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Aus dem Maschinenraum Die neuen Hilfssheriffs des Internets

 ·  Deutsche Künstler und Intellektuelle wehren sich gegen die Aufweichung des Urheberrechts. Von der anderen Seite betrachtet allerdings, zeigt sich, wie leicht der User kriminalisiert werden kann.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (25)

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Peter Nümann

Abmahnanwälte sind Opferanwälte

Frau Kurz, ihr Artikel ist ein Schlag ins Gesicht der Geschädigten massenhafter Urheberrechtsverletzungen, und deren Anwälte zu beschuldigen ist unfair und billig. Ich habe Verständnis für Abgemahnte, die auf den Gegenanwalt schimpfen, und ich sehe auch die Probleme der Abmahnungen, wie sie aktuell praktiziert werden. Dass sich die FAZ aber der Kampagne anschliesst, die "Abmahnanwälte" wie eine Mafia zu behandeln, zeugt von völliger Unkenntnis der anwaltlichen Arbeit in diesem Bereich. Die Anwälte setzen durch Recht und Gesetz bestimmte Ansprüche ihrer Mandanten um, mir ist keiner bekannt, der diese Forderungen gekauft hätte, wie Sie behaupten. Die Mandanten wiederum sind die Geschädigten bzw. Opfer von Straftaten und sie gehen nicht gegen die Kunden vor, sondern gegen diejenigen, die sie durch "Schwarzfahren" schädigen. Und wie man weiß sind die wahren Opfer die ehrlichen Kunden, die die Leistung für die Schwarzfahrer mitzahlen und mit den Vandalismusschäden leben müssen.

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Joe Völker
Joe Völker (pianojoe) - 12.05.2012 00:05 Uhr

Ein Problem, das keines ist

Wenn ich einen Song schreibe, habe ich zu bestimmen, wer ihn hören, singen oder vervielfältigen darf. Es gibt kein Grundrecht auf Gratiskunst. Was ist an daran eigentlich so schwer zu begreifen? Der Pirat sagt: Aber es ist so praktisch, Musik illegal zu beschaffen. Wer es verhindern will, dringt in meine Privatsphäre ein. Dabei könnten sich die meisten Kulturbetrüger ihre Musik sehr wohl leisten — sie haben nur keinen Bock!

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.05.2012 16:13 Uhr
Hisako Garanda
Hisako Garanda (Hisako) - 12.05.2012 16:13 Uhr

Tja, und dass müssen Sie halt bedenken.

Klar können Sie sagen ich darf bestimmen und jeder der mal unter der Dusche singen will muss löhnen - und wer dass nicht macht ist Kulturbetrüger oder zumindest Kulturverweigerer.
Aber ist denn das zielführend? Ich dachte Sie wollen mein Geld?

Mein Geld bekommen Sie aber nicht wenn das Angebot dass Sie machen viel zu teuer ist für den geforderten Preis. Rechtfertigt dass Raubkopien? Nein, aber dass ist auch irrelevant, denn nur ein verschwindend geringer Teil von Raubkopien wäre tatsächlich für Geld als legale Kopie gekauft worden.

Wenn Sie mit Ihren Songs Geld verdienen wollen, dann müssen Sie wie jeder andere Anbieter auch Angebote machen die von den Kunden als fair bewertet werden - und dass heißt Sie müssen den Bedarf der Kunden befriedigen. Das geschieht aber immer noch nicht in ausreichendem Maße, daher wirken die Raubkopien wie Konkurrenz, wenn in Wahrheit nur die eigene Rückständigkeit am Verdienen hindert.

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Michael Laube

Wo sind die Grenzen?

Sehr geehrter Herr Völker,

gerade Ihr Beitrag zeigt mir, wie problematisch geistiges Eigentum ist. Wie schreiben Sie: Wenn Sie einen Song schreiben, dürfen Sie bestimmen, wer ihn singen darf? Für mich ist das und die Implikationen aus dem, was sie sagen, eine Horrorvorstellung.

Da höre ich im Radio einen guten und eingehenden Song von Ihnen. Er gefällt mir. Und eh ich mich versehe, singe ich diesen Song nach. Nur für mich. Ganz privat. Oder vielleicht noch vor Freunden.

