04.11.2008 · Der Vatikan versucht, mit einer Ausstellung das Bild des umstrittenen Papstes Pius XII. zum Positiven zu verändern. Pius XII. war wiederholt vorgeworfen worden, er habe zur Verfolgung der Juden durch den NS-Staat geschwiegen.
Der Vatikan widmet dem umstrittenen Pius XII. jetzt eine umfangreiche Ausstellung mit Fotos, Dokumenten und Objekten aus dem persönlichen Besitz des Kirchenoberhauptes (1939 bis 1958). Papst Pius XII. war wiederholt vorgeworfen worden, er habe zur Verfolgung der Juden durch die Nazis geschwiegen. Ziel der Schau in einem Flügel der Kolonnaden am Petersplatz ist es, ein breiteres Publikum mit dem Leben und Wirken dieses Papstes vertraut zu machen. Die Ausstellung solle auch dazu beitragen, „einigen der bösartigen Interpretationen zu begegnen, die einen Schatten auf Pius XII. zu werfen versuchen“, sagte Walter Brandmüller, Präsident des Päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaften, am Montag bei der Präsentation in Rom.
Obwohl Papst Benedikt XVI. seinen Vorgänger aus der Zeit des Nationalsozialismus immer ausdrücklich gegen die Vorwürfe in Schutz genommen hatte, kündigte er im Oktober an, die Seligsprechung dieses Papstes vor dem Hintergrund der jüdischen Proteste zu verzögern. Die Öffnung der vatikanischen Geheimarchive, soweit sie die Zeit von Pius XII. betreffen, ist laut Vatikan nicht vor dem Jahr 2014 denkbar.
Ein anderes Bild des Papstes
Fotos, Kleidungsstücke, Geschenke für Pius XII. und Dokumente seines Werdegangs sind in der Ausstellung „Pius XII. - Der Mensch und sein Pontifikat“ von diesem Dienstag an bis zum 6. Januar in Rom zu sehen. Darunter sind auch Dokumente, die von den Verteidigern dieses Papstes angeführt werden, um seine Opposition zu den Nazis und sein Wirken zur Rettung von Juden herauszustreichen. Die Ausstellung über Pius XII. geht anschließend nach München, Berlin und dann in die USA.