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Aus dem Maschinenraum Auf Knopfdruck wird die Realität kopiert

Mit dem Plastikdrucker für den Schreibtisch lassen sich schnell und einfach dreidimensionale Gegenstände kopieren, etwa Ersatzteile für den Haushalt. Aber wie steht es mit der rechtlichen Situation?

© TU Wien Vergrößern Spielzeug, Marke Eigenbau: Diesen Rennwagen haben Werkstoffwissenschaftler der Universität Wien im 3-D-Druck gefertigt.

Wenn neue Technologien Einzug halten, folgen sie oft schwer vorhersehbaren Mustern, doch ihr Potential zeigt sich in Randbereichen. Eine Technologie, die in letzter Zeit viel Aufmerksamkeit bekam, weil sich ihre Möglichkeiten allmählich offenbaren, ist der 3D-Druck. Bis vor wenigen Jahren ein etwas esoterisches Prototypen-Fertigungsverfahren mit teuren Maschinen für die Herstellung von Modellen, Gehäusen und Mustern in der Industrie, ist das Drucken von physischen Objekten aus hartem, benutzbarem Kunststoff durch eine einzigartige Open-Source-Bewegung von interessierten Laien praktisch für jeden erschwinglich geworden.

Eine unüberschaubare Vielzahl von kleinen und kleinsten Firmen offeriert nun Plastikdrucker für den Schreibtisch, bei Preisen auf einem Niveau, das Laserdrucker vor wenigen Jahren hatten. Auch die Großen der Branche wollen den Fahrt aufnehmenden Zug nicht verpassen und haben Billig-Modelle ihrer Profi-Geräte angekündigt.

Wann ist der Nachdruck erlaubt?

Schon jetzt wirft die Verbreitung der Technik interessante Fragen auf. Die offensichtlichste ist natürlich die nach Urheber- und verwandten Rechten für physische Objekte. Das derzeitige Recht ist international darauf ausgelegt, durch Patente und Gebrauchsmuster zu verhindern, dass ein Industriebetrieb die Erzeugnisse eines anderen kopiert. Was aber, wenn die Kopie nicht zum Zwecke der Gewinnerzielung gemacht wird, sondern nur für den Eigenbedarf?

Bei weitverbreiteten Haushaltsgeräten, deren Kleinteile schon mal abhandenkommen oder zerbrechen, stellen sich verzwickte Fragen: Ist es verwerflich und verboten, die selbstgebastelten Fertigungsdaten für den 3D-Nachbau eines Küchenherd-Schaltknopfes im Internet zu publizieren, so dass jeder Interessierte ihn nachdrucken kann, wenn das Plastikteil abgebrochen ist? Warum nicht den gebrochenen Absatz der geliebten Schuhe durch einen Nachbau aus dem Netz ersetzen und drucken?

Konkrete Fälle dieser Art gibt es bisher wenige. Die praktischen Streitfälle betreffen bislang der breiten Öffentlichkeit kaum bekannte Figuren für sogenannte Tabletop-Spiele wie „Warhammer 40000“, die von Sammlern und Fans gekauft und gehandelt werden. Eine beliebte und seltene Figur kann einige dutzend Euro kosten - nachgedruckt aus dem 3D-Drucker kostet sie ein paar Cents an Materialkosten. Die 3D-Daten auch für komplexe Figuren sind lediglich ein paar Megabyte groß. Sie über das Netz zu verbreiten, ist noch einfacher als Musik oder Filme herunterladbar zu machen.

Nachbildung zum privaten Zweck

Und was ist, wenn das Objekt gar keine exakte Kopie des kommerziellen Originals, sondern lediglich ähnlich ist oder die gleiche Funktion erfüllt? Für den Hersteller der Warhammer-Figuren, die Firma Games Workshop, stellte sich genau diese Frage. Sie ließ die 3D-Modell-Daten, die ihren eigenen Produkten ähnlich sehen und in der Beschreibung die geschützte Bezeichnung „Warhammer“ tragen, von Online-Plattformen der 3D-Druck-Enthusiasten wegen der Benutzung des geschützten Namens entfernen. Unter anderen Namen findet man die Modelle jedoch weiterhin im Netz, wenn man ein wenig sucht. Die Markenrechte der Firma wären hier wohl auch nicht anwendbar.

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