Aber da Sie mir das ja nicht erlaubt haben, mache ich mich wohl strafbar und muss ihnen für jedes Mal, wenn ich diesen Song gesungen habe, Schadensersatz bezahlen.

Es gibt bereits Entwicklungen, sichtbar zu machen, was andere Menschen denken. Wenn diese Technik - in hundert Jahren vielleicht - zuverlässig eingesetzt werden kann, muss ich dann jedes Mal zahlen, wenn ich nur an Ihren Song denke. Meine Privatsphäre ist Ihnen ja egal, solange Sie mich nur verfolgen können. Ein Ohrwurm wird dann wohl richtig teuer.

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Matthias Bargholz

Der kriminalisierte Kunde

Ich bin davon überzeugt, dass Kulturschaffende, egal ob Musiker, Schriftsteller oder sonstige für ihre Leistung entlohnt werden müssen. Mehr als das: ich MÖCHTE sie entlohnen, wenn ich ihre Leistungen in Anspruch nehme, schließlich profitiere ich davon. Als jemand der bereit ist für Inhalte zu bezahlen, fühle ich mich als Kunde allerdings kriminalisiert. Ein gutes Hörbuchabonnement? Gibt es nur mit DRM geschützten Dateien, die lange nicht auf jedem Gerät abspielbar sind. Um meine Blueray-Disc abzuspielen bin ich auf bestimmte Software angewiesen, weil der Kopierschutz so restriktiv ist. Auf jede Festplatte, CD, DVD u.ä. zahle ich bei Kauf eine pauschale Gebühr, weil ich damit urheberrechtlich geschütztes Material vervielfältigen KÖNNTE (und nachdem ich diese Gebühr bezahlt habe, kann ich wegen des Kopierschutzes meinem Bruder nichtmal eine Privatkopie meiner legal erworbenen DVD geben). Ganz ehrlich? Ich fühle mich als Kunde unerwünscht, es gilt die Schuldvermutung. Ich hab es satt...

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.05.2012 10:36 Uhr
Matthias Bargholz

Schuld- statt Unschuldvermutung

Solange mir als ehrlichem Kunden Steine in den Weg gelegt werden, gekaufte Inhalte frei zu benutzen, fühle ich mich kriminalsiiert. Solange Die Schuld- statt der Unschuldsvermutung gilt, fühle ich mich kriminalisiert. Mir wird "Kriminalität" unterstellt, deswegen werden meine Möglichkeiten technisch beschränkt. Natürlich weiß ich, dass damit versucht wird, die Inhalte vor illegaler Verbreitung zu schützen. Wenn aber meine legal erworbene Kopie eines Kulturgutes von schlechterer - weil eingeschränkt verwendbar - Qualität ist als jede sogenannte Raubkopie, dann ist da der Wurm drin...

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Joe Völker
Joe Völker (pianojoe) - 12.05.2012 00:08 Uhr

Wer kriminalisiert?

Der Kunde wird ja nicht von Dritter Seite "kriminalisiert". Er macht das, wenn er gegen Gesetze verstößt, ja hübsch selbst. :-)

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Closed via SSO

Der Bürger wird seiner Freiheitsrechte beraubt, nur weil die Urheber ihr Recht nicht

technisch durchsetzen. Dabei ist es relativ einfach, aber eben teuer: Kopierschutz auf die physikalischen Datenträger, Tracking-Software auf die digitalen Inhalte aufprägen und das Problem wäre aus der Welt. Der "technische" Kopierschutz eines gebundenen Buches ist eben unübertroffen. Zwar kann man es kopieren, aber das sieht man dann sofort, der schöne Schmuckeinband ist nicht reproduzierbar. Anders bei digitalen Inhalten. Da erfolgt eine bit-genaue Kopie und die Datei ist genauso "hübsch" wie das Original, sogar samt "gracenote"-Abfrage mit Download eines Cover-Bildes.
Und wegen des mangelhaften Kopierschutzes wird also die Freiheit des Bürgers im Netz geopfert?
Das sind glasklare wirtschaftliche Interessen und die dominieren bürgerliche Grundrechte?
Und da wundert es noch einen "Altpolitiker", dass die Piraten Erfolg haben?

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.05.2012 00:41 Uhr
Norbert Sacher
Norbert Sacher (NoSac) - 12.05.2012 00:41 Uhr

Kopierschutz ?

