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Auszeichnung Frank Schirrmacher erhält Börne-Preis

07.06.2009 ·  In der Frankfurter Paulskirche ist am Sonntag Frank Schirrmacher, für das Feuilleton zuständiger Herausgeber der F.A.Z., mit dem Ludwig-Börne-Preis ausgezeichnet worden. Den Preisträger würdigte die Jurorin Necla Kelek als streitbaren Autor und als einen der führenden Intellektuellen in Deutschland.

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Frank Schirrmacher, für das Feuilleton zuständiger Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, ist am Sonntag in der vollbesetzten Frankfurter Paulskirche mit dem Ludwig-Börne-Preis ausgezeichnet worden. An der Veranstaltung nahmen neben der Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki, der FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle, der hessische SPD-Vorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel, ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender sowie der Fernsehmoderator Günther Jauch teil.

Die Soziologin und Frauenrechtlerin Necla Kelek, die als alleinige Jurorin den Preisträger bestimmte, verglich in ihrer Laudatio das publizistische Engagement Schirrmachers mit jenem des 1837 gestorbenen jüdischen Frankfurter Kritikers Ludwig Börne. Es brauche den „radikalen Diskurs“, „um Debatten über Strittiges zu entfesseln“. Diese „Risikobereitschaft im Dienste der gesellschaftlichen Aufklärung“ gelte es auszuzeichnen.

Kelek: Es mangelt an Integration

Mit Blick auf ihre Erfahrungen als türkischstämmige säkulare Muslima in Deutschland wies Kelek darauf hin, dass es trotz der „ungeheuren Summen“, die dafür ausgegeben würden, nicht gut um die Integration bestellt sei: Einwanderer mit türkisch-muslimischem Hintergrund wiesen „die größte Schulabbrecherquote, die geringste Abiturientenzahl, die meisten Menschen ohne Berufsausbildung, die geringste Erwerbstätigenquote und die wenigsten Selbstständigen“ auf.

Die mangelnde Integration dieser Gruppe drohe „zum zentralen Problem der ganzen Gesellschaft“ zu werden. Muslimische Frauen unterlägen auch in Deutschland der „Geschlechterapartheid des Islam“. Ein gesellschaftliches Miteinander entstehe nur durch wertebezogene Gemeinsamkeiten, nicht durch die Aneinanderreihung kulturell abgeschotteter Parallelwelten mit grundsätzlich anderen Normen.

Schirrmacher: Bildung geht alle an

In seiner Dankrede erinnerte Schirrmacher daran, dass es in naher Zukunft, in der immer weniger junge Menschen die Lasten schultern müssen, einen hohen Bedarf an qualifiziertem Nachwuchs und an Zuwanderung gibt. Die Frage der Bildung nachwachsender Generationen gehe alle an.

Den vollständigen Wortlaut der Rede können Sie in der Montagsausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 8. Juni 2009 nachlesen.

Die Ludwig-Börne-Stiftung wurde 1992 in Frankfurt gegründet und erinnert an den scharfzüngigen jüdischen Schriftsteller Ludwig Börne (1786-1837), der aus Frankfurt stammte. Seit 1993 verleiht sie jährlich den Preis an deutschsprachige Autoren, die „im Bereich des Essays, der Kritik und der Reportage Hervorragendes geleistet“ haben. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderen der Schriftsteller Hans Magnus Enzensberger sowie die Publizisten Rudolf Augstein, Joachim Kaiser, Marcel Reich-Ranicki und Joachim Fest. Im vergangenen Jahr erhielt die Feministin Alice Schwarzer die Auszeichnung.

Die diesjährige Jurorin Necla Kelek kämpft selbst als Autorin unter anderem mit Veröffentlichungen in der F.A.Z. immer wieder gegen die Unterdrückung der Frauen im Islam.

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