25.10.2001 · "Die fabelhafte Welt der Amélie" soll am Wettbewerb um den Oscar für die beste nicht-englischsprachige Filmproduktion teilnehmen.
Der Kinoerfolg "Die fabelhafte Welt der Amélie" aus Frankreich soll in Hollywood die höchsten Filmweihen erlangen. Eine Kommission in Paris bestimmte den Film an diesem Mittwoch zum offiziellen französischen Beitrag für die nächste Oscarverleihung.
Der Film konkurriert damit unter anderen mit dem deutschen Beitrag "Das Experiment" um die Auszeichnung als bester nicht-englischsprachiger Film. In Frankreich lockte "Amélie" mehr als 7,7 Millionen Zuschauer in die Kinos, in Deutschland sahen mehr als eine Million Menschen den Film.
Die 23-jährige Audrey Tautou spielt in ihm eine Art moderne Märchenfee, die mit skurrilen Ideen ihren Mitmenschen Wünsche erfüllt. Regisseur Jean-Pierre Jeunet hatte zuvor gemeinsam mit Marc Caro die eher düster-sarkastischen Filme "Delikatessen" und "Stadt der verlorenen Kinder" und zuletzt den Science-Fiction-Film "Alien - Die Wiedergeburt" gedreht. Mit seiner oft experimentellen Bildsprache und überraschenden visuellen Effekten ist ihm mit "Die fabelhafte Welt der Amélie" ein poetisch-heiterer Film gelungen.
Ins Programm der Filmfestspiele von Cannes im Mai war der Streifen nicht aufgenommen worden. Beim 26. Filmfestival von Toronto wurde er im September allerdings mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.
Für die Auszeichnung des besten ausländischen Films mit einem Oscar kann jedes Land eine nationale Produktion vorschlagen. In die Endauswahl kommen schließlich vier bis fünf Streifen. Bester ausländischer Film in diesem Jahr war die Kampfkunst-Legende „Tiger & Dragon“ aus China. Die 74. Oscar-Verleihung findet am 24. März 2002 in Hollywood statt.