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Trump düpiert die Geheimdienste : Wer hackt wem ins Auge?

  • -Aktualisiert am

Seite an Seite: Eine Journalistin macht sich nach der amerikanischen Präsidentenwahl im Moskauer Union-Jack-Pub vor den Porträts von Trump und Putin Notizen. Bild: AP

Die amerikanischen Geheimdienste sehen russische Hacker bei Manipulationen im Wahlkampf am Werk, Trump bezichtigt sie der Lüge. Dabei lohnt sich ein genauer Blick auf die Stoßrichtungen der Hacker.

          Die demokratische Wahlentscheidung sei von äußeren Mächten beeinflusst worden: Am Freitag wurde über bisher geheim gehaltene Einschätzungen der amerikanischen CIA* berichtet, wonach es von russischer Seite Einmischungen in die Präsidentenwahlen der Vereinigten Staaten gegeben hätte. Diese unerwünschte Einmischung sei zugunsten Donald Trumps geschehen.

          FBI-Chef James Comey wird nun der Rücktritt nahegelegt, da ihm vorgeworfen wird, sein Wissen zu lange zurückgehalten zu haben. Doch die Vorwürfe sind keineswegs neu, blieben jedoch bestenfalls vage.

          Beweise wurden kaum verlangt

          Im September schon hatten Mitglieder des amerikanischen Senats, die für die Aufsicht der Geheimdienste zuständig sind, in einer schriftlichen Stellungnahme Moskau vorgeworfen, „Einfluss“ auf die Präsidentenwahlen auszuüben. Dabei ging es um das Hacking der Computer des „National Democratic Committee“ und weiterer politischer Organisationen - aus beiden Parteien. Die dabei kopierten und später veröffentlichten Daten und E-Mails hatten im Wahlkampf eher den Demokraten geschadet.

          Noch im September unkte FBI-Chef Comey zudem, Hacker würden versuchen, in einem Dutzend Bundesstaaten in Wählerregistrierungscomputer einzudringen. Sie hätten sich bereits dort „umgesehen“. Man glaube, auch dahinter würden die Russen stecken. Beweise brachte er keine, kaum jemand verlangte auch welche.

          Die Sicherheit des Geheimdienst-Direktors

          Beim Wahlkampf-Fernsehduell hatte sich „Die Russen kommen“ schon als eine Art Mantra festgesetzt, das Hillary Clinton wie selbstverständlich bei Thema IT-Sicherheit einwerfen konnte. Man müsse sich darauf einstellen, im eigenen Land gehackt zu werden. Es war eine gewisse Schmach, wo man sich doch gern selber der besten Hackertruppen rühmt.

          Im Oktober stellte sich die Regierung der Vereinigten Staaten erstmals offiziell hinter die Gerüchte, dass russische Hacker für die Angriffe auf Computer verantwortlich seien. In einer gemeinsamen Erklärung des Geheimdienst-Direktors James Clapper mit dem amerikanischen Ministerium für Innere Sicherheit hieß es, man sei „sicher“, dass die russische Regierung hinter dem Hacking der Demokraten-E-Mails stecke. Und nicht nur das: Man wisse auch, dass dies mit der Intention geschehen sei, die Wahl zu stören. „Höchste Regierungsstellen“ in Russland hätten das Vorgehen wahrscheinlich autorisiert.

          In der jüngeren Geschichte Amerikas ohne Vorbild

          Diese Beschuldigungen hat die amerikanische Regierung nun wiederholt; Russland weist die Vorhaltungen selbstverständlich prompt zurück. Doch die Wahl ist vorbei, und Trump schickt sich an, die Macht zu übernehmen. Es weht erkennbar ein anderer Wind: Denn als am Freitag die CIA abermals mit dem Finger auf die Russen zeigte, brachte das Trump-Team noch am Abend folgende Ausführungen an die Öffentlichkeit: Dieselben Leute, die jetzt behaupten, die Wahl sei manipuliert worden, hätten auch gesagt: „Saddam Hussein hat Massenvernichtungswaffen.“

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