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Aus dem Maschinenraum Auf Knopfdruck wird die Realität kopiert

 ·  Mit dem Plastikdrucker für den Schreibtisch lassen sich schnell und einfach dreidimensionale Gegenstände kopieren, etwa Ersatzteile für den Haushalt. Aber wie steht es mit der rechtlichen Situation?

Kolumne Bilder (1) Lesermeinungen (5)
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Franz Nagel
Franz Nagel (FN57) - 02.02.2013 14:46 Uhr

Fertigungsdaten des Küchenherd-Schaltknopfes

"Ist es verwerflich und verboten, die selbstgebastelten Fertigungsdaten für den 3D-Nachbau eines Küchenherd-Schaltknopfes im Internet zu publizieren, so dass jeder Interessierte ihn nachdrucken kann, wenn das Plastikteil abgebrochen ist?"

Ich schätze, die Hersteller der Küchenherde sind gut beraten, die Daten für die Schaltknöpfe selbst zum Download bereitzustellen – und zwar für jedermann, auch für Entrepreneure, die mit einem 3D-Drucker einen Internetshop für Ersatzteile betreiben können. Ermöglicht ein Produkt um sich herum ein Ökosysstem kleinteiliger wirtschaftlicher Kooperation, so ist dies ein Qualitätsvorsprung und für den Hersteller ein Prestigegewinn und Wettbewerbsvorteil.

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Reinhold Lakotta

Die Frage ist doch...

ob es grundsätzlich verboten sein könnte, Ersatzteile selbst herzustellen, z.B. für den eigenen Gebrauch. Das Fertigungsverfahren ist da eher zweitrangig. Man kann z.B. auch ohne viel Aufwand einen defekten Schaltknopf für den Herd aus Holz täuschend echt schnitzen.
Es geht hier bei einer zukünftigen Reglementierung darum, die Kreativität des Einzelnen zu unterdrücken. Es ist der dumme Kunde und Verbraucher erwünscht.

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Markus Förster
Markus Förster (MarFo) - 02.02.2013 12:56 Uhr

Fertigung von Spielzeug oder Waffen...

Rapid Prototyping/Tooling etc. als "esoterisch" zu bezeichnen bringt scheinbar nur ein Geisteswissenschaftler fertig. In der Medizin und Fahrzeugindustrie ist es längst etabliert.
Im Großen und Ganzen dreht sich dieser Meinungsbeitrag nur um die langsam einsetzende Marktveränderung, Angst dass sich der Pöbel Kunststoffschusswaffen fertigen kann und die Herstellung von Ersatzteilen zum Privatgebrauch. Das machen etliche "begabte Heimwerker"(Bastler, Tüftler) schon immer, nur haben die nicht das Bedürfnis Leute zu erschießen. Menschen die selbst etwas reparieren können werden dafür keinen 3D-Herstellungsverfahren benutzen (man denke an die Kausalität). Für den Industriezweig welcher Umsatz mit der Herstellung von bunten Plastepuppen für den infantilen Erwachsenen macht, ist diese Entwicklung natürlich bitter. Übrigens das Verschlussgehäuse des aktuellen deutschen Sturmgewehrs besteht aus Kunststoff, dummerweise ist es per Spritzgussverfahren wesentlich günstiger herzustellen.

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Otto Meier

Drucker fristen heute oft ein eher tristes Dasein. Mit 3D-Druckern wird das nicht anders sein.

Zumindest in Privathaushalten wird eher weniger gedruckt, zu teuer sind Tinte und Spezialpapiere. Und dann noch Geld in einen Drucker zu investieren, der vermutlich noch seltener benutzt würde, wird sich dann wohl eher auf ambitionierte Hobbybastler beschränken.

Andererseits, wer kennt das nicht, da bricht mal wieder irgendein billiges Plastikteil von einem teuren Gerät ab und ist als Ersatzteil nicht oder nur zu immensen Kosten erhältlich. Da wäre es doch schön, sich so ein Teil vom Händler oder Handwerker des Vertrauens mal schnell zu günstigeren Konditionen anfertigen lassen zu können.

Wie dem auch sei, Kriminelle werden diese Technik sowieso nutzen, ob mit oder ohne Verbot. Mißbrauch kann also kein Argument sein. Und die Industrie wird sich wohl von ihrem völlig überteuerten Ersatzteilangebot trennen müssen, wieder mehr Einzelteile statt ganzer Baugruppen anbieten müssen. Für den Konsumenten könnte sich das also positiv auswirken.

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Closed via SSO
Björn Hiemer (bhiemer) - 02.02.2013 10:24 Uhr

Anwendbarkeit von Patenten

Ich sehe hier eine Parallele zu der Anwendbarkeit von Patenten. Diese sind nämlich nicht anwendbar, wenn es sich um Nachbauten für private Zwecke handelt. Jeder darf sich also zuhause einen Jetpack bauen, ohne dafür zahlen zu müssen.

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02.02.2013, 09:47 Uhr

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