31.05.2002 · Eine Ausstellung in Berlin ermöglicht eine Vorschau auf den „Ort der Information“ unterhalb des künftigen Holocaust-Mahnmals in Berlin.
Es gibt einen neuen Planungstand für Peter Eisenmans Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin. Im August oder September 2002 soll mit dem Ausheben der Baugrube begonnen werden, so sagte die Geschäftsführerin der Denkmalsstiftung, Sibylle Quack, bei der Eröffnung der Teilausstellung „Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas und der Ort der Information“ im Rahmen der bereits bestehenden „Hauptstadtausstellung“ des Bundes.
Für die Darstellung des aktuellen Planungsstandes hat das Bundesministerium für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen einen eigenen Raum im Informationszentrum „Hauptstadtplanung“ am Bebelplatz in Berlin Mitte zur Verfügung gestellt, in dem künftig neben dem Modell des Stelenfelds Informationen zur inhaltlichen und gestalterischen Konzeption für den Ort der Information sowie zum Bauprozess präsentiert werden.
Datenbank mit Auskünften zum Geschehen in Europa
Das Denkmal wird um den Ort der Information ergänzt, den der Architekt Eisenman in der südöstlichen Ecke des Stelenfelds unterirdisch angelegt hat. In Architektur und Formensprache soll dieser Bau in mehreren, teilweise mit Tageslicht beleuchteten Räumen auf etwa 800 Quadratmeter Präsentationsfläche darüber aufklären, wessen hier gedacht wird.
Die neu eröffnete Ausstellung zeigt ein Modell des Denkmals sowie Schautafeln über Details und über den unterirdischen Ort der Information, der auch die europaweite Ausdehnung des Mordens unter der Herrschaft der Nationalsozialisten in ihrer geographischen Dimension deutlich machen soll.
Eine Datenbank am Ort der Information wird den Besuchern die Möglichkeit eröffnen, sich einen Überblick über das Geschehen in ganz Europa zu verschaffen. Die Datenbank soll lokalen, regionalen und systematischen Aspekten gerecht werden, indem sie Auskünfte zu Ländern, Städten und Gemeinden, zu den Ghettos, Konzentrations- oder Vernichtungslagern sowie zu Todesarten geben wird. Das Geschehen in den einzelnen Ländern soll über die Datenbank hinaus auch über die bildliche Darstellung exemplarisch ausgewählter Regionen und einzelner Orte der Verbrechen deutlich werden. Außerdem werden die Deportationswege dargestellt.
FAZ.NET zeigt eine Auswahl von Modellansichten zum Ort der Information.