Der beste Kopierschutz ist doch der Reale (nicht - Digitale)

Die Musikindustrie hielt die Patente für CD .... (und die Abspieler )

Für den Profit und besseren Absatz der Musik CD und DVD hat man jegliche Bedenken über Bord geworfen und einen Massenmarkt mit Brennern, Rohlingen und dem Markt Internet geschaffen....

Nun sollten Sie damit leben.....

...oder einen kleinen Markt mit Sondergeräten die Musikkristalle auslesen schaffen -

(Bier verkaufen - und sich über die Besoffenen aufregen ?)

Die Bundesbank vertreibt Ihre Drucksachen auch nicht über die Heimlaserdrucker!

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Alex Jacobson

Kopierschutz und DRM sind erwiesene Irrwege

Kopierschutzmaßnahmen sind eben nicht die Lösung und haben sich in der Vergangenheit bereits als Holzweg herausgestellt. Bis jetzt ist noch jede dieser technischen Restriktionen "geknackt" worden, manchmal bereits nach Tagen, teilweise nach Monaten. Im Falle der Blu-ray-Verschlüsselung hat das zweistellige Millionebeträge in der Entwicklung verschlungen und ein Vielfaches an wirtschaftlichem Schaden durch die verzögerte Markteinführung verursacht.

Im Gegensatz zur durchaus möglichen sicheren Verschlüsselungstechnik muss der Kopierschutz dem legitimen Nutzer immer den Zugang zu seinen erworbenen Inhalten ermöglichen, diese "Verwundbarkeit" ist letztendlich unvermeidbar. Mag es für den Normalnutzer auch zu kompliziert sein, es braucht eben im Internet immer nur EINEN, der den Kopierschutz umgehen kann, um eine Datei dann massenhaft zu verbreiten.

Eine Piratenkopie ist dann paradoxerweise nicht genauso gut, sondern BESSER als das Original, denn ihr fehlt der nervige Kopierschutz...

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Johannes Rademacher

Etwas daneben...

Auch wenn der Schluss, dass es eine große Missgunst gegenüber den Verwertern gibt, sicher richtig ist, werden hier doch einige haarsträubende Thesen aufgestellt:
-"Auf die Idee, den Autobauer für die Fahrgewohnheiten seiner Käufer haftbar zu machen, würde zwar niemand kommen." Dieses Bild hinkt, denn es werden ja nicht Firmen wie AVM oder Belkin, sondern die Internetprovider eingeplant, da wäre so etwas wie ein "privater Straßenbetreiber" sicherlich die bessere Wahl! Und dass Mautbetreiber ein gewisses Maß an Überwachung vollziehen ist (z.B. in Frankreich) unbestreitbar.
-Selbstverständlich sind die Ausmaße des Abmahnens inzwischen absolut übertrieben, ABER nicht die Anwälte haben das begonnen, sondern es wird auf Verstöße gegen geltendes Recht REAGIERT! Dass darauf nicht mit Einsicht reagiert wird ist erschreckend, aber nicht der Fehler der Verwerter (aktuelle Lehrmeinung der Psychologie: schnelle und harte Konsequenzen sind am effektivsten), dieim Vorfeld jedoch mehr agiern sollten.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.05.2012 07:59 Uhr
Johannes Rademacher

Ich stimme Ihnen in Teilen zu...

Leider erschwert die Zeichenbeschränkung längere Ausführungen.
1. Offensichtlich ist nicht klar worauf ich mit dem ersten Punkt hinauswollte: Als entschiedener Gegner einer solchen Überwachungsstruktur, erscheint mir das Bild der Autorin dennoch als a) falsch und b) nicht haltbar.
2. Es gilt auch der Rechtsgrundsatz "Unwissenheit schützt vor Strafe nicht". (Hiermit möchte ich gerne Ihren Vorwurf der Grundgesetz-Ablehnung an Sie zurückreichen)
3. Entnommen aus Gluck, Mercado, Meyers: Lernen und Gedächtnis: Vom Gehirn zum Verhalten (Spektrum), Kap. 8.: "Die Intensität der ersten Bestrafung zählt [...] (Brown, 1969)" und "Im Allgemeinen führen unmittelbare Konsequenzen zu den besten Lernergebnissen" mit Hinweis auf Schlinger & Blakely, 1994.
4. Was die deutlich auszubauende Arbeit im Vorfeld angeht, sind wir einer Meinung. Aufklärung und gute Umsetzungen (z.B. Hulu in den USA) sind definitiv der richtige/bessere Weg, nimmt den Urhebern aber nicht das Recht, ihre Ansprüche durchzusetzen.

