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Ausgrabungen in Lumbini : Die Wurzeln des Buddha

Im Jahr 623 vor Christus wurde der spätere Buddha geboren. Diese nepalische Statue des Prinzen in Meditationshaltung stammt aus dem 12. Jahrhundert. Bild: Rose-Maria Gropp

Neue Grabungen am Geburtsort des Religionsstifters: In Lumbini sind Archäologen auf die Spuren eines Tempels aus der Zeit unmittelbar nach Buddhas Leben gestoßen.

          In der Stadt Lumbini im Tiefland Nepals, direkt an der Grenze zu Indien, wurde von Maya Devi jener Siddhartha Gaudama geboren, der später Buddha, der Religionsstifter, sein wird. Sein Geburtsjahr ist 623 vor Christus. Nach seiner Mutter heißt der große weiße, festungsartige Bau in Lumbini, über dem die alles sehenden Augen Buddhas in die vier Himmelsrichtungen blicken. Im Innern des Maya-Devi-Tempels, der heute die historischen Mauern und Überreste früherer heiliger Anlagen schützt, bezeichnet eine Steinplatte den genauen Ort, an dem Buddha zur Welt gekommen sein soll. Neben dem Tempel ragt eine Säule, die der indische Herrscher Ashoka im Jahr 249 vor Christus errichten ließ. Eine Inschrift auf der Ashoka-Säule bezeugt, das eben dort der Geburtsort Buddhas liegt.

          Die Säule errichtete der indische Herrscher Ashoka 249 vor Christus in Lumbini, um Buddhas Geburtsort zu markieren.
          Die Säule errichtete der indische Herrscher Ashoka 249 vor Christus in Lumbini, um Buddhas Geburtsort zu markieren. : Bild: Rose-Maria Gropp
          Rose-Maria Gropp

          Redakteurin im Feuilleton, verantwortlich für den „Kunstmarkt“.

          Bisher galten jene Tempel aus dem dritten vorchristlichen Jahrhundert, die dem Ashoka zugeschrieben wurden, als die ältesten Zeugnisse des sich in Südasien ausbreitenden Buddhismus. Nun führen weitere Ausgrabungen im Maya-Devi-Tempel zu aufregenden Ergebnissen: Sie bringen zum ersten Mal überhaupt Reste eines aus Ziegelsteinen gemauerten Tempels ans Licht, der aus der Zeit vor Ashoka (304 bis 232 vor Christus) stammt - und der seinerseits auf einem noch älteren Heiligtum aus Holz gebaut ist.

          Im Rahmen eines Projekts der Unesco - Lumbini gehört seit 1997 zum Weltkulturerbe - arbeiten nepalische und internationale Experten unter der Leitung des Archäologen Robin Coningham von der Durham University in Großbritannien bei diesen Ausgrabungen. Ihre Funde bedeuten, dass Lumbinis Geschichte weit vor den Besuch des Herrschers Ashoka zurückdatiert. Möglicherweise stammen die jetzt gefundenen Spuren der früheren Tempel sogar aus der Zeit relativ direkt nach Buddhas Leben.

          Grabungsarbeiten im Maya-Devi-Tempel in Lumbini
          Grabungsarbeiten im Maya-Devi-Tempel in Lumbini : Bild: UNESCO

          Gemäß buddhistischem Glauben hat Maya Devi ihren Sohn jungfräulich an eben dem Ort, der heute Lumbini heißt, geboren - im Stehen und sich festhaltend an den Zweigen eines Baums. Der „Marker Stone“, der den Platz der Entbindung anzeigt, ist heute im Maya-Devi-Tempel von einer dicken Glasplatte abgedeckt; das Fotografieren ist streng verboten. Die Ziegelmauer oberhalb dieser mystischen Stelle haben die buddhistischen Gläubigen und Pilger, manchmal in mehreren Schichten, mit Blattgold bedeckt. So verzieren sie auch die verehrten Statuen des Buddha, allenthalben in den Tempeln. Das flirrende Glitzern erschafft an dieser Stelle eine geradezu magische Anmutung in dem ansonsten wenig atmosphärischen Tempel-Überbau.

          Was nun den Baum angeht, dessen Zweige Maya Devi bei der Entbindung gestützt haben sollen: Tatsächlich sind bei den Grabungsarbeiten in Lumbini auch uralte Wurzeln eines Baums gefunden worden; sie werden derzeit an der Durham University noch näher untersucht. In ein paar Monaten sollen dies Ergebnisse vorliegen.

          Quelle: F.A.Z.

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