Wie entwickeln sich Internet und Überwachung unter Trump?
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Kolumne „Aus dem Maschinenraum“ : Ob er schon weiß, wie Cyberattacken gehen?

  • -Aktualisiert am

Donald Trump, betrachtet durch eine Fernesehkamera. Bild: AFP

Das Wahlergebnis sorgt schon jetzt für Unruhe in der Tech-Elite: Womit müssen wir in Sachen Internet und Überwachung rechnen, wenn Donald Trump an der Macht ist?

          Wenn einer wie Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wird, horcht auch die digitale Welt auf. Was hat er in Sachen Überwachung und Technologiepolitik angekündigt? Wird er die Politik seiner Vorgänger fortsetzen, die es zuließen, dass die dominierenden amerikanischen Tech-Unternehmen Milliarden in Tochtergesellschaften in Übersee horten, um sich Steuern zu ersparen? Wie wird er nach seinem Eid im Januar den größten geheimdienstlichen Überwachungsapparat der Welt befehligen?

          Während des Wahlkampfs war öfter Gelächter über den umstrittenen Kandidaten zu hören. Trump hatte manches Mal Unverständnis über gängige Technologien durchblicken lassen und in den Fernsehduellen geradezu skurrile Bemerkungen abgesondert über Angriffsmethoden gegen Netze und Computer. Doch es war auch ein Team an seiner Seite, das sich professionell mit digitalen Fragen und Technik befasste.

          Apple-Produkte mit Hintertürchen

          Der nervtötende mediale Kampf um das Weiße Haus war in Sachen Technologiepolitik nicht nur inhaltsleere Reality-Show. Im Gegenteil, Trump ließ es an Deutlichkeit oft nicht fehlen. Er rief in die Hallen, den politischen „Sumpf austrocknen“ zu wollen, und zielte dabei nicht nur auf Washington, sondern auch in Richtung Tech-Branche.

          Der Mann, der zum reichsten einen Prozent seines Landes gehört, hatte immer wieder betont, sich an seinen Versprechungen messen lassen zu wollen. Nehmen wir ihn beim Wort: Trump kündigte gegen Amazon eine Kartellklage an. Gegen den Konzern Apple schoss er gleich mehrfach, indem er nicht nur forderte, dass dessen Produkte in der Heimat gefertigt werden sollen, sondern vor allem bedarfsgerecht an die Wünsche der Ermittler anzupassen seien. Denn als nach den Morden in San Bernardino das iPhone des Attentäters zunächst erfolglos angezapft wurde, rief Trump im Februar zum Boykott von Apple auf, wenn sich die Firma weiterhin weigern würde, eine Hintertür in das eigene Produkt zu schleusen.

          Der Kandidat brachte auch Platzhirsch Google gegen sich auf. Trump hatte den San-Bernardino-Angriff nämlich zum Anlass genommen, nochmals zu betonen, dass er alle Muslime von der Einreise ausschließen wolle. Zwar war der Attentäter gar kein Immigrant, sondern in den Vereinigten Staaten geboren worden, aber auf Logik kommt es im Wahlkampf nicht unbedingt an.

          Wird Silicon Valley als Arbeitsplatz unattraktiv?

          Googles Technik-Chef Sundar Pichai, selbst ein Einwanderer, der vor mehr als zwanzig Jahren aus Indien gekommen war, wollte das nicht unkommentiert lassen. Er veröffentlichte angesichts der Ankündigungen von Trump ein klar gegen den Republikaner gerichtetes Schreiben, in dem er aufrief, sich von Angstgefühlen nicht die eigenen Werte zerstören zu lassen: „Wir müssen Muslime und andere Minderheitengruppen in den Vereinigten Staaten und rund um die Welt unterstützen.“

          Dahinter steckte auch die Befürchtung der Konzerne, dass eine Trump-Präsidentschaft das Silicon Valley als Arbeitsplatz für die weltweite Tech-Elite unattraktiver macht. Gerade für die spezialisierten Fachleute aus aller Welt, die ihre Zelte dort aufgeschlagen haben, dürfte eine Trump-Ära reichlich abstoßend wirken. Wer sich als Immigrant unerwünscht fühlt, wird nach einer freundlicheren Arbeitsumgebung Ausschau halten.

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