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Albert Genser
Albert Genser (agens1) - 11.05.2012 18:50 Uhr

Vollkommen daneben

ist Ihr Kommentar! Die Provider per Gesetz dazu zwingen zu wollen, illegal die Nutzer der jeweiligen Datenautobahn zu überwachen, lässt einen deutlichen Mangel an Nähe zu unserem Grundgesetz vermuten. Es ist natürlich auch viel einfacher, Menschen, die z.T. ohne Kenntnis der juristischen Lage, sich Lieder oder Videos aus dem Web herunterladen, zu kriminalisieren. Und dieses Tun dann noch mit psydowissenschaftlichen Aussagen angeblicher "aktueller Lehrmeinung" zu garnieren, zeigt zumindest, das der Begriff Labeling Approach es noch nicht in alle Wohnzimmer geschafft hat.
Jugendliche sollten nicht kriminalisiert werden, sondern besser angeleitet. iTunes hat es beispielsweise geschafft, viele Musikdownloads zu legalisieren. Mit Radio FX können viele Hundert Webradios legal mitgeschnitten werden. Ich finde es sehr viel besser, Wege aus dem Dilemma aufzuzeigen, als Menschen zu kriminalisieren, nur damit es ein paar Anwälten noch besser geht.

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Christoph Duwald

Danke Constanze

Als ich "Von CONSTANZE KURZ" gelesen habe, wusste ich, der Artikel wird gut.
Und ich habe mich nicht getäuscht.
Es wird schön beschrieben, dass wir Piraten nicht gegen die Urheber vorgehen wollen. Nur gegen die weltfremde Verfolgung von Bürgern mit horrenden Summen.
Und es ist heutzutage so leicht gegen Urheberrechte zu verstoßen. Nichtmal Kauder ist da schadfrei geblieben.
Wir sollten ein verträgliches Maß finden und den Diskurs endlich wieder versachlichen.
Bruno Kramm macht da für uns gerade einen Guten Job.

Hoffen wir auf das Beste.

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Rolf-Dirk Maehler

Frau Constanze Kurz: Es ist so wie Sie schreiben

Bleibt nur die Frage: Warum ist man so zurückhaltend mit der Schaffung von Vertriebsmodellen für die Kunst-(oder Werte-)schaffenden? Sollte es vielleicht so sein, daß einige Zeitgenossen sich nicht mit einem richtigen und sinnvollen Vertrieb ihrer Schaffensgegenstände belasten möchten. Alle Argumente, die Sie beschreiben laufen nur darauf hinaus am besten leicht zu überhöhten Einkünften zu gelangen und das am besten auch noch mit Hilfe des Staates. Für mich ist in einer freien Gesellschaft jeder selbst dafür verantwortlich seine Interessen zu vertreten und auch seine Produkte zu verkaufen. Wirkliche Freiheit stellt dann auch sicher, daß der Preis dem Wert des Gutes einigermaßen entspricht bzw. sich auf dem freien Markt bilden muß.

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Christian Hund

Nicht schwarz-weiß, gerne auch mal grau...

Die Quintessenz des Artikels, nämlich der faire Interessensausgleich, liest sich nach meinem Verständnis wie die Forderung jener Partei, der man bislang gerne eine Neigung zu radikaler Enteignung von Urheberrechten nachsagt.
Man sollte sich zudem auch mal mit Künstlern auseinandersetzen, die auch so ihre Probleme mit der Verwertungsindustrie zu haben scheinen. Es gibt - auch international - sicher eine aussagekräftiges Potential an Kreativen, die ihrerseits schon vor Jahren mit den Major Lables gebrochen haben (spontan fällt mir "Prince" ein). Da frage ich mich: warum denn bloß?!?

