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Hillary Clinton : Tretminen auf dem Privataccount

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„Ich geb’s auf. Ruf mich zu Hause an.“ Droht Hillary Clinton weiteres Ungemach durch ihren laxen Umgang mit amtlichen E-Mails? Bild: AP

Keine sichere Adresse: Der leichtfertige Umgang mit ihren amtlichen Mails könnte Hillary Clinton die Präsidentschaft kosten.

          Wenn man Präsidentin der Vereinigten Staaten werden möchte, gehört das Erdulden von Vorwürfen wegen vergangener Fehlleistungen zum Tagesgeschäft. Auch der Versuch, der Kandidatin durch den politisch motivierten Gang zum Gericht zu schaden, ist nicht gerade eine Seltenheit. Hillary Clinton muss sich allerdings mit einem besonders lästigen Problem herumschlagen, das sie durch den leichtfertigen Umgang mit E-Mails in ihrer Amtszeit als Außenministerin ausgelöst hat.

          Das amerikanische Außenministerium hat im Rahmen von Informationsfreiheitspflichten bereits 30.322 E-Mails der ehemaligen Spitzendiplomatin in durchsuchbarer Form ins Netz gestellt. Thematisch sind darin die Tretminen ihrer Amtszeit enthalten: Benghasi, Libyen, die ehemals geheimen amerikanischen Depeschen. Nun kommt auch noch der Beschluss einer Bundesrichterin hinzu, die noch mehr Einsichtnahme in Informationen über den umstrittenen privaten E-Mail-Server zulassen will und auch eine eidliche Aussage von Clinton vor Gericht nicht ausschließt.

          Fünftausend Dollar für ein Spezialgerät

          Im Zuge der neuerlichen Diskussionen um die Nutzung elektronischer Kommunikation im Außenministerium kamen einige Details ans Tageslicht, wie es um die Nutzung sicher verschlüsselter Informationswege in der Spitzenpolitik steht. Es sind geradezu Lehrstücke im Zeitalter elektronischer Spionage, wie man es keinesfalls machen darf, wenn man es ernst meint mit abhörsicherer Kommunikation. Ihrer Stabschefin schrieb Clinton beispielsweise eine entnervte und natürlich unverschlüsselte E-Mail, als Versuche scheiterten, eine sichere Verbindung mit speziell dafür bereitgestellten Telefonen aufzubauen: „Ich geb’s auf. Ruf mich zu Hause an.“

          Das ist kein Einzelfall, wie eine Durchsicht der E-Mails zeigt. Zwar gilt im amerikanischen Außenministerium die Maxime, dass auch Informationen, die nicht als geheim klassifiziert sind, aber als sicherheitspolitisch heikel oder diplomatisch sensibel gelten, grundsätzlich nur über sichere Kanäle übermittelt werden dürfen. Dazu hatte Clinton ein knapp fünftausend Dollar teures spezielles Gerät für verschlüsselte Kommunikation zur Verfügung gestellt bekommen. Der Ministerin war das aber regelmäßig zu anstrengend.

          Jackpot für jeden Spion

          So schrieb Clinton mit ihrer mittlerweile weltweit bekannten privaten E-Mail-Adresse „HDR222@clintonemail.com“ ihrem damaligen Sonderberater für die Golfstaaten und Iran, Dennis B. Ross, und bat um ein Gespräch auf einer sicheren Leitung. Sie schickte diese Frage gleich mit zwei konkreten Terminwünschen im Betreff der E-Mail. Der Top-Diplomat befand sich gerade in London, wo er die sicheren Leitungen der amerikanischen Botschaft hätte nutzen können. Die Botschaft war jedoch leider schon geschlossen, daher fragte Ross zurück, ob das nicht auch als „non secure“-Telefonat ginge. „Natürlich“, antwortet Clinton und bat um seine Telefonnummer. Die sendete er postwendend nur eine Minute später.

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