10.11.2011 · Die Software erkennt die Kündigungsabsicht eines Mitarbeiters, bevor dieser selbst davon weiß: Wie durchs Hintertürchen sozialer Netzwerke ein Personalmanagement per Algorithmus Einzug in deutsche Unternehmen hält.
Von Constanze KurzRichtlinien für Lesermeinungen
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Das Dumme ist auch, dass man gar nicht weiß, wo und wie (und von
wem) man überwacht wird. Beziehungsweise was Andere über einen
wissen - oder zu wissen glauben. Demzufolge dürfte es auch schwer
werden, einen einmal gemachten Eindruck entgegenzuwirken.
Wir werden uns wohl damit abfinden müssen wie prominente
Schauspieler oder Politiker zu öffentlichen Personen zu werden. Es
erinnert mich ein bisschen an "Brave New World" von Aldous
Huxley - nur irgendwie anders.
Wird die Software so eingesetzt wie im Artikel beschrieben, so stellt
dies einen eindeutigen Verstoß gegen den Datenschutz dar. Das
Unternehmen darf meinen Arbeitsplatz-PC während meiner Abwesenheit
eben NICHT durchsuchen und die meisten Firmen, auch die in der ich
arbeite, nehmen dies sehr ernst, außer einige Klitschen
vielleicht. Dies gilt auch für die Datenströme auf dem, PC,
liest der Chef heimlich mit, verklage ich ihn deswegen hat er von
vornherein verloren. In dem Unternehmen wo ich arbeite geht das soweit,
dass die trotz
dringend benötigter Daten für einen wichtigen Kunden und trotz
ausdrücklicher Erlaubnis meinerseits nicht an den PC gegangen sind
und nicht einmal das Passwort hören mochten!
Denn merke: auch wenn ich abhängig beschäftigt bin und die
Produktionsmittel dem Unternehmen gehören, so bin ich doch kein
Unfreier und gehöre ebenso wie meine Daten ausschließlich mir
selbst. Auch während der Arbeitszeit.
Irgendwann werden die Human Resources Manager, die solche Toolz einsetzen selber überflüssig: Sie werden sich mit ihren eigenen Progrämmchen rausfiltern und entsorgen. Dann wird die gesamte Mitarbeiterführung der EDV übertragen, die die Kündigungen / Belobigungen etc. automatisch verschickt. Also ist der Einsatz dieser Mittel nur begrüßenswert. Oder finden sich die Leitwölfe etwa nicht auf ihrem eigenen Radarschirm wieder? J.T.
jenseits aller Datenschutzfragen klingt das doch auf Dauer wie ein Rohrkrepierer. Denn die Firma, die ihre Personalpolitik allein auf solche Software gründet, verarmt zwangsläufig an der wichtigen menschlichen Diversität, denn am Ende kommt dabei etwas heraus, was wie eine Ansammlung Klons wirkt, und Mangel an genetischer Vielfalt prädestiniert bekanntermaßen zum Aussterben.
Nutzen und Nebenwirkungen technologischer Entwicklung