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Walpurga Müller-Schmidt

Grundrechte, Technik und Unschuldsvermutung - warum Urheber keine Chance haben

Die Urheber und ihre Verwerter melden sich hier so zu Wort, weil sie eigentlich keine Chance haben. Das hat drei Gründe:

1. Technik: Es gibt bereits Entwicklungen für Peer-to-Peer Netze, die nicht abhörbar sind, weil Ende-zu-Ende verschlüsselt, und keinen Nachweis zulassen, wer was bzw. wie runterläd (Datenpakete werden über min. 1 Zwischenstation über versch. Routen zum Ziel geleitet) Ohne Trojaner in jedem Rechner wird Strafverfolgung unmöglich.

2. Grundrechte: Privatspäre ist ein Grundrecht. Bei einer Güterabwägung der kommerziellen Rechte von Urhebern gegen Grundrechte werden die kommerziellen Rechte immer zurückstehen müssen. Der Verfolgung sind also auch rechtlich Grenzen gesetzt.

3. Unschuldsvermutung: Bürger sind unschuldig bis das Gegenteil bewiesen ist. Am Ende müssen also die Rechteverwerter ohne den Nutzer abhören zu können, irgendwie beweisen dass dieser Unrecht getan hat.

Die Urheber werden sich also am Ende dem Internet beugen müssen.

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Sepp Maier
Sepp Maier (shoko) - 11.05.2012 13:05 Uhr

Danke! Endlich mal eine Zeitung, die es zur Kenntnis nimmt

"Entgegen der unter Künstlern weitverbreiteten Ansicht ist dies sogar in der Piratenpartei geltende Beschlusslage."

Danke, dass dies endlich einmal explizit erwähnt wird. Bis jetzt hatte man den Eindruck, dass man es mit einer anhaltenden Merkbefreiung der deutschen Presselandschaft zu tun hat, wenn pausenlos von einem "Abschaffen des Urheberrechts" die Rede war.

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Lutz von Peter

Der Artikel bemüht sich....

...objektive zu sein, bleibt es aber nicht, weil er Wünsche und Begierden als Tatsachen nimmt.
Kostprobe1:
"Kriminalisierung der Nutzer führt schon jetzt zu tiefsitzender Antipathie":
Erstens: Die Nutzer werden nicht kriminalisiert, sondern kriminell und dann verfolgt.
Zweitens: Es ensteht Antipathie? Und was bedeutet das? Hören wir auf, Mörder, Räuber oder Erpresser zu verfolgen, weil die sonst die Polizei ode rihre Opfer nicht mehr mögen?

Kostprobe2:
"es gibt einen gigantischen Bedarf nach niedrigschwellig zugänglichen digitalen Inhalten"
Erstens: Auch wenn es den Bedarf gibt, es gibt gute Gründe dass dieser Bedarf nur ausgesprochen zögerlich bedient wird. Und deshalb darf man die Inhalte dann klauen?
Zweitens: Es gibt auch einen Bedarf grosse Geldsummen auf dem eigenen Konto zu haben. Bei den meisten Menschen bleibt es allerdings zeitlebens beim Bedarf. Banküberfälle werden von dem Bedarf nicht gerechtfertigt.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.05.2012 15:32 Uhr
Michael Laube

Gutes Beispiel für die Kriminalisierung von Nutzern

Sehr geehrter Lutz von Peter,

ich danke Ihnen für Ihren Beitrag. Indem Sie "Nutzer" auf eine Stufe stellen mit Mördern, Räubern, Erpresser und Bankräubern, bestätigen Sie die von Ihnen angegriffenen Inhalte des Artikels von Frau Constanze Kurz voll und ganz.

Der unberechtigte Konsum von geschützten Medieninhalten ist da wohl doch etwas anderes als Mord, Raub und Erpressung. Meinen Sie nicht?

Schließlich wird durch den unberechtigten Konsum von geschützter Medieninhalte niemandem unmittelbar Schaden zugefügt.

Dies insbesondere, wenn die Alternative zum unberechtigten Konsum gar kein Konsum ist.

Die Argumention geht doch aber dahin, dass demjenigen, der sich beispielsweise ein Film aus dem Internet gezogen hat, unterstellt wird, dass er sich, wenn er das nicht getan hätte, ins Kino gegangen wäre oder eine DVD gekauft hätte. Und weil er das nicht getan hat, sondern sich den Film einfach aus dem Internet geladen hat, soll der Filmindustrie ein Schaden entstanden sein.

