16.06.2004 ·  Der ungarische Schriftsteller Péter Esterházy („Harmonia Caelestis“) erhält den diesjährigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, eine der bedeutendsten Auszeichnungen in Deutschland.

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Der ungarische Schriftsteller Péter Esterházy erhält den diesjährigen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Das teilte der Börsenverein am Mittwoch in Frankfurt mit. Der für die Vergabe zuständige Stiftungsrat erklärte, der 53jährige Autor beschreibe „als eine weithin vernehmbare Stimme der Nachgeborenen die Zerstörung des Menschen durch Terror und Gewalt und seine Wiederauferstehung in Trauer und Ironie“.

Péter Esterházy, der am 14. Oktober 1950 in Budapest geboren wurde, stammt aus einer alten aristokratischen Familie, die nach der Machtergreifung der Kommunisten 1948 enteignet und deportiert wurde. Als sein Hauptwerk gilt der Roman „Harmonia Caelestis“ aus dem Jahr 2000 über die Geschichte der Familie Esterházy. Er wird zur postmodernen Generation ungarischer Literaten gezählt.

Bereits mit seinem ersten Buch, dem 1976 erschienenen Novellenband „Fancsiko und Pinta“ kehrte er sich strikt von der Tradition des sozialistischen Realismus' ab. Mit seinem 1990 erschienenen Werk „Das Buch Hrabals“ schlug Esterházy vor dem Hintergrund des politischen Umbruchs in Osteuropa neue literarische Wege ein.

Dotiert mit 15.000 Euro

Der seit 1950 vergebene Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ist eine der bedeutendsten Auszeichnungen in Deutschland. Mit dem Preis soll eine Persönlichkeit aus dem In- oder Ausland geehrt werden, die vor allem auf den Gebieten Literatur, Wissenschaft und Kunst zur Verwirklichung des Friedensgedankens beigetragen hat. Verliehen wird die mit 15.000 Euro dotierte Auszeichnung jedes Jahr während der Buchmesse im Oktober vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, dem Dachverband der deutschen Buchbranche. Ort der Preisübergabe ist die Frankfurter Paulskirche, Tagungsort der Frankfurter Nationalversammlung von 1848, die für die demokratische Entwicklung Deutschlands von historischer Bedeutung war.

Die Preisträger werden von einem Stiftungsrat mit einfacher Mehrheit gewählt. Der Rat setzt sich aus Mitgliedern des Börsenvereins und Persönlichkeiten aus Kultur und Wissenschaft zusammen. Vorschläge für den Preisträger kann jedermann machen.

Quelle: FAZ.NET mit Material von dpa
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