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Veröffentlicht: 24.08.2012, 11:43 Uhr

Auswirkungen von Lärm Warum tun wir uns das an?

Lärm macht krank. Aber wir tun nicht nur nichts dagegen, wir lassen es zu, dass es überall immer lauter wird. Da hilft nur eines: Wir brauchen ein Lärmbewusstsein.

von
© Kat Menschik Lärm ist in erster Linie eine physikalische Größe

Eines Tages wird der Mensch den Lärm ebenso unerbittlich bekämpfen müssen wie die Cholera und die Pest - das hat einst Robert Koch gesagt. Wenn man sich in diesem Land umsieht, dann muss man sagen: Wir sind schon mittendrin in dieser Schlacht. Die Hauptschlachtfelder sind Frankfurt am Main, München, Berlin und das Mittelrheintal. Ein Sieger des Kampfes ist noch lange nicht ausgemacht; im Moment scheint es, als habe der Lärm die Nase vorne. Denn er polarisiert und solidarisiert zugleich, er sticht dort zu, wo es der mobilen Gesellschaft am meisten weh tut, und zeigt unzählig viele Facetten.

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Lärm ist nicht gleich Lärm, sondern in erster Linie eine physikalische Größe, eine Schwingung, die sich in einem elastischen Medium ausbreitet. Zum Lärm werden diese Schallwellen erst durch eine subjektive Bewertung. Diese macht Schall zu unerwünschtem Schall, zu einem störenden Geräusch, und das kann fast alles sein - Kindergeschrei, Gartengeräte, Rollkoffer, Vogelgezwitscher, Kirchenglocken, Autoverkehr, Musik oder Flugzeuge. Entscheidend für den Belästigungsgrad ist nicht nur die Lautstärke, sondern auch, wo der Lärm auftritt, wie lange er anhält, wer ihn auslöst und ob man eine Möglichkeit hat, sich vor ihm zu schützen. Nach der Lärmbilanz 2010 des Umweltbundesamtes fühlen sich 55 Prozent der Bevölkerung in Deutschland vom Straßenverkehrslärm gestört, 29 Prozent vom Fluglärm, und 22 Prozent nehmen Schienenverkehr als Belästigung wahr. Dazu kommen Industrie-, Freizeit- und Nachbarschaftslärm. Ruhige Orte gibt es immer weniger in unserer Gesellschaft. Ob am Arbeitsplatz, unterwegs oder in der Wohnung aufgrund von elektrischen Geräten, Mitmenschen und Verkehr - wir sind ständig einem Geräuschpegel ausgesetzt, Tendenz steigend. Warum tun wir uns das an?

Lärm macht krank

René Weinandy vom Umweltbundesamt bestätigt, dass „Lärm als Umweltgift noch immer unterbewertet ist“. Nach Angaben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit zeigen erste Ergebnisse der Lärmkartierung von 2007, dass in großen Ballungsräumen und in der Umgebung großer Verkehrswege etwa 2,1 Millionen Bürger durch nächtlichen Straßenverkehrslärm und etwa 1,4 Millionen Anwohner durch Schienenverkehr potentiell gesundheitsgefährdenden Lärmpegeln ausgesetzt sind. Nicht nur, dass es keine bundesweiten und damit vergleichbaren Messungen der Schallpegel unterschiedlichster Schallquellen auf einen Ort gab, sondern auch, dass das Fluglärmgesetz von 1971 erst 2007 novelliert und den veränderten Verkehrsbedingungen angepasst wurde, zeigt, dass die Politik sich für Lärm lange Zeit überhaupt nicht interessiert hat.

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Glosse

Überbrückt

Von Tilman Spreckelsen

Die Pläne, Pompeji zum Teil barrierefrei zu gestalten, sind aus vielen Gründen zu begrüßen. Mehr 0

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