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Maximilian Pohl
Maximilian Pohl (McDoxy) - 11.05.2012 12:03 Uhr

Die Verwerter sind an Deeskalation nicht interessiert

Endlich mal wieder ein Text, der die ganze Sache auf eine sachliche Ebene zurückführt! Hut ab! Was da derzeit passiert ist eine reine Eskalationstaktik der Verwerter, um Urheber und Konsumenten gegeinander aufzuhetzen und die Fronten zu festigen. Es ist einfach nicht in ihrem Interesse, dass sich Urheber und Nutzer annähern.
Sobald das Urheberrecht im Internet gnadenlos durchgepeitscht wird, können wir eine umfassende Überwachungsinfratstruktur erwarten und ich glaube das will keiner.

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Antworten (4) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 12.05.2012 15:41 Uhr
Michael Laube

Internet-Radarfalle

Sehr geehrter Joe Völker,

Ihre Analogie ist aus meiner Sicht fehlerhaft. Eine Radarfalle nimmt von dem Benutzer einer Straße, solange dieser sich ordnungsgemäß verhält, keinerlei Informationen aus. Nur der Benutzer einer Straße, der zu schnell fährt, wird geblitzt - und dadurch dann Informationen von ihm aufgenommen.

Im Internet können Sie aber nicht, ohne sich den Datenverkehr und damit bereits persönliche Informationen der Nutzer anzuschauen, entscheiden, ob der Nutzer sich ordnungsgemäß verhält. Sie würden sich also auch den Datenverkehr der Nutzer anschauen, die sich ordnungsgemäß verhalten, stellen dann fest, dass sie sich ordnungsgemäß verhalten haben und verfolgen sie nicht weiter. Aber die persönlichen Informationen haben Sie sich trotzdem bereits angesehen.

Hinzu kommt, dass der Nutzer so überhaupt nicht mehr weiß, ob und wann sein Datenverkehr angeschaut wird. Einen Blitzer am Straßenrand kann man sehen. Im Internet sehe ich nicht, ob jemand meinen Datenverkehr analysiert.

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Joe Völker
Joe Völker (pianojoe) - 12.05.2012 00:13 Uhr

Wie umfassend denn?

Ich sehe keine Notwendigkeit zu einer umfassenden Überwachung des Internets. Wenn die Nutzer der Datenautobahn in so großem Stil gegen die Gesetze verstoßen, braucht es eine Internet-Radarfalle, wie auf der richtigen Autobahn. Einen stichprobenartigen Test, ähnlich wie eine Steuerprüfung. Die ist zwar auch ein Eingriff in die persönliche Freiheit, aber erfreulicherweise hat noch niemand gefordert, dass Steuerhinterziehung legalisiert wird, obwohl sie eine gewisse Verbreitung erfährt.

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Chris Boesenstein

"Ohne Kultur lässt sich wahrscheinlich ein bisschen besser leben als ohne Freiheit!"

Wie wahr. Also, liebe Urheber, ist Euch die Freiheit Eurer Konsumenten weniger wichtig als Euer antiquiertes Urheberrecht, das ja eigentlich nur ein bisschen Botox und anti-aging Creme braucht? Werden Eure Konsumenten Euch noch mögen, wenn Ihr sie 24/7 überwachen lasst? Habt Ihr das mal bis zu Ende durchgedacht? Ach ja, und ohne Kultur leben muss nicht sein. Es wird immer genug gute Künstler geben, die Kunst schaffen, einfach weil es ihnen Spaß bringt.

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Niculae Ionita
Niculae Ionita (nionita) - 11.05.2012 14:25 Uhr

"können wir eine umfassende Überwachungsinfratstruktur erwarten und ich glaube das will keiner"

Doch, anscheinend einige schon!

Den Artikel finde ich sehr zutreffend. Ich bin eigentlich fassungslos, das viele der Schaffenden diesen Punkt mit der Freiheitsbeschränkung im Internet nicht verstehen (oder noch schlimmer: sie nehmen die Nebeneffekte in Kauf).

Letztendlich, wenn sich die Positionen komplett radikalisieren, kommt es darauf an: Freiheit oder Kultur (hm, komischer Gegensatz!). Doch das können wir zumindest sagen: ohne Kultur lässt sich wahrscheinlich ein bisschen besser leben als ohne Freiheit.

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